Geowissenschaften + Umwelt - Band 9  

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Juli 2005

Genske, D. D. ; Hauser, S. (Hrsg.)

Die Brache als Chance

Ein transdisziplinärer Dialog über verbrauchte Flächen

Schriftleitung: Monika Huch
2003 XVIII, 288 S. 151 Abb. Brosch. ISBN 3-540-43665-0
46.68€. (Sonderpreis für Mitglieder)
Springer-Verlag Berlin. ISBN

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Die Brache als Chance von Dieter D. Genske, Susanne Hauser
Springer Berlin Heidelberg New York (2002)


Durchschnittliche Kundenbewertung: ***** von *****
Konzeptionelle Strategien, 5. Februar 2005
Rezensentin/Rezensent aus Berlin Deutschland


Im Band werden Abfall, Brache, das Abwesende, Zwischenräume zwischen Brache, Landschaft, Urbanem hinterfragt, nach Symbolen Ausschau gehalten, die verdeckte Realitäten frei legen. Theoretisch dienen Konzepte von Derrida bis zu Lefebvre, Jameson, Lacan, Foucault, Baudrillard, Deleuze usw bis zur fuzzy logic und Aristoteles als Grundsubstanzen.

Der transdisziplinär wichtige Band umfasst Konzepte und konkrete Planungen für landschaftliche Brachen bis zu neuen Formen des Urbanen und zur Dekontaminierung von Böden, semiotisch, kulturwissenschaftlich, wohlbetont. Semiotik erweist sich somit als ein tool, das eher mit den hard sciences in Verbindung gebracht wird. Und das WIRD hier damit in Verbindung gebracht. Wie Einstein die Mathematik benötigte, stellt sich hier Semiotik als Modell auf gleicher Augenhöhe dar. Auch unscharfe Zeichen werden tools für die Analyse komplexer Probleme (fuzzy logic), die sich formaler Logik entziehen und damit auch konservativer Bewältigungsstrategien. Wie ein Beitrag ausgezeichnet darlegt.

Die Autoren entgrenzen nicht nur Räume, Brachen, Stadt, sondern ebenso ihre Fächer (Stadt-Landschaftsplanung, Architektur, Ingenieure, Kulturwissenschaftler, Geografen, Geologen, Philosophen, Künstler). Viele Abbildungen veranschaulichen augenfällig die Beiträge. Das Textlayout ist halbseitig gehalten, auf der anderen Seitenhälfte findet der Leser die wichtigen Stichworte der Beiträge.

Die Seiten sind somit benutzerfreundlich kartografiert und geben rasche Orientierung durch die Textverläufe. Das Buch geht auf einen Kongress für Semiotik zurück, genauer den workshop "Verbrauchte Räume - zur Semiotik der Brachfläche".

Das Buch befindet sich bereits nach kurzer Zeit in einem ziemlich durchgelesenem Zustand. Für Studenten zeigt dieser Band mögliche Wege in die Praxis auf, die gleich etwaige zu enge fachliche Vorstellungen mit entgrenzen, nicht gerade ein unwichtiger Faktor. Die Herausgeber wissen, was sie getan haben. Das Buch ist selbst die beste Empfehlung.


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