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Neuigkeiten

 


dgg gv

1205
Seite der Vorsitzenden von DGG und GV aus GMit 58

Liebe Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften und der Geologischen Vereinigung, liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2014 nähert sich seinem Ende. Für uns alle war es ein sehr bewegtes Jahr, in dem sich die deutsche geowissenschaftliche Vereinslandschaft deutlich verändert hat. Wenn Sie diese Ausgabe von GMit erhalten, sind es nur noch wenige Tage bis zum 1. Januar 2015, dem Stichtag, ab dem es die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) und die Geologische Vereinigung (GV) als solche nicht mehr geben wird. An ihre Stelle tritt die Deutsche Geologische Gesellschaft - Geologische Vereinigung (DGGV), die ab dem Stichtag aus der Fusion von GV und DGG hervorgegangen sein wird. Wir sind uns alle darin einig, dass der zu lange Name der neuen Gesellschaft eine Kompromisslösung ist, die in Zukunft einer Veränderung bedarf; jedoch werden wir mit dem Kürzel DGGV zunächst gut leben können.

Mit der Fusion von GV und DGG sind die Geologen nach mehr als 100 Jahren Trennung endlich wieder unter einem Dach vereint. Die entscheidenden Abstimmungen hierfür erfolgten während der GeoFrankfurt2014, die im vergangenen September auf dem Campus Westend der Goethe-Universität als Gemeinschaftstagung zahlreicher geowissenschaftlicher Gesellschaften mit fast 700 Teilnehmern stattgefunden hat. Während dieser Tagung stimmten die Mitgliederversammlungen sowohl von GV als auch von DGG jeweils ohne Gegenstimme für die Fusion der beiden Gesellschaften.

Mit der Vereinigung der geologischen Gesellschaften ist ein erster wichtiger Schritt gegen die Zersplitterung der deutschen Geowissenschaften erfolgt. Nach ersten Abschätzungen zählt die DGGV zwischen 3.500 und 4.000 Mitgliedern. Dies ist eine stattliche Anzahl, die jedoch nicht ausreicht, um auf der gesellschaftlichen und politischen Bühne schlagkräftig genug zu sein. Dafür bedarf es einer weiteren Bündelung der Gesellschaften im Rahmen eines geowissenschaftlich ausgerichteten Dachverbandes, für dessen Gründung bereits entscheidende Schritte erfolgten. So wurde ein Satzungsentwurf erarbeitet, über den die Mitgliederversammlungen der beteiligten Gesellschaften positiv abgestimmt haben. Neben der DGGV beteiligen sich die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft (DGG), die Deutsche Mineralogische Gesellschaft (DMG) und die Paläontologische Gesellschaft (PalGes). Mit den positiven Voten steht der Gründung des Dachverbandes nichts mehr im Wege, und wir hoffen, dass er im kommenden Jahr ins Leben gerufen wird. Wir hatten mehrfach darauf hingewiesen, dass dieser Verband nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zur GeoUnion gesehen wird. Zudem ist die in der Satzung festgeschriebene Struktur des Dachverbandes so ausgelegt, dass eine Majorisierung der kleinen durch die großen Gesellschaften ausgeschlossen ist.

Seit den positiven Voten der Mitgliederversammlungen von DGG und GV in Frankfurt ist unser neuer Vorstand bereits im Amt. Da im kommenden Jahr eine große Anzahl von fusionsbedingten, teils sehr schwierigen Aufgaben zu erledigen ist und der Teufel bekanntlich im Detail steckt, wird dieser alle Hände voll zu tun haben. Bisher sind drei Arbeitsgruppen eingesetzt worden, die sich mit den bevorstehenden Wahlen, den Ehrungen und den Zeitschriften sowie den künftigen Mitgliedsbeiträgen beschäftigen. Erste Treffen dieser Arbeitsgruppen haben bereits während der GeoFrankfurt stattgefunden. Über die von den Arbeitsgruppen erarbeiteten Konzepte wird auf der Ende März 2015 stattfindenden Vorstands- und Beiratssitzung der DGGV abgestimmt.

Wir möchten uns bei allen Mitgliedern für Ihr Vertrauen und für Ihr Engagement für die DGG und GV bzw. künftig die DGGV herzlich bedanken. Ein ganz besonderer Dank gilt jenen, die in Vorstand und Beirat aktiv mitgewirkt und dabei der Fusion der beiden Gesellschaften den Weg bereitet haben.

In diesem Sinne verbleiben wir mit den besten Wünschen für ein erfolgreiches und glückliches Neues Jahr.
Reinhard Gaupp, Ralf Littke und Gernold Zulauf

 


Himalaya
Sedimenttransport im Yarlung Zangbo bei Lhasa (Foto: M. Kaban, GFZ).

1204
Tektonischer Himalaya-Staudamm mit Abfluss

20.11.2014: Der Himalaya weist einige der eindrucksvollsten Schluchten der Welt auf, die durch Flüsse geformt wurden. Die Entstehungsgeschichte des berühmtesten dieser Einschnitte, der Zangbo-Schlucht im Ost-Himalaya, muss nun neu geschrieben werden.
Ein Team von deutschen, chinesischen und amerikanischen Geoforschern entdeckte nämlich flussaufwärts einen mit über 500 Metern Sediment gefüllten Canyon unterhalb des heutigen Betts des Yarlung Zangbo-Flusses. Mit Hilfe von Bohrungen konnten die Wissenschaftler den ehemaligen Talboden rekonstruieren und so die geologische Geschichte der Zangbo-Schlucht entschlüsseln (Science, 21.11.2014). Sie stellten fest, dass die Schlucht infolge der raschen tektonischen Hebung des Himalaya vor etwa zwei bis drei Millionen Jahren ihre steile Form erhielt. „Infolge des starken Gefälles schneidet sich der Fluss hier sehr schnell ein“, erklärt Dirk Scherler vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ. „Jährlich wird hier bis zu einem Zentimeter Gestein abgetragen, das entspricht aber etwa auch der jährlichen tektonischen Hebungsrate." Der Zusammenstoß von Indien mit dem Kontinent Eurasien hat hier einen tektonischen Staudamm mit Abfluss erzeugt. Mehr...

 


open ship event
 (Quelle: Homepage BGR)

1203
BGR präsentiert sich bei Open-Ship-Event in Wilhelmshaven, 17.11.2014

Das neue Forschungsschiff SONNE wurde in Wilhelmshaven offiziell an die Wissenschaft übergeben wurden. Beim anschließenden Open-Ship-Event präsentierte sich auch die BGR mit einer Ausstellung an Bord des modernsten deutschen Forschungsschiffes. Zu sehen waren echte Manganknollen, ein „Schwarzer Raucher“ oder eine Eisen-Mangan-Kruste. Noch bis Ende November stellt sich die SONNE mit der BGR-Ausstellung der breiten Öffentlichkeit in Wilhelmshaven (17.11.), Bremen (18./19.11.), Hamburg (20. bis 22.11.), Rostock-Warnemünde (25.11.) und Kiel (27./28.11.) vor.
Die neue SONNE ersetzt das bisherige Forschungsschiff gleichen Namens. Es steht allen meereswissenschaftlichen Disziplinen zur Verfügung und wird vorwiegend im Pazifik und im Indischen Ozean zum Einsatz kommen. Zu den zukünftigen wissenschaftlichen Herausforderungen zählt, neben angewandten Forschungsthemen in Hinblick auf den Klimawandel, den Schutz der Ökosysteme in den Meeren, der Nutzung von Meeresressourcen, auch die Grundlagenforschung. Mehr...

 


seltene erden
 (Quelle: Homepage BGR)

1202
Nachfrage nach schweren Seltenen Erden bricht ein, 19.11.2014

„Die Nachfrage nach schweren Seltenen Erden geht deutlich zurück“, so die Kernaussage der 10. Internationalen Seltene Erden Konferenz in der vergangenen Woche in Singapur. Grund: Der Markt für LED’s wächst viel schneller als erwartet. LED’s brauchen pro Lichtstromeinheit Lumen 15- bis 20-mal weniger Seltene Erden (SE) als konventionelle oder auch Energiesparlampen und halten zudem noch viel länger. Haupttreiber einer zuletzt auch für die Zukunft erwarteten hohen Nachfrage nach schweren SE waren Leuchtstoffe auf der Basis von Yttrium, Europium und Terbium.
Diese Ansicht einer hohen Nachfrage nach schweren SE wurde bislang weltweit vertreten. Auf einem Industrieworkshop der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) am 20. Oktober in Berlin hatte jedoch bereits der anerkannte SE-Experte Prof. Dudley Kingsnorth aus Australien auf die sinkende Nachfrage nach schweren SE für Leuchtmittel hingewiesen. Von der US-Energiebehörde wird statt starkem Wachstum jetzt ein Nachfragerückgang für SE in Leuchtstoffen bis 2030 um 65 % angenommen.
Von den bisher stets als kritisch eingestuften, weil industriell besonders wichtigen und bisher nur in China produzierten schweren SE verbleibt somit nur noch Dysprosium. Dysprosium wird für die Herstellung besonders leistungsstarker Neodym-Eisen-Bor-(NdFeB-)Magnete in Hochtemperaturanwendungen benötigt. Beispiele aus dem Bereich „Grüne Technologien“ sind getriebelose, dadurch wartungsärmere Windkraftanlagen oder auch Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Aber auch in vielen anderen Bereichen der deutschen Automobil- und Maschinenbauindustrie sind NdFeB-Magnete mit Dysprosiumzusatz im Einsatz. Mehr...

 


bgr geothermie
(Quelle: BGR)

1201
2. Workshop - Erschließung petrothermaler Geothermiereservoire im Hartgestein -
Das Multiriss-Konzept
27.11.2014 Großer Sitzungssaal, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Stilleweg 2, 30655 Hannover

Details ....


Ketzin
Rückforderung von CO2 aus dem geologischen Speicher des GFZ in Ketzin, Okt. 2014
(Foto: T. Kollersberger, GFZ)

1200
Feldversuch zur Rückförderung von CO2 am Pilotstandort Ketzin
Experiment in der Abschlussphase des CO2-Speicherprojekts

15.10.2014: Heute hat das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ einen Feldversuch zur Rückförderung von Kohlendioxid (CO2) in Ketzin begonnen. An seinem Pilotstandort zur wissenschaftlichen Untersuchung der geologischen Speicherung des Treibhausgases CO2 im brandenburgischen Ketzin/Havel wurden zwischen Juni 2008 und August 2013 insgesamt etwa 67.000 Tonnen CO2 in porösen Sandstein in einer Tiefe von 630 m bis 650 m gepumpt. Im Rahmen des jetzt begonnenen Feldversuchs ist bis zum 28. Oktober 2014 die Rückförderung einer Masse von etwa 500 bis 1.000 Tonnen CO2 geplant.

Mit diesem Versuch wird zum einen eine Auflage des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe erfüllt: da für das Ketzin-Projekt eine Genehmigung für die Speicherung vorliegt, soll gezeigt werden, dass das CO2 auch rückholbar ist. Zum anderen ist der Versuch aus wissenschaftlicher Sicht hoch interessant. Der Leiter des Zentrums für Geologische Speicherung am GFZ, Axel Liebscher, erläutert: „Am Pilotstandort Ketzin führen wir erstmals an einem CO2-Speicher die Rückförderung von CO2 unter wissenschaftlicher Begleitung durch.“ Während des Versuches werden die Druck- und Temperaturverhältnisse im CO2-Reservoir kontinuierlich überwacht und das rückgeförderte CO2 beprobt und analysiert. Zudem führen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung UFZ und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) begleitende Untersuchungen durch und messen vor Ort Änderungen des atmosphärische CO2-Gehaltes. „Mit dem Rückfördertest werden wir einen einzigartigen Datensatz generieren können, der im Nachgang des Versuches genau ausgewertet wird und zum Beispiel neue Einblicke in das Verhalten des CO2-Reservoirs gibt“, so Axel Liebscher. (Quelle: GFZ)
Abb. in druckfähiger Auflösung findet sich hier:

 


sdgg

1199
Stratigraphie von Deutschland XI - Buntsandstein

Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.);
Koordination/Redaktion: Jochen Lepper & Heinz-Gerd Röhling für die Subkommission Perm Trias, Hannover: Dt. Ges. für Geowiss., 2013
(Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften e.V.,
H. 69, 657 S., 275 Abbildungen, 45 Tabellen, 1 Tafel., ISBN 978-3-510-49229-9)
Preis: 109 € (plus Versandkosten), 80 € (plus Versandkosten) für Mitglieder der DGG, ihrer Arbeitskreise und Fachsektionen

Inhaltsverzeichnis


wasserwoche
(Quelle: Homepage BGR)

1198
Energie für Wasser und Wasser für Energie

Grundwasser und Energie stehen bei der Nutzung durch den Menschen in einem engen Zusammenhang. Diesen engen Zusammenhang verdeutlichte die BGR in zwei Seminaren auf der Weltwasserwoche vom 31.08. bis zum 05.09.2014 in Stockholm. So sind Energiesubventionen in vielen Ländern für die Übernutzung des Grundwassers verantwortlich, da ein hoher Energiebedarf und damit verbundene Kosten für die Förderung des Grundwassers notwendig sind. Aber auch die Förderung und die Energieerzeugung aus Kohle benötigen große Wassermengen, die in trockenen Gebieten häufig über Grundwasservorkommen abgedeckt werden. Zusammen mit Energie- und Wasserexperten aus China, Südafrika, Indien und den USA sowie von internationalen Institutionen diskutierten die BGR-Experten in Stockholm jetzt über zukünftige Herausforderungen und Lösungsansätze zum Umgang mit Energie und Wasser. Mehr...
Link....

 


Lehrvideo
(Quelle: Homepage BGR)

1197
Lehrvideo zum Schutz von Süßwasserlinsen auf Meeresinseln
05.09.2014

Im BGR Projekt FLIN (Freshwater Lens INvestigations) wird die Dynamik von Süßwasserlinsen auf Inseln im Meer untersucht. Die Nordseeinsel Langeoog dient dabei als ideales Naturlabor. Um den tieferen Untergrund der Insel und die Bewegung des darin gespeicherten Grundwassers zu untersuchen, wurden mehrere Beprobungskampagnen mit zahlreichen geophysikalische Messungen durchgeführt. Die Ergebnisse tragen allgemein zu einem besseren Verständnis über die Dynamik und das Alter von Süßwasserlinsen bei. Weiterhin unterstützen sie bei einer nachhaltigeren Bewirtschaftung dieser Ressource, u.a. unter Berücksichtigung des Klimawandels. Die ablaufenden Fließprozesse innerhalb der Süßwasserlinsen haben die Wissenschaftler mit physikalischen Sandtank-Experimenten visualisiert und mittels mathematischer Modelle nachgerechnet. Aus den Zeitrafferaufnahmen zur Visualisierung von Fließpfaden und der Altersschichtung sind interessante, kurze Videos in deutscher und englischer Sprache entstanden. Sie stehen auf dem YouTube „Geo-Channel BGR LBEG“ zur Verfügung und können zu Lehr- und Anschauungszwecken verwendet werden. Die BGR und das LBEG präsentieren im GeoChannel Videoclips über ihre neuesten Forschungsergebnisse und berichten von Expeditionen, Fachtagungen sowie Veranstaltungen. Mehr...
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=45Y7DdwnOXk&list=UUijZyyFC9e-R9cv3RwZPjKg

 


sidi salem
Nächtliche Wireline-Arbeiten an der SSSE-1-2 (Quelle: Homepage RWE Dea) 

1196
RWE Dea stellt drei Bestätigungsbohrungen in ihren ägyptischen Sidi-Salem-Feldern fertig

RWE Dea hat von März bis Mai 2014 drei Bestätigungsbohrungen in den Gasfeldern Sidi Salem South East 1 und Sidi Salem South East 2 erfolgreich fertiggestellt, um vor Förderbeginn die Erdgasreserven in der Abu-Madi-Formation besser bewerten zu können. Die beiden Sidi Salem South East-Felder liegen rund 20 Kilometer südwestlich der Gasaufbereitungsanlage Disouq Central Treatment Plant (DCTP), die sich in unmittelbarer Nähe des Gasfeldes North Sidi Ghazy befindet.
Die erste Bestätigungsbohrung, Sidi Salem South East-2-3 (SSSE), die an einer strukturtiefen Stelle 2 Kilometer südsüdwestlich der Fundbohrung SSSE-2x durchgeführt wurde, diente zur Untersuchung der nordöstlichen Ausdehnung des Feldes. Die Bohrung ergab ein Gas-Down-To (Untergrenze der gasführenden Gesteinsformation) von -2.647 Metern, das etwa 33 Meter tiefer liegt als das Gas- Down-To bei der Bohrung SSSE-2x. Die zweite Bestätigungsbohrung, SSSE-2-2, mit der die nördliche Ausdehnung des Feldes untersucht wurde, ergab ein Gas-Down-To von -2.632 Meter.
„Das Auftreten von Gas-Down-To-Grenzen an zunehmend strukturtiefen Bohrstellen deutet darauf hin, dass die Erdgasfalle im Feld SSSE-2 über eine feldweit durchgängige Abdichtung nach unten verfügt“, so Richard Vaughan, Disouq Subsurface Project Head. Die dritte Bohrung, SSSE-1-2, wurde als Bestätigungsbohrung der Struktur SSSE-1, die 1,5 Kilometer östlich der Fundbohrung liegt, durchgeführt. „Die Ergebnisse der jüngsten Bestätigungsbohrungen sind sehr vielversprechend. Alle SSSE Bohrungen sind fertiggestellt und vorübergehend stillgelegt worden. Im weiteren Jahresverlauf 2014/15 werden die Bohrungen ohne Bohranlage perforiert”, so Vaughan weiter.  Mehr.... 

 


rabaul
(Quelle: Homepage GEOMAR)

1195
Tagebuch des Vulkanismus im EisEruptionen der vergangenen 2000 Jahre auf der Südhalbkugel anhand von Eisbohrkernen rekonstruiert

Einem internationalen Forscherteam unter Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel ist die bisher präziseste Rekonstruktion großer vulkanischer Eruptionen auf der Südhalbkugel in den vergangenen 2000 Jahren gelungen. Diese Daten sind wichtig, um den Einfluss extremer Vulkanausbrüche auf das Klima genau zu bestimmen. Die Studie erscheint jetzt in der international renommierten Fachzeitschrift „Nature Climate Change“.
Als der philippinische Vulkan Pinatubo 1991 explodierte, waren die Auswirkungen bis Europa zu spüren. Denn die Eruption war so gewaltig, dass große Mengen an Schwefelverbindungen bis in die Stratosphäre (15-50 Kilometer Höhe) gelangten. Dort verteilten sie sich um den gesamten Erdball und schwächten für mehrere Jahre die Einstrahlung der Sonne ab, so dass die globalen Temperaturen vorübergehend sanken. Solche Vulkanausbrüche, bei denen große Mengen an Schwefelverbindungen in die Atmosphäre gelangen, sind in der Erdgeschichte recht häufig. Sie gehören zu den wichtigsten Ursachen von natürlichen Klimaschwankungen in der Vergangenheit. Daher ist eine genaue Kenntnis der Geschichte des Vulkanismus auf unserem Planeten wichtig, um die Klimaentwicklung zu verstehen und Klimamodelle zu eichen. Forschern aus den Vereinigten Staaten, Deutschland, Japan, Norwegen, Australien und Italien ist jetzt eine Rekonstruktion der vulkanischen Sulfat-Emissionen auf der Südhalbkugel für die vergangenen 2000 Jahre gelungen. Hauptautoren der Studie, die jetzt in der international renommierten Fachzeitschrift „Nature Climate Change“ erscheint, sind Dr. Michael Sigl und Dr. Joe McConnell vom Desert Research Institute (DRI) in Nevada (USA). Einen weiteren wichtigen Beitrag lieferte der Atmosphären-Spezialist Dr. Matthew Toohey vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. „Mit ihrer jahrgenauen Auflösung stellt diese Studie eine deutliche Verbesserung aller bisherigen Rekonstruktionen dar“, betont Dr. Toohey. Mehr... 

Bild links: Am 19. September 1994 brach auch der Vulkan Tavurvur in Papua-Neuguinea mit solcher Wucht aus, dass Asche und Gase bis zu 30 Kilometer hoch stiegen. Auf diesem Bild aus dem All ist deutlich zu erkennen, wie sich die Eruptionswolkein dieser Höhe global ausbreitet (Image courtesy of the Earth Science and Remote Sensing Unit, NASA Johnson Space Center, STS064-40-10, (http://eol.jsc.nasa.gov); Quelle: Homepage GEOMAR). 

 


Klimabilanz
(Quelle: Homepage AWI Bremerhaven

1194
Überraschende Klimabilanz: Seen in Permafrostgebieten entzogen der Atmosphäre langfristig mehr Treibhausgas als sie bei ihrer Entstehung freisetzten

Seit der letzten Eiszeit haben die sogenannten Thermokarst-Seen in den arktischen Permafrostgebieten der Atmosphäre mehr Treibhausgase entzogen, als sie zuvor bei ihrer Entstehung ausgestoßen hatten. Dieses überraschende Forschungsergebnis präsentiert ein internationales Wissenschaftlerteam heute in einer Online-Veröffentlichung des Fachmagazins Nature. Die Forscher hatten bis zu 10.000 Jahre alte Bodenablagerungen aus nordsibirischen Seen untersucht und erstmals die Kohlenstoff-Gesamtbilanz für mehrere hunderttausend Gewässer berechnet. Ihr Fazit: Die durch die Klimaerwärmung nach der letzten Eiszeit entstandenen Tauwasser-Seen emittierten zwar kurzfristig große Mengen Methan. Auf lange Sicht aber kühlten sie das Klima der Arktis, indem sie 1,6-mal mehr Kohlenstoff aufnahmen und speicherten als sie zuvor abgegeben hatten. Eine wärmer werdende Arktis könnte diesen Prozess jedoch innerhalb kurzer Zeit wieder umkehren.
Das Originalpaper ist im Nature-Online-Portal unter folgendem Titel erschienen:
K. M. Walter Anthony, S. A. Zimov, G. Grosse, M. C. Jones, P. Anthony, F. S. Chapin III, J. C. Finlay, M. C. Mack, S. Davydov, P. Frenzel, S. Frolking: A shift of thermokarst lakes from carbon sources to sinks during the Holocene epoch, Nature, Advanced Online Publication, DOI: 10.1038/nature13560. Mehr...

Bild links: Eine Luftaufnahme mehrerer Thermokarst-Seen und eines leergelaufenen Thermokarst-Beckens in der sibirischen Kolyma-Region. Durch Erosion, Tauprozesse und Sedimantablagerungen verändern sich die Seen ständig, was irgendwann dazu führt, dass sie leerlaufe (Foto: Guido Grosse, Alfred-Wegener-Institut). 

 


mangan
(Quelle: Homepage BGR)

1193
BGR-Wissenschaftler kehren von Manganknollen-Expedition zurück: Eine Million Tonnen Wertmetalle im Pazifik entdeckt

Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben kürzlich im deutschen Manganknollen-Lizenzgebiet im Zentralpazifik ein Vorkommen von rund 30 Millionen Tonnen Manganknollen entdeckt und untersucht. Die Förderung der darin enthaltenen Wertmetalle Nickel, Kupfer und Kobalt, deren Menge insgesamt rund 1 Million Tonnen umfasst, würde etwa 15 Jahre Tiefseebergbau ermöglichen, so ein Ergebnis der siebenwöchigen Forschungsfahrt mit dem US-amerikanischen Forschungsschiff „KILO MOANA“.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die meeresgeologische Arbeitsgruppe der BGR ein vergleichbares Vorkommen rund 30 Kilometer weiter nördlich entdeckt. „Unsere Ergebnisse zeigen erneut, dass Manganknollen eine vielversprechende Rohstoffquelle der Zukunft sind", erklärt BGR-Expeditionsleiter Dr. Carsten Rühlemann. Die Wissenschaftler hatten ein 1.500 km² großes Teilgebiet des insgesamt 75.000 km² großen Lizenzgebietes untersucht. „Neben diesem Areal gibt es noch mindestens sechs weitere ähnlich große und interessante Gebiete, die dicht mit Manganknollen belegt sind und ein großes Potenzial versprechen", so Rühlemann. Die Knollenfelder sollen auf weiteren Forschungskampagnen bis zum Jahr 2021 erkundet werden. Weiterhin sollen ausgewählte Flächen in diesen beiden prospektiven Gebieten detailliert kartiert werden, als Grundlage für einen möglichen zukünftigen Abbautest.
Zur Beurteilung der potenziellen Lagerstätten entnahmen die Meeresforscher Proben des Meeresbodens mit den darauf liegenden Manganknollen. Außerdem wurden mit einem Videoschlitten, der einige Meter über dem Meeresboden geschleppt wurde, mehrere Kilometer lange Profile gefahren. Auf den Foto- und Videoaufnahmen lassen sich die besonders knollenreichen Areale sehr gut identifizieren. Rühlemann: „Die Manganknollen in diesem neuen Gebiet sind sehr gleichförmig und meist 3–4 cm groß.“ Die Wertmetalle Nickel, Kupfer und Kobalt machen rund 3 % der Knollenmasse aus. Der Hauptbestandteil Mangan ist nur von untergeordnetem wirtschaftlichem Interesse.
Der zweite zentrale Arbeitsschwerpunkt dieser Expedition bestand in ausführlichen Studien zu den Umweltauswirkungen einer möglichen Manganknollengewinnung. Dazu nahmen neben den Wissenschaftlern der BGR Experten des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB) am Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven an der Expedition teil. Die Forscher erkunden im Auftrag der Bundesregierung das deutsche Lizenzgebiet zur Exploration von Manganknollen. Grundlage dafür ist ein im Jahr 2006 zwischen der Internationalen Meeresbodenbehörde und der BGR geschlossener Vertrag, der Deutschland das exklusive Recht gibt, im Lizenzgebiet in rund 4.000 Meter Tiefe 15 Jahre lang den Bestand der metallreichen Manganknollen zu erfassen, gleichzeitig aber auch zur Einhaltung strenger Umweltauflagen verpflichtet. Mehr... 

 


pol camp
(Quelle: Homepage BGR)

1192
GR-Expedition in Kanada: Deutscher Botschafter besucht Geologen in der Arktis

Besuch vom deutschen Botschafter in Kanada, Werner Wnendt, erhielten jetzt die Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bei ihrer Expedition CASE 16 (Circum-Arctic Structural Events) auf der Ellesmere-Insel in der kanadischen Arktis. Der Botschafter wurde in Begleitung mit weiteren Expeditionsteilnehmern mit einer 2-motorigen „Twin Otter“ aus Resolute Bay in das Basislager der BGR-Geologen in der Flagler Bay an der Ostküste der Insel eingeflogen. Vier Tage wird Wnendt die Expeditionsteilnehmer der BGR und ihre Kollegen aus Kanada, Südafrika, den USA und Deutschland begleiten, um sich über die internationale Zusammenarbeit der Geologen im Gelände zu informieren.
Botschafter Wnendt zeigte sich nach seiner Ankunft vom BGR-Projekt sehr beeindruckt: „Die wissenschaftliche Zusammenarbeit ist einer der wichtigsten Bereiche in den deutsch-kanadischen Beziehungen und das Projekt der BGR im hohen Norden Kanadas ist ein besonders gelungenes Beispiel für diese erfolgreiche Kooperation.“
Seit Mitte Juni betreibt das 15köpfige Expeditionsteam  in der kanadischen Arktis geologische Feldforschungen. Noch bis zum 21. Juli 2104 wollen die Wissenschaftler die geologischen Verhältnisse auf der Ellesmere-Insel in einem Umkreis von 150 Kilometern um das Basislager (79°15‘ nördlicher Breite) erforschen. Dabei wird auch ein Helikopter eingesetzt, der die Geologen in das jeweilige Untersuchungsgebiet fliegt. Hauptziel der Expedition ist der Nachweis einer großräumigen, mehr als 1.000 Kilometer langen Bruchzone zwischen Grönland und der Ellesmere-Insel, die mit der Bildung des Arktischen Ozeans in Zusammenhang steht, als der Urkontinent Laurasia in die heutigen Kontinente Eurasien und Nordamerika zerbrach. Dieser Vorgang, der vor etwa 90 Millionen Jahren begann, führte zur Öffnung des Polarmeeres, des Nordatlantiks, zum Aufreißen des Urkontinents Laurasia zwischen Spitzbergen und Grönland sowie letztendlich zur Entstehung des Golfstroms und damit der heutigen klimatischen Situation in Europa.
Die geologischen Untersuchungen der erdgeschichtlichen und plattentektonischen Vorgänge spielen ebenfalls für die Frage nach möglichen Rohstoffen eine Rolle. So können durch die Rekonstruktion der Gestalt und der Lage der Kontinente in der Vergangenheit Aussagen über die Entwicklung der großen Sedimentbecken auf den zirkum-arktischen Kontinentalplatten getroffen werden. In den Sedimentbecken können sich große Erdöl- und Erdgaslagerstätten gebildet haben. Amerikanischen Studien zufolge sind in der Arktis 25% der noch nicht entdeckten weltweiten Erdöl- und Erdgasvorkommen zu vermuten. Allerdings basieren diese Annahmen auf indirekten statistischen Berechnungen – tatsächlich sind weite Bereiche der Arktis noch wenig erforscht und Abschätzungen zu den Mengen an Erdöl und Erdgas sind noch sehr unsicher. Mehr...

 


Gemas Atlas
(Quelle: Homepage BGR)

1191
GEMAS-Atlas: Geochemisches „Nord-Süd-Gefälle“ nachgewiesen

Mit der „Geochemical Mapping of Agriculturar and Grazing Land Soil“ (GEMAS) liegt jetzt erstmals ein Atlas vor, in dem die Elementgehalte aller Landwirtschaftsböden in Europa dargestellt werden. An dieser neuen Veröffentlichung waren die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die Expertengruppe „Geochemie“ der europäischen geologischen Dienste (EuroGeoSurveys) und der Verband der europäischen Metallindustrie (Eurometaux) beteiligt.

Für die Erstellung des GEMAS-Atlas haben Wissenschaftler in 33 europäischen Ländern 2.108 Ackerproben und 2.023 Grünlandproben genommen und die Gehalte von mehr als 50 Elementen analysiert.
Die Wissenschaftler haben mit ihren Ergebnissen einen scharfen Bruch in den gemessenen Elementgehalten entlang der südlichen Grenze der letzten Vereisung nachgewiesen. Dies ist vor allem auf die durch die Eiszeit hervorgerufenen geologischen Unterschiede zurückzuführen. So haben die Wissenschaftler in den landwirtschaftlich genutzten Böden Südeuropas zwei- bis dreimal höhere Spurenelementgehalte (z. B. Arsen, Cobalt, Gold, Kupfer, Lithium, Mangan, Nickel) festgestellt als in den jungen Böden Nordeuropas. Die südeuropäischen Böden sind in der Regel älter und intensiver verwittert. Mehr... 

 



(Quelle: Homepage BGR) 

1190
Erkundung von Grundwasser per Heliumballon

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erprobt in dieser Woche auf dem Bundeswehr-Truppenübungsplatz „Döberitzer Heide“ in Brandenburg ein mobiles System für eine künftig effizientere Durchführung geophysikalischer Messungen. Kernelement bei dieser neuen – auf der Transienten-Elektromagnetik (TEM) basierenden – Methode ist ein Heliumballon. Der mit Sende- und Empfangsspulen ausgestattete Ballon ermöglicht Untersuchungen des geologischen Untergrundes aus der Luft bis in Tiefen von mehreren hundert Metern und soll nach erfolgreicher Erprobung insbesondere die Grundwassererkundung in Entwicklungsländern erleichtern. Mehr... 

 



(Quelle: Homepage BGR) 

1189
Neues Forschungsschiff SONNE von Bundeskanzlerin getauft

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am vergangenen Freitag (11. Juli 2014) das neue Forschungsschiff SONNE getauft. Es löst die alte SONNE ab und wird in Zukunft auch der BGR als Forschungsplattform dienen. Die neue SONNE wird ab Anfang 2015 im Indischen und Pazifischen Ozean eingesetzt und soll zur Beantwortung wissenschaftlich und gesellschaftlich besonders relevanter Fragen wie dem Klimawandel, der Versorgung mit marinen Rohstoffen und der Folgenabschätzung von Eingriffen in marine Ökosysteme beitragen.
Mit 116 Meter Länge und 21 Meter Breite übertrifft das neue Forschungsschiff die Dimensionen seiner Vorgängerin deutlich. Der zusätzliche Platz an Deck und in den Labors geht auf die Anforderungen zurück, die unter Beteiligung der BGR in der Planungsphase festgelegt wurden. Sie tragen dem stetig steigenden Einsatz von aufwändiger Technik wie z. B. der 3D-Reflexionsseismik in der Meeresforschung Rechnung. Erste Testfahrten mit BGR-Beteiligung sind im Herbst 2014 geplant. Die neue SONNE wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) auf der Meyer-Werft in Papenburg (Niedersachsen) gebaut. Mehr...

 

swarm
(Quelle: Swarm-Projektbüro)


1188
Workshop zum neuen DFG-Schwerpunktprogramm „DynamicEarth“, am 3.-4. Juli: Globaler Wandel im Satellitenblick

03.07.2014: Ein erster Workshop im Rahmen des in diesem Frühjahr eingerichteten DFG-Schwerpunktprogramms “DynamicEarth“ findet  am 3. und 4. Juli am GFZ statt. Bei dem Treffen werden erste Projektideen vorgestellt, die in den kommenden drei Jahren innerhalb dieses interdisziplinären Forschungsverbunds durchgeführt werden sollen. Neben vielen Projektskizzen von Wissenschaftlern des GFZ werden zahlreiche deutsche Wissenschaftler von universitären und außer-universitären Einrichtungen in Kooperation mit internationalen Projektpartnern ihre Projektideen für das Schwerpunktprogramm vorstellen. Vertreter der DFG und ESA berichten über die Rahmenbedingungen des Schwerpunktprogramms und über den aktuellen Status der Swarm-Mission. Professor Hermann Lühr und Professor Claudia Stolle vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam koordinieren dieses Schwerpunktprogramm.

Im neuen Schwerpunktprogramm  „Study of Earth System Dynamics with a Constellation of Potential Field Missions” der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG werden die Swarm Daten zur Erforschung des Systems Erde genutzt. Veränderungen im Erdmagnetfeld, im Erdschwerefeld, im erdnahen Weltraum und in den dafür verantwortlichen Prozessen können somit ermittelt und quantifiziert werden. Dabei können die Wissenschaftler auf Erfahrungen aus den bereits gesammelten Datensätze der sehr erfolgreich verlaufenen Vorgängermissionen CHAMP, Ørsted, GRACE und GOCE zurückgreifen. Das Satellitentrio Swarm liefert umfangreiche Datensätze zum Erdmagnetfeld, zum Erdschwerefeld und zur Hochatmosphäre. Diese Daten sind unverzichtbar zur Überwachung des globalen Wandels. Im Mai begann die Datenfreigabe von Swarm-Daten. Anschließend wurden  erste wissenschaftliche Ergebnisse auf dem 3rd Swarm Science Meeting der ESA am 19.-20. Juni in Kopenhagen präsentiert. (Quelle: GFZ)

 

 wintershall
(Quelle: Homepage
Wintershall) 
1187
Responsibly Energising a Growing World
Wintershall beim 21. World Petroleum Congress, 15.-19. Juni 2014 in Moskau


Erdöl bleibt weiterhin der wichtigste Energielieferant und behält weltweit seine hohe Bedeutung: „Wir erleben einen globalen Wettlauf um Energierohstoffe. Einen Wettlauf, in dem Schwellenländer wie China und Indien längst das Tempo vorgeben. Der Energiehunger der wachsenden Schwellenländer kompensiert dabei längst alle Effizienzmaßnahmen im Rest der Welt", sagte Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender der Wintershall, am Montag auf der 21. World Petroleum Conference (WPC), die nach Madrid und Doha dieses Jahr vom 15. bis 19. Juni in Moskau stattfindet. Ein Drittel des weltweiten Primärenergieverbrauchs entfällt derzeit auf Erdöl. Bis 2035, so die Prognosen der Internationale Energieagentur (IEA), wird der weltweite Energiebedarf um mehr als ein Drittel ansteigen – und auch der Ölbedarf dabei weiter wachsen. Die fossilen Energieträger werden 2035 demnach rund 75 Prozent des Energiebedarfs decken.
„Europa wird künftig noch stärker auf Ölimporte angewiesen sein. Wir Europäer müssen lernen, uns in den Förderregionen der Welt besser zu positionieren“, sagte Seele auf dem Kongress: „Langfristige Rohstoffsicherheit und vor allem künftiges Wachstum heißt für uns Europäer, unsere Partnerschaften zu Russland und Norwegen zu pflegen. Und ein klares Bekenntnis zum arabischen Raum zu geben“. Denn Europas Öl-Zukunft liege im arabischen Raum. In der MENA-Region zwischen Marokko im Westen und dem Iran im Osten befinden sich 70 Prozent der weltweiten Ölreserven. Europa bezieht aber derzeit nur 14 Prozent seiner Importe aus der Region.
„Auch wenn dort die Lage in manchen Ländern instabiler ist, muss sich Europa dauerhaft, wahrnehmbar und vor allem partnerschaftlich im arabischen Raum engagieren“, forderte Seele: „Wer nach Öl-Perspektiven für die Zukunft sucht, findet sie letztendlich im arabischen Raum.“Der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen, international tätigen Öl- und Gasunternehmens betonte in Moskau aber auch die Herausforderungen, vor denen die Branche steht: „An der Quelle wird es enger und technisch komplizierter. Dadurch haben sich die Entwicklungs- und Förderkosten seit 2005 verdoppelt.“ Auch die Entwicklungen bei Schiefergas und -öl tragen zu einem generellen Paradigmenwechsel der Branche bei. Mehr... 
 
 
seamount
Madiba Seamount: Bathymetrische Abbildung
des Madiba Seamounts
(Abbildung: Jan Erik Arndt,
Alfred-Wegener-Institut) 

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Neuentdeckung am MeeresgrundAWI-Wissenschaftler benennen bislang unbekannte Unterwasserberge nach Nelson Mandela und einer Romanfigur aus „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“

Seit kurzem erscheinen auf den Seekarten des Südatlantiks und des Weddellmeers die Namen zweier zuvor unbekannter Unterwasserberge: „Madiba Seamount“ und „Nachtigaller Shoal“. Bei der Namenswahl folgte das Sub-Committee on Undersea Feature Names (SCUFN) auf seiner diesjährigen Tagung in Monaco den Vorschlägen von zwei Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Diese hatten die Berge vergangenes Jahr auf Polarstern-Expeditionen in die Antarktis entdeckt. Mit der Benennung ist nun ein weiteres Stück des Meeresbodens offiziell erschlossen worden.
„Bis heute sind weniger als zehn Prozent der Unterwasserlandschaften unserer Meere erkundet und mit einem Namen versehen worden. Wenn man abseits der normalen Seerouten fährt, kann man deshalb durchaus noch Neuentdeckungen machen“, sagt Jan Erik Arndt vom Alfred-Wegener-Institut.
Während einer Expedition in den südlichen Indischen Ozean hatte der Bathymetriker vergangenen November das Glück, einen bisher unbekannten Unterwasserberg zu entdecken. Auf seinem Weg von Kapstadt in das Südpolarmeer passierte der AWI-Forschungseisbrecher Polarstern die Spitze eines Unterwasserberges. „Hätte das Fächerecholot nur den Rand des Berges gestreift, wäre er unter Umständen unentdeckt geblieben“, erzählt Jan Erik Arndt. Dabei hebt sich der Gipfel 1920 Meter über den Meeresboden und ist in seiner Höhe somit vergleichbar mit Bergen der Alpen – allerdings liegt sein höchster Punkt auch knapp 3500 Meter unter dem Meeresspiegel.
Um einen geeigneten Namen für den Unterwasserberg zu finden, stellte Jan Erik Arndt eine Box auf der Polarstern auf. Jeder Expeditionsteilnehmer konnte so anonym seinen Namensvorschlag einreichen. „Nelson Mandela ist in dem Zeitraum unserer Expedition verstorben und als sein Clan- und Spitzname, Madiba, als Vorschlag einging, waren wir uns schnell einig, ihn mit dieser Neuentdeckung zu ehren. Schließlich startete und endete unsere Expedition auch in Südafrika“, erklärt der Bathymetriker. Mehr... 

 

 
Manta
Riesenmanta (Manta birostris, Größe: 7 m) Raja Ampat,
West Papua, Indonesien,
Pazifischer Ozean (Foto:
Solvin Zankl) 
(Quelle: Homepage AWI Bremerhaven) 

1185
Ausstellung: Ozeane - Expedition in unerforschte Tiefen

Fast tänzerisch gleiten Eselspinguine über das Wasser. Knapp darunter schweben filigrane Feuerquallen durch einzelne Lichtstrahlen und Mantarochen gleiten majestätisch dahin. Weit in der Tiefe erscheint gespenstisch und mit riesigen Fangzähnen der Vipernfisch. Der Kieler Naturfotograf Solvin Zankl hat sie alle fotografiert. Seit Jahren reist er um die Welt, sucht Inseln, Küsten und die offene See auf, um die Bewohner der Ozeane in all ihrer Pracht zu dokumentieren. Zusammen mit dem GEO-Redakteur Lars Abromeit ist daraus 2013 der Bildband „Ozeane – Expedition in unerforschte Tiefen“ entstanden. Begleitend dazu zeigen das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) jetzt 35 eindrucksvolle Aufnahmen von ganz unterschiedlichen Meeresbewohnern aus diesem Buch in Bremerhaven. Am Donnerstag, 26. Juni 2014, um 19:30 Uhr wurde die Ausstellung im DSM feierlich eröffnet.
Die Fotoausstellung entführt ihre Besucher in tropische, subtropische, kühle wie polare Meere und lässt sie auch in den größten und geheimnisvollsten Lebensraum – die Tiefsee – blicken. Viele Fotos von Solvin Zankl sind auf wissenschaftlichen Expeditionen entstanden, die er als Fotograf begleitet hat. Einige seiner einmaligen Fotografien von Tiefseeorganismen entstanden während einer Forschungsreise des AWI, mit dem Eisbrecher „Polarstern“ im Südatlantik. Auf einer Expedition mit dem Forschungsschiff „Poseidon“ und dem Tauchboot „Jago“ des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel fing Zankl vor der Norwegischen Küste auch Kaltwasserkorallenriffe fotografisch ein, die für Taucher mit normaler Tauchausrüstung unzugänglich sind. „In dem Spagat zwischen Wissenschaft und Fotografie fühle ich mich Zuhause“, sagt Zankl, der zunächst biologische Meereskunde in Kiel studierte, bevor er 1998 sein Hobby Fotografie zum Beruf machte. Solvin Zankl ist seit 15 Jahren freier Naturfotograf. Seine Fotoreportagen werden weltweit von führenden Magazinen veröffentlicht, allen voran von GEO.
Die Fotoschau „Ozeane – Expedition in unerforschte Tiefen“ von Solvin Zankl ist als Wanderausstellung konzipiert und mit finanzieller Unterstützung des AWI und des GEOMAR entstanden. Die Präsentation seiner Fotografien im DSM ist die zweite Station, die hier bis Sonntag, 16. November 2014, zu erleben ist. Mehr... 

 

 LBEG Erdöl
(Quelle: Homepage LBEG) 

1184
LBEG stellt Ergebnisse von Quecksilberuntersuchungen an Erdgasförderstellen zur Verfügung

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) veröffentlicht die in den Jahren 2010 und 2013 durchgeführten Untersuchungen zur Quecksilberbelastung im Umfeld von Erdgasförderplätzen in Niedersachsen. Dazu gehören vom LBEG geforderte Gutachten, die im Auftrag des Wirtschaftsverbandes Erdöl und Erdgasgewinnung (WEG) und des Unternehmens Exxon Mobil Production Deutschland GmbH (EMPG) erstellt wurden. Mehr...

 


Jahresbericht
 (Quelle: Homepage BGR)

1183
Aktueller LBEG-Jahresbericht - Explorationsaktivitäten der Erdöl- und Erdgasindustrie nehmen ab

Die Erkundungsaktivitäten der Erdöl- und Erdgasindustrie in Deutschland haben weiter abgenommen. So wurden 2013 nur noch sechs Explorationsbohrungen durchgeführt. 2012 waren es noch neun Bohrungen. Die geophysikalischen Aktivitäten (z.B. seismische Untersuchungen) sind ebenfalls zurückgegangen. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Jahresberichts „Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2013", den das Landesamt für Bergbau, Energie und Deutschland (LBEG) jetzt veröffentlicht hat.Die rückläufigen Bohraktivitäten sind auch auf die zunehmende öffentliche Diskussion über die Erdgasförderung und insbesondere die Anwendung der hydraulischen Stimulation (Fracking) zurückzuführen.
Die Gesamtfläche der Erlaubnisfelder zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen (Erdöl und Erdgas) hat sich mit 112.400 km2 - das entspricht etwa einem Drittel der Fläche von Deutschland - zum Ende 2013 kaum verändert. Neue Erlaubnisfelder wurden vor allem in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Bayern, Niedersachsen und Brandenburg vergeben. Erloschen sind Erlaubnisfelder in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern.
Dem Trend der letzen Jahre folgend hat 2013 das technisch nutzbare Arbeitsgasvolumen der Untertage-Erdgasspeicher hingegen zugenommen und damit zur Steigerung der Versorgungssicherheit mit Erdgas beigetragen. Das Volumen wurde um 1,1 Mrd. m3 (Milliarden Kubikmeter) auf 23,8 Mrd. m3 ausgebaut. In den kommenden Jahren soll das Arbeitsgasvolumen um weitere 6,1 Mrd. m3 erhöht werden.
In seinem bereits am 27. März 2014 veröffentlichten Bericht „Erdöl- und Erdgasreserven in der Bundesrepublik Deutschland am 1. Januar 2014" (s.u. unter Reservenbericht) teilte das LBEG schon mit, dass die Erdgasindustrie 2013 in Deutschland nur noch 10,7 Milliarden Kubikmeter Rohgas gefördert hat. Das entspricht einem Förderrückgang um 8,8 %. Die heimische Erdgasförderung trug dadurch nur noch mit einem Anteil von 10 % (2013) zur Versorgung bei. Im Jahr 2012 nahm der Anteil noch 11 % und 2011 sogar 13,7 % ein. Die Erdölförderung verzeichnete dagegen ein leichtes Plus von 0,6 % und betrug etwa 2,6 Mio. t (Millionen Tonnen).  Mehr...
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 rohstoffe südafrika

1182
Studie zu Rohstoffvorkommen in Südafrika

Die DERA in der BGR hat ein Handbuch über Rohstoffe und Liefermöglichkeiten in Südafrika für deutsche Investoren veröffentlicht. Die Studie analysiert und bewertet das hohe Potenzial von Selten Erden, Antimon und Zirkon in verschiedenen Abbauregionen des Kontinents. Mehr...

 


mosambique
(Quelle: Homepage BGR) 

1181
Geophysikalische Forschungen vor Mosambik

BGR-Experten sind zurzeit auf Expedition vor der Küste Mosambiks. Mit geophysikalischen Methoden untersuchen sie u. a. eine mögliche Fortsetzung des ostafrikanischen Grabensystems bis in den Indischen Ozean. Die Arbeiten tragen auch zur genaueren Einschätzung der dortigen Erdgasvorkommen bei.
Download Studie: 

 

 
erosion
(Quelle: Homepage BGR) 

1180
Neue BGR-Karte: Potentielle Erosionsgefährdung durch Wasser

Die Karte der Potentiellen Erosionsgefährdung der Ackerböden durch Wasser gibt einen Überblick über die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Wassererosion in Deutschland. Potentielle Erosionsgefährdung bedeutet, dass nur natürliche Faktoren berücksichtigt werden, die die Anfälligkeit des Standortes charakterisieren, nicht aber die Auswirkungen durch Bodenbewirtschaftung. Die Bodenbearbeitung die Wahl der Anbaufrüchte sowie die Durchführung von Erosionsschutzmaßnahmen spielen bei der hier beschriebenen Berechnung der potentiellen Erosionsgefährdung keine Rolle. Zudem wird von einer ganzjährigen Schwarzbrache, also einem unbedeckten Boden, ausgegangen. Die Einstufung der Gefährdung spiegelt also ausschließlich den Einfluss der natürlichen Standortfaktoren auf den Prozess unter den ungünstigsten Bedingungen wider. Durch geeignete Maßnahmen kann die tatsächliche Erosionsgefährdung erheblich gesenkt werden. Mehr...


 

(Quelle: Homepage BGR) 

1179
20 Jahre Umweltberatung der Bundeswehr durch die BGR, 25.06.2014

Seit 20 Jahren berät die BGR die Bundeswehr im Boden- und Gewässerschutz auf Truppenübungsplätzen (TrÜbPl). Begonnen hat die Erfolgsgeschichte 1992 mit den hydrogeologischen Untersuchungen auf dem TrÜbPl Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide. Das damalige Ziel war die Entwicklung eines militärischen Nutzungskonzeptes, das dem Schutzbedürfnis des Grundwassers und dem erkannten Gefährdungspotential angepasst ist.
Um räumliche und zeitliche Veränderungen der Grundwasserbeschaffenheit sowie der Strömungsverhältnisse zeitnah zu erfassen, wurde der Truppenübungsplatz ab 2001 durch ein stetig angepasstes nutzungsbegleitendes Grundwassermonitoring überwacht. Dadurch konnten bei Bedarf erforderliche Maßnahmen jederzeit eingeleitet werden.
Die Beratungsarbeit der BGR orientierte sich stets an aktuellen Entwicklungen. So wurde mit der Umstrukturierung der Bundeswehr die Anzahl der Übungsanlagen zwar verringert, die Intensität auf den verbleibenden Anlagen ist mitunter gestiegen. Aus diesem Grund bewertete die BGR in einem Pilotprojekt die Umweltauswirkungen durch Übungsaktivitäten auf Sprengplätzen. Die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit werden in der aktuellen Festschrift „25 Jahre Kontaminationsbearbeitung in der Bundeswehr“ dargestellt.  Mehr... 

 

 
bgr-studie
 (Quelle: Homepage BGR)

1178
Neuer BGR-Ländervergleich zu Rohstoffen: China dominiert weltweite Rohstoffproduktion

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat jetzt eine neue Studie zu den Vorkommen und der Produktion mineralischer Rohstoffe in 180 Staaten veröffentlicht. Dieser Ländervergleich gibt einen Überblick über die Reserven (technisch und wirtschaftlich gewinnbare Rohstoffe), Ressourcen sowie Bergwerks- und Raffinadeproduktion der verschiedenen Staaten nach Wert der Rohstoffe.
Demnach dominiert China den internationalen Vergleich. Das asiatische Land hat im Jahr 2010 Rohstoffe im Gesamtwert von etwa 118 Milliarden US-Dollar produziert (Rang 1). Der Wert der Raffinadeproduktion betrug sogar circa 625 Milliarden US-Dollar (Rang 1). Es folgt auf Rang 2 Brasilien vor Australien (Rang 3), der Russischen Föderation (Rang 4) und Chile (Rang 5).
Brasilien hat in 2010 Rohstoffe im Gesamtwert von rund 53 Milliarden US-Dollar gefördert (Rang 3). Die Raffinadeproduktion hatte einen Gesamtwert von circa 36 Milliarden US-Dollar (Rang 7). Beachtlich sind die brasilianischen Ressourcen. In diesem Ländervergleich belegt das südamerikanische Land Rang 1 vor Australien und Kanada. Dies ist vor allem auf die enormen Eisenerzvorkommen, aber auch auf die weltweit mit Abstand größten Niobressourcen zurückzuführen. Im gesamten Ländervergleich belegt Australien Rang 3. Das Land hat Rohstoffe im Gesamtwert von 86 Milliarden US-Dollar produziert (Rang 2). Die Raffinadeproduktion betrug jedoch nur etwa 24 Milliarden US-Dollar (Rang 12).
Hinter den fünf führenden Ländern folgen Kanada, die USA, Südafrika und Indien. Insgesamt 70 % der weltweit produzierten Metalle und Industrieminerale sowie Vorkommen stammen aus diesen neun Ländern.
Deutschland belegt im Ländervergleich hinter dem Iran und noch vor Argentinien Rang 16. Bei den Reserven, Ressourcen und der Bergbauproduktion (Rang 31, Rang 35, Rang 26) konnte sich Deutschland jeweils einen Platz im oberen Mittelfeld sichern. Ausschlaggebend dafür sind die Produktion von Kalisalz, Steinsalz, Kalk und Kaolin sowie kleinere Ressourcen an Kupfer im Kupferschiefer von Spremberg und Zinn im Erzgebirge. Bei der Raffinadeproduktion liegt Deutschland weltweit sogar auf Rang 8. Zu diesem Ergebnis trägt vor allem die Stahlproduktion bei. Aber auch Kupfer, Zement, Aluminium, Blei und Zink spielen eine entscheidende Rolle. Mehr.. --> Download Studie 


 dera
 (Quelle: Homepage BGR)

1177
3. FAB/DERA-Rohstoffgespräch in Zusammenarbeit mit der TU Bergakademie Freiberg und BEAK Consultants:Internationale Rohstoffpotenziale im Fokus von Industrie und Wissenschaft

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat am 17. und 18. Juni 2014 gemeinsam mit der Fachvereinigung Auslandsbergbau und internationale Rohstoffaktivitäten (FAB), dem Forschungs- und Lehrbergwerk der TU Bergakademie Freiberg und der BEAK Consultants GmbH Freiberg ein gemeinsames Rohstoffgespräch veranstaltet.
Auf der Veranstaltung im sächsischen Freiberg erörterten mehr als 60 Teilnehmer aus Unternehmen, wissenschaftlichen Instituten sowie Bundes- und Landesministerien gemeinsam aktuelle Themen der internationalen Rohstoffwirtschaft. Im Fokus standen dabei vor allem die Gewinnung, die Verarbeitung und der Handel mit mineralischen Rohstoffen sowie die derzeitigen Marktentwicklungen.
Geographisch lag der Schwerpunkt des Rohstoffgesprächs auf verschiedenen Ländern Afrikas, auf Südamerika und Südosteuropa. Die Betrachtung von Rohstoffpotenzialen durch Aufarbeitung von Bergbauhalden waren ebenso wie die Möglichkeiten der Optimierung der Rohstoffförderung unter Berücksichtigung von Umweltaspekten Gegenstand der Diskussionen.
Die Entwicklungen im Rohstoffsektor Sachsens wurden ebenfalls dargestellt und diskutiert. Das inhaltliche Spektrum der Veranstaltung wurde darüber hinaus durch Themen der Aus- und Weiterbildung sowie der Forschung im Bergbausektor, auch im Rahmen von internationalen Kooperationen, erweitert. Mehr... 



PM expedition
(Quelle: Homepage BGR) 

1176 
BGR-Wissenschaftler kehren von Manganknollen-Expedition zurück:Eine Million Tonnen Wertmetalle im Pazifik entdeckt

Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben kürzlich im deutschen Manganknollen-Lizenzgebiet im Zentralpazifik ein Vorkommen von rund 30 Millionen Tonnen Manganknollen entdeckt und untersucht. Die Förderung der darin enthaltenen Wertmetalle Nickel, Kupfer und Kobalt, deren Menge insgesamt rund 1 Million Tonnen umfasst, würde etwa 15 Jahre Tiefseebergbau ermöglichen, so ein Ergebnis der siebenwöchigen Forschungsfahrt mit dem US-amerikanischen Forschungsschiff „KILO MOANA“.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die meeresgeologische Arbeitsgruppe der BGR ein vergleichbares Vorkommen rund 30 Kilometer weiter nördlich entdeckt. „Unsere Ergebnisse zeigen erneut, dass Manganknollen eine vielversprechende Rohstoffquelle der Zukunft sind", erklärt BGR-Expeditionsleiter Dr. Carsten Rühlemann. Die Wissenschaftler hatten ein 1.500 km² großes Teilgebiet des insgesamt 75.000 km² großen Lizenzgebietes untersucht. „Neben diesem Areal gibt es noch mindestens sechs weitere ähnlich große und interessante Gebiete, die dicht mit Manganknollen belegt sind und ein großes Potenzial versprechen", so Rühlemann. Die Knollenfelder sollen auf weiteren Forschungskampagnen bis zum Jahr 2021 erkundet werden. Weiterhin sollen ausgewählte Flächen in diesen beiden prospektiven Gebieten detailliert kartiert werden, als Grundlage für einen möglichen zukünftigen Abbautest.
Zur Beurteilung der potenziellen Lagerstätten entnahmen die Meeresforscher Proben des Meeresbodens mit den darauf liegenden Manganknollen. Außerdem wurden mit einem Videoschlitten, der einige Meter über dem Meeresboden geschleppt wurde, mehrere Kilometer lange Profile gefahren. Auf den Foto- und Videoaufnahmen lassen sich die besonders knollenreichen Areale sehr gut identifizieren. Rühlemann: „Die Manganknollen in diesem neuen Gebiet sind sehr gleichförmig und meist 3–4 cm groß.“ Die Wertmetalle Nickel, Kupfer und Kobalt machen rund 3 % der Knollenmasse aus. Der Hauptbestandteil Mangan ist nur von untergeordnetem wirtschaftlichem Interesse.  Mehr... 

 

 power to gas
Konzeptskizze der
erweiterten "Power to Gas
to Power"-Technologie
(Graphk: B. Schöbel, GFZ)

1175
Patent erteilt: Anlage und Verfahren zur ökologischen Erzeugung und Speicherung von Strom

21.05.2014:Die Integration und Weiterentwicklung der Energieversorgung in Europa ist eine große Herausforderung für die kommenden Jahre. Die innovative Idee, für die dem GFZ ein Patent erteilt wurde, ist eine Erweiterung der „Power-to-Gas-to-Power“-Technologie, die auf einem geschlossenen Kohlendioxidkreislauf und einem Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk beruht.
Dabei werden Überschüsse aus Windenergie zur elektrolytischen Herstellung von Wasserstoff genutzt. Dieser reagiert mit CO2 aus der dynamischen CO2-Speicherung zu CH4, welches in einer zweiten geologischen Formation gespeichert wird. Das bei der Energieproduktion im Kraftwerk vor Ort aus CH4 entstehende CO2 wird abgeschieden und in den CO2-Speicher rückgeführt. So kann die regenerative Energieerzeugung auch betrieben werden, wenn der Energiebedarf unter dem Verbrauch liegt, während die gespeicherte Energie bei Bedarf wieder in das Stromnetz eingespeist werden kann, sobald der Energiebedarf die Produktion übersteigt. Patent-Nr. DE 10 2012 103 458
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(Quelle: Homepage GD NRW) 

1174 
Schweres Erdbeben in der nordöstlichen Ägäis

Am 24. Mai 2014 ereignete sich um 09.25 UTC (12:25 Uhr Ortszeit) in Griechenland ein schweres Erdbeben. Nach Angaben des Instituts für Geodynamik der Universität Athen (NOA) befand sich das Epizentrum in der nordöstlichen Ägäis, etwa 30 km südwestlich der Insel Samothraki. Der Wert für die Magnitude wird mit 6,3 (NOA) bzw. 6,9 (U.S. Geological Survey) angegeben.
Nach Medienangaben habe das Ereignis Panik bei der Bevölkerung ausgelöst, die zu Verletzten geführt habe. Es wird von leichten Gebäudeschäden berichtet. Das Ereignis sei in weitem Umkreis um das Epizentrum gespürt worden, besonders in ganz Griechenland, in der Türkei, Bulgarien und Zypern.
Auch an den Erdbebenstationen des Geologischen Dienstes NRW wurde das Ereignis deutlich registriert.Die Erdbeben in dieser Region sind auf ein komplexes Zusammenspiel der Bewegungen von Kontinentalplatten zurückzuführen. Die Bewegung an der Nordanatolischen Verwerfungszone im Norden der Türkei und die Subduktion der Afrikanischen Platte unter den Eurasischen Kontinent in einem Bogen vom Westen Griechenlands über Kreta führt zusammen mit weiteren Einflüssen zu einer gesonderten Rotationsbewegung der Ägäis-Region. Diese verläuft nicht gleichförmig, so dass sich die so aufgebauten Spannungen auch über teilweise starke Erdbeben abbauen können. Mehr... 

 

 

(Quelle: Homepage GEOMAR) 

1173
Wird das Christkind Dauergast? Klimawandel könnte für einen permanenten El Niño sorgen

Im Moment deuten viele Vorzeichen darauf hin, dass sich in den kommenden Monaten ein El Niño Ereignis entwickeln wird. Dies könnte im Zuge der zunehmenden Erderwärmung dauerhaft der Fall sein, auch wenn Beobachtungen der letzten Jahrzehnte bisher einen gegenläufigen Trend zeigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Vergleichsstudie, die ein internationales Forscherteam unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel durchgeführt hat. Die Ergebnisse sind in der internationalen Fachzeitschrift Climate Dynamics erschienen.
El Niño oder korrekter El Niño-Southern Oscillation (ENSO) ist die stärkste Klimaschwankung auf Zeitskalen von wenigen (2-7) Jahren. Den Namen erhielt das Phänomen durch peruanische Fischer, die häufig zur Weihnachtszeit (span. El Niño) eine starke Erwärmung des Ostpazifiks verbunden mit dem Ausbleiben von Fischschwärmen feststellten.  Heute weiß man, dass es dabei um ein gekoppeltes Phänomen zwischen Ozean und Atmosphäre handelt, die ozeanische Komponente El Niño, charakterisiert durch die Erwärmung des Zentral und Ostpazifiks und das atmosphärische Pendant Southern Oscillation, ein Maß für den Druckunterschied über dem Pazifik und Indischem Ozean. Während eines El Niño verlagert sich das normalerweise über dem indonesischen Raum liegende Gebiet mit tiefen Luftdruck nach Osten über den Pazifik, was Überschwemmungen im Ostpazifik und Dürre im Nordaustralien zur Folge hat.
Die von den Autoren analysierten Modellstudien aus dem sogenannten CMIP (Coupled Model Intercomparison Projekt) Projekt, mit den Klimaprojektionen für die Klimazustandsberichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gerechnet wurden, zeigen eine generelle Abschwächung und Ostwärtsverlagerung atmosphärischen, äquatorialen Zirkulationsmuster bis zum Jahr 2100, relativ zum mittleren Zustand der Jahre 1950-1979. Das Muster ähnelt einer schwachen, aber dauerhaften El Niño Situation.
Die Beobachtungen (ERA Interim Reanalyse 1979-2012) konnten diesen Trend allerdings bisher noch nicht bestätigen, sondern zeigen eine gegenteilige Entwicklung mit einer Westwärtsverlagerung und Verstärkung der atmosphärischen Zirkulation am Äquator. „Diesen vermeintlichen Widerspruch kann man durch interne Variabilität des Klimasystems erklären“, erläutert der Hauptautor der Studie, Tobias Bayr vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. „Wir halten es für sehr unwahrscheinlich, dass die Modelle die Entwicklung falsch vorhersagen, da für die verwendeten Analysen mehr als 36 verschiedene Modelle mit einer Vielzahl von Modellläufen verwendet wurden“, so Bayr weiter. Mit Hilfe des für die Studie verwendeten Analyseverfahrens (Multi-model Ensemble) können sehr zuverlässig robuste Signale aus einer Vielzahl von Experimenten extrahiert werden. „Und die deutliche Mehrheit der Modelle sagt voraus, dass wir durch die Klimaerwärmung am Ende dieses Jahrhunderts einen leichten mehr oder weniger dauerhaften El Niño Zustand bekommen werden“. Mehr... 

Bild links: Schematische Darstellung eines El Niño (Nach NOAA/PMEL, Quelle: Homepage GEOMAR). 


arktischer eisschild
(Quelle: Homepage AWI Bremerhaven) 
 

1172
Neue Studie belegt: Instabiler Antarktischer Eisschild hat in der Vergangenheit zum rasanten Meeresspiegelanstieg geführt

Der Antarktische Eisschild hat zum Ende der letzten Eiszeit in kurzer Zeit sehr viel Eis verloren und damit den Meeresspiegel weltweit rasant um mehrere Meter ansteigen lassen. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam in einer Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature veröffentlicht wird. Das Gemeinschaftsprojekt von Geologen und Klimawissenschaftlern belegt, dass ein instabiler antarktischer Eispanzer das Klima auf der Südhalbkugel schlagartig verändern kann und liefert gleichzeitig wichtige Hinweise dafür, wie sich der aktuelle Klimawandel auf die Eismassen am Südpol auswirken könnte.

Mit ihrer Studie liefern die Wissenschaftler den ersten Beweis dafür, dass der Massenverlust des Antarktischen Eisschildes wesentlich dazu beigetragen hat, dass der Meeresspiegel am Ende der letzten Eiszeit rasant anstieg. In dem Zeitraum vor 18.000 bis 9.000 Jahren kalbten antarktische Gletscher innerhalb weniger Jahrzehnte immer wieder ungewöhnlich viele und große Eisberge. Eine dieser Eisberg-Fluten war für die Wissenschaftler dabei von besonderem Interesse. Sie ereignete sich vor 14.600 Jahren und fällt somit genau in jenen Zeitraum, in dem der weltweite Meeresspiegel in weniger als 500 Jahren um bis zu 16 Meter anstieg. Die Hälfte dieses Anstiegs können die Wissenschaftler jetzt auf den plötzlichen Eismassenverlust in der Antarktis zurückführen.

Wie konnte es zu diesen schnellen Massenverlusten kommen? Um dies herauszufinden, untersuchte das Forscherteam unter der Leitung des Geologen Dr. Michael Weber von der Universität zu Köln zunächst zwei bis zu 50 Meter lange Sedimentkerne aus der Scotiasea, dem Meer zwischen den Falklandinseln und der Antarktischen Halbinsel. Es gilt als Hauptroute für treibende Eisberge und als ihre finale Station. „Die Eisberge tragen Geröll vom Festland in das offene Meer. Schmilzt das Eis, sinken die Steinchen zum Meeresgrund und lagern sich dort Schicht für Schicht ab. Anhand der Proben konnten wir also feststellen, zu welcher Zeit besonders viele Eisberge in diese Region getrieben sind“, erklärt Dr. Gerhard Kuhn, Geologe am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und Co-Autor der Studie. Mehr... 

 

 
award
(Quelle: Homepage RWE Dea)

1171
RWE Dea: Dokumentarfilm “The Breagh Story” gewinnt in Houston und Hamburg

Bei den Internationalen Filmfestspielen WorldFest 2014 in Houston gewann RWE Dea mit der Dokumentation „The Breagh Story“ Platin in der Kategorie Dokumentation. Zudem wurde der Film beim diesjährigen WorldMediaFestival in Hamburg in der Kategorie Energiethemen mit dem Silver Award ausgezeichnet.
Der Film dokumentiert eines der größten Projekte der RWE Dea – von der Exploration der Gasfündigkeit Breagh, über den Aufbau der Förderplattform bis zur ersten Gasförderung im Oktober 2013. „Breagh war zeitlich und technisch eines der anspruchsvollsten Projekte, das RWE Dea bisher durchgeführt hat“, erklärt Rene Pawel, Senior Vice President Production Europe RWE Dea AG. „Umso mehr freut es uns, dass die Dokumentation der erfolgreichen Projektumsetzung durch die Verleihung dieser Preise international geehrt wird“, so Rene Pawel.
Mit Breagh hat RWE Dea als Betriebsführer eines der größten noch zu erschließenden Erdgasfelder im britischen Teil der südlichen Nordsee in Produktion gebracht. Der Produktionsstart erfolgte im Oktober 2013, nur zwei Jahre nach Bewilligung des Projekts durch die britischen Behörden. Die Lagerstätte enthält geschätzte Gesamtreserven von 19,8 Milliarden Kubikmeter Erdgas.
Der Film über Breagh wurde von Myriad Global Media produziert. Das WorldMediaFestival, das im Jahr 2000 gegründet wurde, zeichnet herausragende Lösungen in den Bereichen Corporate Film, Television, Web, Web-TV und Print auf internationaler Ebene aus.
Die Internationalen Festspiele „WorldFest“ in Houston finden nunmehr im 47. Jahr statt. Zur Liste der früheren Gewinner gehören auch Top-Regisseure wie Steven Spielberg, George Lucas und Ang Lee. Mehr... 

 

 
rwe
(Quelle: Homepage RWE Dea)

1170
RWE Dea Norge schließt Bestätigungsbohrung in Lizenz PL420 (Titan) ab

RWE Dea Norge AS, Betriebsführer in der Förderlizenz PL420, steht vor dem Abschluss der Bestätigungsbohrung 35/9-11-S sowie der Ablenkbohrung 35/9-11-A im Lizenzgebiet Titan, das etwa 16 Kilometer westlich des Gjøa-Feldes in der Nordsee liegt.
Die Bohrung wurde durchgeführt, um die Ausdehnung der Titan-Struktur nach Süden abzugrenzen und Messunsicherheiten hinsichtlich der Mächtigkeit und der Eigenschaften der Lagerstätte zu verringern. Mit der Bestätigungsbohrung stieß man in den Gesteinsschichten der Heather-Formation, der Brent-Formationsgruppe, der Drake-Formation, der Cook-Formation und der Statfjord-Formation auf Öl.
RWE Dea Norge hat für die Lagerstätte ein umfangreiches Messprogramm einschließlich Probenahmen durchgeführt, wozu auch fünf 5 hydraulische Bohrlochtests mittels Messonde am Kabel (sog. Mini DST) gehörten. „Durch die Bohrergebnisse lernen wir die geologischen Gegebenheiten in dem Gebiet noch besser kennen, was für die Erkundung des erweiterten Titan-Gebietes von Vorteil sein wird“, sagte Hugo Sandal, Managing Director RWE Dea Norge. „Die Bohrung wird vorübergehend verfüllt und stillgelegt, was uns eine Nutzung zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht. Wir weden die Titan-Struktur weiter gründlich bewerten”, so Sandal. Die Bohrung 35/9-11 A wurde von der Halbtaucher-Bohranlage Leiv Eiriksson durchgeführt und erreichte nach 3.795 Metern das Ziel in der Statfjord-Formation. Die Wassertiefe vor Ort beträgt 368 Meter.  Mehr...

 


wintershall
(Quelle: Homepage BGR)

1169
Wintershall: Norwegen ist unverzichtbar für europäische Energieversorgung.

So wichtig die Rolle der Erneuerbaren Energien ist – auch die Zukunft braucht Öl und Gas! „Sie bilden die Grundlage einer modernen, wettbewerbsfähigen Ökonomie. Und bei der sicheren Versorgung mit Öl und Gas spielt die Nordsee und insbesondere Norwegen eine Schlüsselrolle“, erklärte Wintershall-Vorstand Martin Bachmann jetzt in Bergen. Wintershall hatte Experten aus der Öl- und Gasindustrie in der norwegischen Küstenstadt zu einem „Power Lunch“ eingeladen.
„Europa muss seine Vorkommen noch besser nutzen und noch effizienter produzieren“, so Bachmann weiter: „Die heimische Förderung in der EU ist rückläufig. Gleichzeitig erwarten wir einen Anstieg der Importnachfrage um 100 Milliarden Kubikmeter bis 2030. Um die Energieversorgung auch in Zukunft zu garantieren, braucht die EU verlässliche Energiepartnerschaften. Hier ist Norwegen, als direkter Nachbar der EU, von größter Bedeutung. Denn Versorgungssicherheit beginnt immer vor der eigenen Haustür.“
In nur wenigen Jahren hat sich Wintershall Norge mit über 50 Lizenzen – davon mehr als die Hälfte als Betriebsführer – zu einem zentralen Player auf dem Norwegischen Kontinentalschelf entwickelt. Mit der Eröffnung des Büros in Bergen im Herbst 2013 ist das Unternehmen noch stärker an die Region gebunden. Bergen ist der zweite Standort in Norwegen nach Stavanger. Es war für Wintershall daher eine folgerichtige Wahl, das diesjährige Power Lunch erstmals in Bergen zu veranstalten.
Die informelle Expertenrunde brachte führende Vertreter aus Politik und Industrie aus der Region zusammen. Dabei standen Norwegens zentrale Rolle in der europäischen Energiearchitektur sowie die Pläne von Wintershall in der Region Bergen im Vordergrund. Hierzu sagte Bergens Bürgermeisterin Trude Drevland: „Für Bergen und die ganze Region hat die Öl- und Gasindustrie eine große Bedeutung. Mit Wintershall können wir ein international aktives Unternehmen begrüßen, das nicht nur für Erfolg, sondern auch für Nachhaltigkeit steht.“ Mehr...  

 


vietnam
(Quelle: Homepage BGR)

1168
Vietnam-Projekt erfolgreich abgeschlossen, 27.05.2014

Für das BGR-Grundwasserprojekt „Improvement of Groundwater Protection“ in Vietnam fand jetzt der Abschluss-Workshop statt. In Hanoi stellten Experten der BGR und der vietnamesischen Partnerbehörden im Beisein des vietnamesischen Umweltministers, Vertretern der Deutschen Botschaft und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die Ergebnisse vor. Für fünf Provinzen Vietnams lieferte das Projekt wichtige Grundlagen zur Verbesserung des Grundwasserschutzes. Dazu gehörten ein Grundwassermonitoring, Ausbildungsmaßnahmen in den Partnerbehörden sowie Informationen für die Bevölkerung. Mehr... 

 


bodenkarte
(Quelle: Homepage BGR) 

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BGR stellt neue Downloaddienste zu Bodenkarten bereit, 21.05.2014

Für die „Bodenübersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1 : 1 000 000“ (BÜK 1000 DE) sowie die Karte „Gehalte an organischer Substanz in Oberböden Deutschlands 1 : 1 000 000“ (HUMUS 1000 OB) stellt die BGR jetzt auch INSPIRE (Infrastructure for Spatial Information in the European Community)-konforme Downloaddienste als Atom-Feeds bereit. Es werden in Zukunft weitere Bodenkarten folgen. Der Feed kann abonniert werden.
Mit der INSPIRE-Richtlinie wird das Ziel verfolgt, eine gemeinsame europäische Geodateninfrastruktur aufzubauen. Diese europäische Richtlinie verpflichtet die geologischen Dienste der verschiedenen Länder, raumbezogene Daten zur Verfügung zu stellen. Mehr... 

Inspire: http://inspire.ec.europa.eu/

 


seismic
(Quelle: Homepage GEOMAR)

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Im fragilen Gleichgewicht - Deutsch-neuseeländisches Forscherteam entdeckt bisher unbekannte Methanvorkommen bei der Untersuchung von instabilen untermeerischen Hängen

Analog zu Erdrutschen im Gebirge formen submarine Hangrutschungen im Ozean die Kontinentalränder und können auch Naturgefahren wie Tsunamis verursachen. Hangrutschungen können vielfältige Ursachen haben und werden weltweit untersucht. Das Seegebiet vor der Ostküste Neuseelands ist dabei besonders bekannt für solche Ereignisse. Hier wurden Rutschungen mit Ausmaßen von bis zu 15 km Länge und 100 Metern Mächtigkeit beobachtet. Auf einer mehrwöchigen Expedition mit dem neuseeländischen Forschungsschiff RV TANGAROA haben deutsche und neuseeländische Wissenschaftler bei der Untersuchung der Hänge nun überraschend große Gashydrat- und Methanvorkommen entdeckt.
Ans andere Ende der Welt sind Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel vor rund vier Wochen aufgebrochen, um gemeinsam mit neuseeländischen Kollegen vom National Institute of Water and Atmospheric Research (NIWA) vor der Ostküste Neuseelands die Ursachen für Hangrutschungen zu untersuchen. Mehr... 

Bild links: 3D-Seismik des Meeresbodens vor der Ostküste Neuseelands. Deutlich zu erkennen große Ablagerungen von Hangrutschungen, aber auch Gasaustritte und freies Gas im Sediment (Grafik: Sebastian Krastel, Uni Kiel; Quelle: Homepage GEOMAR) 

 

 
ridge
(Quelle: Homepage Geomar)  

1165
Schiffsexpedition in die Erdgeschichte - GEOMAR-Forscher untersuchen vulkanisches Gebirge im Südatlantik

Am 14.05.2014 startete das deutsche Forschungsschiff SONNE unter Fahrtleitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel von Kapstadt aus zu einer fünfeinhalbwöchigen Expedition in den Südatlantik. Ziel ist es, den Vulkanismus in der Region sowie grundlegende Prozesse der Plattentektonik besser zu verstehen. Auf Oceanblogs.org berichten teilnehmende Wissenschaftler live von ihren Arbeiten.
Er ist fast dreimal so lang wie die Alpen und seine höchsten Berge können durchaus mit dem Mont Blanc konkurrieren – der Walvis-Rücken ist allein von seinen Ausmaßen her ein beeindruckendes Hochgebirge. Trotzdem ist er kaum bekannt, geschweige denn genau erforscht. Denn der Walvis-Rücken steht im Südatlantik. Von der Inselgruppe Tristan da Cunha erstreckt er sich 3000 Kilometer weit nach Nordosten bis vor die Küste Namibias. Selbst die höchsten Gipfel liegen 200 Meter unter der Wasseroberfläche. Die Tiefseeebene, auf der die Berge stehen, ist stellenweise mehr als 5000 Meter tief. Kein Wunder also, dass über den Walvis-Rücken wenig bekannt ist. „Dabei ist er wissenschaftlich hoch interessant, denn er kann uns Antworten auf einige zentrale Fragen zur Plattentektonik und zu Prozessen im Erdmantel geben“, sagt Prof. Dr. Kaj Hoernle vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Unter seiner Leitung startet das deutsche Forschungsschiff SONNE heute von Kapstadt aus zu einer fünfeinhalbwöchigen Expedition zum Walvis-Rücken. Neben Wissenschaftlern des GEOMARs sind Kolleginnen und Kollegen des Geological Survey of Namibia sowie des Museums für Naturkunde Berlin mit an Bord.
Interessant für die Geowissenschaftler ist der Walvis-Rücken, weil er in Namibia mit großflächigen vulkanischen Ablagerungen verbunden ist. Diese sogenannte „Etendeka-Flutbasaltprovinz“ ist wahrscheinlich entstanden, als vor etwa 130 Millionen Jahren ein vulkanischer Hotspot die heutigen Kontinente Afrika und Südamerika voneinander trennte. Am anderen Ende des Walvis-Rückens, mitten im Südatlantik, markiert die vulkanische Inselgruppe Tristan da Cunha den heutigen Standort dieses Hotspots. „Der Walvis-Rücken ist also wahrscheinlich die Spur dieses Hotspots, die er hinterlassen hat, während sich die Erdplatten über ihn hinwegbewegt haben“, erklärt der Vulkanologe Dr. Reinhard Werner vom GEOMAR. Solche Hotspotspuren gibt es weltweit mehrere. Ein bekanntes Beispiel sind die Hawaii-Inseln und die daran anschließende Emperor-Seamount-Kette, die sich bis nach Kamtschatka erstreckt. „Doch der Walvis-Rücken ist eine der wenigen Spuren, die mit einer Flutbasaltprovinz auf einem Kontinent verbunden ist“, ergänzt Dr. Werner. Deshalb sei er für die Rekonstruktion der Prozesse beim Aufbrechen eines Kontinents so wichtig. Mehr... 

Bild links: Der Walvis-Rücken bzw. Walvis Ridge erstreckt sich über 3000 Kilometer Länge im Südatlantik. Er ist das Ziel der Expedition SO233 mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE. Image reproduced from the GEBCO world map 2014, www.gebco.net (Quelle: Homepage GEOMAR)

 


algeria
(Quelle: Homepage BGR)  

1164
RWE Dea: Algerisches Erdgasprojekt Reggane Nord startet in die nächste Phase

Das Projektkonsortium um RWE Dea hat einen bedeutenden Auftrag über den Bau der Gasaufbereitungsanlage und der zugehörigen Infrastruktur für das Erdgasprojekt Reggane Nord in der algerischen Sahara vergeben. Der Auftrag umfasst ein Investitionsvolumen von 976 Millionen US-Dollar und stellt einen wichtigen Schritt für das Projekt dar. Der Vertrag über den Bau der Gasaufbereitungsanlage und der zugehörigen Infrastruktur, inklusive Sammelleitungssystem für das Erdgas und einer Export-Pipeline, wurde am Donnerstag von den Vertretern des Groupement Reggane, dem auch RWE Dea angehört, unterschrieben. Der Vertrag mit einem Auftragsvolumen von 976 Millionen US-Dollar wurde an das Unternehmen Petrofac International (UAE) LLC vergeben und sieht die Fertigstellung der Anlagen innerhalb von 36 Monaten vor. Nach Fertigstellung wird die Gasaufbereitungsanlage eine Verarbeitungskapazität von acht Millionen Kubikmetern Gas pro Tag bereitstellen können.
Dem Groupement Reggane gehören neben der RWE Dea AG, die mit 19,5 % beteiligt ist, das algerische Unternehmen Sonatrach (40 %) sowie die spanische Repsol (Betriebsführer mit 29,2 5%) und die italienische Edison (11,25 %) an. Mehr... 

 

 Geomar
(Quelle: Homepage GEOMAR) 
1163
Das Rote Meer – Doch ein Ozean wie alle anderen GEOMAR-Forscher präzisieren Modelle zur Geburt des jüngsten Weltmeeres

Eigentlich ist das Rote Meer ein ideales Studienobjekt für Meeresgeologen. Denn dort können sie die Entstehung eines Ozeans in der Frühphase beobachten. Doch ausgerechnet das Rote Meer schien einen anderen Geburtsprozess zu durchlaufen als andere Ozeane. Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und der King Abdulaziz University in Jeddah konnten jetzt zeigen, dass Salzgletscher die bisherigen Modelle verfälscht haben. Die Studie ist in der internationalen Fachzeitschrift „Earth and Planetary Science Letters“ erschienen.
Pazifik, Atlantik und Indischer Ozean, dazwischen die Landmassen von Amerika, Europa, Asien, Afrika und Australien – so kennen wir unsere Erde. Aus Geologen-Sicht ist das jedoch nur eine Momentaufnahme. Im Laufe der Erdgeschichte haben sich zahlreiche, unterschiedliche Kontinente gebildet und wurden wieder gespalten. Dazwischen entstanden Ozeane, neuer Meeresboden hat sich gebildet und ist wieder verschwunden. Plattentektonik ist der Oberbegriff für diese Prozesse.
Das Rote Meer, wo sich aktuell die Arabische Halbinsel von Afrika trennt, ist einer der wenigen Orte der Erde, an dem die Spaltung eines Kontinents und die Entstehung eines Ozeans derzeit zu beobachten sind. Während eines dreijährigen Gemeinschaftsprojektes, dem Jeddah Transect Project (JTP), haben Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und der King Abdulaziz Universität (KAU) in Jeddah (Saudi Arabien) diesen Riss in der Erdkruste mit Hilfe von Meeresbodenkartierungen, Probennahmen und magnetischer Modellierung genau unter die Lupe genommen. „Die Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die frühen Stadien ozeanischer Becken und ändern im Speziellen die Lehrmeinung über das Rote Meer“ sagt Dr. Nico Augustin vom GEOMAR, Erstautor der aktuellen Studie. Sie wurde jetzt in der Fachzeitschrift „Earth and Planetary Science Letters“ veröffentlicht.
Bild links: Schematische Darstellung vom Aufbrechen des Roten Meers. Salzgletscher schoben sich stellenweise über den Riss und verdecken noch heute teilweise den durchgehenden Grabenbruch (Grafik: N. Augustin, GEOMAR). Mehr... 

 

black smoker
(Quelle: Homepage GEOMAR) 

1162
Wie produktiv sind die Erzfabriken der Tiefsee? GEOMAR-Forscher zeigen in „Nature“ die Nachschubwege der Schwarzen Raucher

Hydrothermalquellen in der Tiefsee, auch „Schwarze Raucher” genannt, sind faszinierende geologische Formationen. Sie beherbergen einzigartige Ökosysteme, sind aber auch potenzielle Rohstofflieferanten der Zukunft. Sie werden von vulkanischen „Kraftwerken“ im Meeresboden angetrieben und setzen Energien frei, die den Bedarf einer Kleinstadt decken könnten. Aber wie genau holen sie diese Energie aus dem Vulkangestein heraus? Forschern des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel ist es jetzt in Computer-Simulationen gelungen, die Nachschubwege im Untergrund nachzuvollziehen. Die Studie erscheint in der internationalen Fachzeitschrift „Nature“.
Rund zehn Jahre nach der ersten Mondlandung gelang Wissenschaftlern auf der Erde eine Entdeckung, die bewies, dass auch unser Heimatplanet noch viele Überraschungen für uns bereithält. Durch die Bullaugen des Tauchboots ALVIN sahen amerikanische Forscher 1979 am Boden des Pazifiks erstmals meterhohe Schlote, aus denen über 300 Grad heißes, mit Mineralien gesättigtes, schwarzes Wasser schoss. Mittlerweile wissen wir: Diese „Schwarzen Raucher“, auch Hydrothermalquellen genannt, existieren in allen Ozeanen. Sie treten entlang von Erdplattengrenzen an den untermeerischen Vulkanketten auf. Doch bis heute sind viele Details dieser Systeme ungeklärt.
Eine Frage, die schon lange intensiv in der Forschung diskutiert wird, lautet: Wo und wie tief dringt Wasser in den Meeresboden ein, um Wärme und Mineralien aufzunehmen, bevor es den Meeresboden an Hydrothermalquellen wieder verlässt? Dies ist sowohl für die Kühlung der Unterwasservulkane als auch für die aufgenommene Stoffmenge von enormer Wichtigkeit. Mit Hilfe eines aufwendigen 3-D-Computermodells konnten Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel jetzt die Wege des Wassers zu den Schwarzen Rauchern nachvollziehen. Die Studie erscheint in der aktuellen Ausgabe der weltweit renommierten Fachzeitschrift „Nature“.  Mehr...

Bild links: Visualisierung des Computer-Modells. Deutlich zu sehen die Nachschubwege der Hydrothermalquellen am mittelozeanischen Rücken. Die Pfeile deuten die Bewegungsrichtungen der Erdplatten an der Plattengrenze an (Grafik: J. Hasenclever, GEOMAR). 

 


seis online
  (Quelle: Homepage BGR) 

1161
BGR registriert leichtes Erdbeben bei Syke

Bei Syke im Landkreis Diepholz in Niedersachsen ereignete sich heute (01.05.2014) um 10:30 Uhr MESZ ein leichtes Erdbeben mit der Lokalmagnitude 3,1 (ML). Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) registrierte das Erdbeben mit ihren hochempfindlichen seismischen Stationen, die sie gemeinsam mit geophysikalischen Forschungs- und Hochschuleinrichtungen in ganz Deutschland betreibt. Das Erdbeben wurde von mehreren Anwohnern wahrgenommen. Zur Ursache des seismischen Ereignisses können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Angaben gemacht werden. Dazu sind noch weitere umfangreiche Auswertungen erforderlich.
Das Epizentrum (Ort des Erdbebens) liegt etwa 5 km südwestlich von Syke. Am 15. Juli 2005 ereignete sich im selben Gebiet bereits ein Erdbeben mit einer Lokalmagnitude von 3,8 (ML).
Die BGR überwacht als nationaler seismologischer Dienst die Erdbebentätigkeit in Deutschland und der Welt.
Vorläufige Daten des Erdbebens
DATUM: 01.05.2014
HERDZEIT: 10:29:59 Uhr Ortszeit
EPIZENTRUM BREITE: 52,89º Nord
LÄNGE: 8,78º Ost
MAGNITUDE: ML = 3,1
REGION: Landkreis Diepholz (Niedersachsen)
Seismische Ereignisse der letzten 12 Monate in Deutschland 
Bildunterschrift: (Quelle: Homepage BGR) 

 

 dera wolfram
(Quelle: Homepage BGR) 

1160
Neue DERA-Studie: Handelshemmnisse beschränken sichere Versorgung mit Wolfram

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) kommt in einer neuen Studie zu dem Ergebnis, dass auch mittelfristig mit einem weltweiten Angebotsdefizit bei Wolfram zu rechnen ist. Der Metallrohstoff gehört zu den von der EU als potenziell „kritisch“ eingestuften mineralischen Rohstoffen. Wichtige Anwendungsbereiche von Wolfram sind Hartmetallwerkzeuge, Stahl- und Superlegierungen, Halbzeug (z. B. Glühdrähte, Elektrodenmaterial) und Chemikalien.
Trotz vermehrtem Recycling sowie dem Bau neuer Bergwerke und zusätzlicher Aufbereitungskapazitäten u. a. in Vietnam, Australien, Großbritannien und Spanien bleibt weiterhin eine hohe Angebotskonzentration auf China bestehen, lautet das Fazit der DERA-Studie „Rohstoffrisikobewertung – Wolfram“. Mit über 80 % der globalen Bergwerksförderung ist China der weltweit wichtigste Wolframproduzent. Neben der Erhebung von Exportzöllen hält China weiterhin an Exportquoten auf Wolframzwischenprodukte fest. Der Export von Wolframerz und -konzentrat ist gänzlich verboten. Begründet werden die Exportbeschränkungen mit dem Schutz von Ressourcen und Umwelt. Das führt dazu, dass eine sichere Versorgung mit Wolfram auch in naher Zukunft nicht gewährleistet ist.
Im März 2012 haben die EU, die USA und Japan gemeinsam ein Streitbeilegungsverfahren gegen Chinas Exportbeschränkungen, Ausfuhrzölle und den eingeschränkten Zugang für ausländische Firmen zu Wolfram, Molybdän und Seltenen Erden beantragt. Am 26. März 2014 hat die Welthandelsorganisation (WTO) der Klage stattgegeben. Die entsprechenden Exportbeschränkungen verletzten sowohl die WTO-Regeln als auch die mit der WTO-Mitgliedschaft verbundenen Verpflichtungen zur Einhaltung der internationalen Handelsregeln. China kann nun innerhalb von 60 Tagen Einspruch einlegen, über den die Einspruchsbehörde der WTO innerhalb von drei Monaten entscheiden muss. Mehr...  
Download Studie >>> 

 

 d-aero
(Quelle: Homepage BGR) 

1159
Hubschrauber-Messkampagne an der Nordsee: BGR kartiert Untergrund der Küstenregion aus der Luft

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt vom 28. April bis zum 28. Mai 2014 an der Nordseeküste westlich und südlich vom Jadebusen aerogeophysikalische Messflüge durch. Dabei wird eine 10 Meter lange Elektromagnetik-Sonde eingesetzt, die vom BGR-Hubschrauber „Sikorsky S-76B“ an einem Kabel in 40 Meter Höhe über den Boden geschleppt wird. Mit der Flugsonde kartieren die Geowissenschaftler den Untergrund – insbesondere die Süß- und Salzwasservorkommen – bis in eine Tiefe von 100 Metern und messen das Geomagnetfeld sowie die Oberflächenstrahlung der Erde.
Der BGR-Hubschrauber und die Elektromagnetik-Sonde sind dafür mit speziellen Sende- und Empfangssystemen ausgestattet. Ein Magnetometer in der Sonde nimmt Daten auf, die Aufschluss über die geologische Struktur des Geländes geben, ein Gammastrahlenspektrometer erfasst die Deckschichtbeschaffenheit und ein Laser-Höhenmesser bestimmt die Topographie unter der Flugstrecke. Zudem geben die elektromagnetischen Messdaten Aufschluss über die Leitfähigkeitsstruktur im Untergrund. So können z.B. Trink-, Brack- und Salzwasser aufgrund der verschiedenen Leitfähigkeiten unterschieden werden. Insgesamt dienen die erfassten Daten der Erkundung des Bodens, der Grundwasserleiter und der natürlichen Versalzungsstrukturen.
Die Befliegung westlich und südlich vom Jadebusen ist Teil des D-AERO-Projektes der BGR, das vom Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und dem Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG) im GEOZENTRUM Hannover begleitet wird. Es fanden bereits zwischen 1985 und 2010 Messflüge an der Nordsee statt (siehe Karte links). Das aktuelle Messgebiet Jever (Nr. 133) und das noch ausstehende Gebiet Varel (Nr. 139) schließen die Lücke zwischen den Messgebieten Esens (Nr. 129) und Nordenham (Nr. 138). Die Messflüge werden vom Flugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel aus durchgeführt. Mehr... 

 

 Mangan
(Quelle: Homepage BGR)

1158
Expedition in den Pazifik: BGR setzt Untersuchung der Manganknollen-Gebiete fort

Eine Gruppe von neun Wissenschaftlern der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) brach Mitte April von Honolulu (Hawaii) zu einer 42-tägigen Expedition mit dem amerikanischen Forschungsschiff "Kilo Moana" auf. Ihr Ziel ist der Manganknollengürtel im Zentralpazifik zwischen Hawaii und Mexiko. Die Meeresforscher aus Hannover werden dort im Auftrag der Bundesregierung das deutsche Lizenzgebiet zur Exploration von Manganknollen erkunden. Für die BGR-Wissenschaftler ist es bereits die sechste Fahrt in das Lizenzgebiet. Grundlage dafür ist ein im Jahr 2006 zwischen der Internationalen Meeresbodenbehörde und der BGR geschlossener Vertrag, der Deutschland das exklusive Recht gibt, auf einem Meeresareal von 75.000 km2 Größe in rund 5.000 Meter Tiefe 15 Jahre lang den Bestand der metallreichen Manganknollen zu erfassen.
Auf dieser Forschungskampagne werden drei wirtschaftlich interessante Teilgebiete von jeweils rund 1500 km2 detailliert untersucht. „Uns interessieren jetzt die Bereiche des Meeresbodens mit der höchsten Knollenkonzentration sowie der günstigsten Topographie“, so BGR-Fahrtleiter Dr. Carsten Rühlemann. Zur Beurteilung dieser potentiellen Lagerstätten, die sehr hohe Knollenkonzentrationen aufweisen, werden Proben des Meeresbodens mit den darauf liegenden Knollen entnommen. Außerdem werden mit einem Videoschlitten, der einige Meter über dem Meeresboden geschleppt wird, mehrere Kilometer lange Profile gefahren. Auf den Foto- und Videoaufnahmen lassen sich die besonders knollenreichen Areale sehr gut identifizieren. Mehr... 

 

 egypt
(Quelle: Homepage RWE Dea) 

1157
RWE Dea Egypt erreicht vorläufiges Förderziel beim Erdgasprojekt Disouq

RWE Dea hat die Feldesentwicklungsbohrung North West Khilala-1-4 (NWK-1-4) erfolgreich an die Produktion angeschlossen. Mit dieser Bohrung hat das Unternehmen sein vorläufiges Förderziel für das Erdgasprojekt Disouq im ägyptischen Nildelta erreicht. Zusätzliche Bohrungen und die Inbetriebnahme der Gasaufbereitungsanlage Disouq Central Treatment Plant im späteren Verlauf des Jahres werden zu einer weiteren Steigerung der Förderung beitragen.RWE Dea hat die Einbindung und Inproduktionsnahme der Feldesentwicklungsbohrung NWK-1-4 bestätigt. Die Bohrung wurde im März zur Abgrenzung des nordwestlichen Teils des Feldes North-West-Khilala (NWK) durchgeführt. Tests wiesen für die Bohrung eine Flussrate von 450.000 Standardkubikmetern Gas pro Tag nach. NWK-1-4 ist die vierte Bohrung, die RWE Dea im Rahmen des Erdgasprojekts Disouq im ägyptischen Nildelta in die Produktion eingebunden hat. Mehr... 



 Hochwasser Meissen

1156
Wie teuer sind Naturgefahren?

25. 04. 2014: Die Schäden durch Naturgefahren sind auf historisch hohem Niveau und zeigen einen ansteigenden Trend. Die Abschätzung der Kosten von Naturkatastrophen decken allerdings häufig nur die direkten Kosten ab, und selbst von diesen wird vermutet, dass sie mindestens 50% höher sind, als internationale Schätzungen angeben. Neben den direkten Schäden sind auch indirekte Schäden relevant. Beispielsweise hat das Hochwasser in Thailand 2011 zur Schließung vieler Fabriken geführt und global die Automobil- und Elektronikindustrie geschädigt. Eine verbesserte Vorsorge setzt aber eine bessere Kenntnis der gesamten Kosten voraus, die neben den Schäden auch die Kosten der  Risikominderung  umfassen. Nur so lässt sich  ein effizientes Risikomanagement von Naturereignissen erreichen.
Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern hat nun unter der Federführung von Heidi Kreibich (Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ) erstmals eine integrierte Kostenabschätzungen im Risikomanagement vorgeschlagen. In der aktuellen Ausgabe von „nature climate change” formuliert die Gruppe einen neuen Kostenabschätzungskreislauf. „Kosten-Nutzen Analysen, welche bestimmte Kostenkategorien ausschließen, führen zu suboptimalen Entscheidungen,“ erläutert Heidi Kreibich den Ansatz, „Der Kostenabschätzungskreislauf beinhaltet das kontinuierliche Beobachten der Kosten, die mit Naturgefahren und deren Management zusammenhängen, was das schnelle Erkennen von ineffizienten Risikomanagementstrategien ermöglicht.“ Eine enge Verknüpfung der beiden Kreisläufe von Kostenabschätzung und dem Risikomanagement ergibt eine verbesserte Abschätzung der wirklichen Kosten und somit eine stabile Basis für eine verbesserte Entscheidungsunterstützung im Risikomanagement. Die Möglichkeit bessere, effizientere Entscheidungen für das Risikomanagement von Naturgefahren zu treffen, wird in Anbetracht des globalen Wandels immer wichtiger. (Quelle: GFZ) Mehr...




nazca gfz
Seismische Lücke bei
Iquique, Nordchile (Abb.
GFZ); Alle Zeiten in UTC.
Grüne Sterne:
Hauptbeben und stärkstes
Nachbeben - Grüne Punkte:
Nachbeben der ersten
beiden Tage nach dem
Hauptereignis
- BB: Breitband-Seismometer,
SM: Strong Motion-
Accelerometer - Quadrate:
permanente seismische
Stationen (Quelle: GFZ)
 

1155
Seismische Lücke noch nicht geschlossen / Bevorstehender Einsatz von Wissenschaftlern

04.04.2014| Potsdam: Nach dem starken Erdbeben in Chile vom 02. April (MESZ) haben zahlreiche Nachbeben mit teilweise beträchtlicher Stärke die Region um Iquique heimgesucht. Seismologen des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ warnen vor der Annahme, dass mit dem Starkbeben die dortige seismische Lücke geschlossen wurde und das Erdbebenrisiko vor Ort sich verringert habe. Im Gegenteil zeigen erste Untersuchungen des Bruchprozesses und der Nachbeben, dass lediglich etwa ein Drittel der gefährdeten Zone durchbrochen ist.
Die seismische Lücke von Iquique wird so genannt, weil dort ein starkes Beben erwartet wird. Südamerikas Westküste wird durch den Zusammenstoß der pazifischen Nazca-Platte mit der Südamerikanischen Platte geprägt. „In einem untermeerischen Graben entlang der Küste taucht der Pazifikboden unter den Kontinent und baut dabei Spannung auf, die sich durch Erdbeben entlädt,“ erklärt Professor Onno Oncken vom GFZ. „Im Verlauf von rund 150 Jahren bricht dabei der gesamte Plattenrand vom Süden in Patagonien bis nach Panama im Norden mit großen Erdbeben einmal komplett durch.“ Dieser Zyklus ist auch bereits durchlaufen – mit der Ausnahme eines letzten Segments westlich von Iquique in Nordchile. Das starke Erdbeben vom 02. April fand, wie erwartet, genau in dieser seismischen Lücke statt. Mehr...  

 


awi meer
(Quelle: AWI)

1154
AWI-Forscher entschlüsseln Klimaparadox aus dem Miozän: Wachstum des antarktischen Eisschildes löste Erwärmung im Südozean aus

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), haben in aufwendigen Modellrechnungen ein vermeintliches Klimaparadox aus dem Miozän-Erdzeitalter entschlüsselt. Als vor rund 14 Millionen Jahren der antarktische Eispanzer zu heutiger Größe heranwuchs, wurde es nicht überall kälter auf der Erde, sondern regional auch wärmer. Ein physikalischer Widerspruch? Nein, wie die AWI-Experten nun herausfanden, löste das Eisschildwachstum auf dem antarktischen Kontinent Wind-, Strömungs- und Meereisveränderungen im Südpolarmeer aus, welche am Ende zu den vermeintlich gegensätzlichen Entwicklungen führten. Das berichten die Wissenschaftler in einer neuen Studie, die online im Fachmagazin Nature Geoscience erschienen ist.

Der Eispanzer der Antarktis ist aus erdgeschichtlicher Perspektive betrachtet noch relativ jung. Wie Klimaforscher aus Sedimentproben und Foraminiferen-Kalkschalen wissen, wuchs der Eisschild vor rund 14 Millionen Jahren auf seine heutige Größe heran. Gleichzeitig stieg damals die Oberflächentemperatur des Südozeans um bis zu drei Grad Celsius an – eine scheinbar widersprüchliche Entwicklung, für die Klimawissenschaftler lange Zeit keine schlüssige Erklärung hatten.
„Wenn man sich vorstellt, dass der antarktische Eispanzer in einem Zeitraum von 100 000 Jahren auf seine heutige Größe anwuchs, liegt die Vermutung nahe, dass in dieser Wachstumsperiode sich selbst verstärkende Klimaprozesse einsetzten, die diese Abkühlung weiter vorantrieben. Man könnte zum Beispiel annehmen, dass der größer werdende Eisschild mehr und mehr Sonnenenergie in das Weltall zurückstrahlte, weswegen die Luft über dem Kontinent kälter wurde und es starke ablandige Winde gab, die über das Meer fegten, das Wasser abkühlten und jede Menge Meereis entstehen ließen. Unsere Klimadaten jedoch zeichnen ein anderes Bild“, sagt AWI-Klimaforscher Dr. Gregor Knorr.
Bild links: Der Südozean. Als vor 14 Millionen Jahren der Antarktische Eispanzer zu seiner aktuellen Größe heranwuchs, erwärmte sich das Oberflächenwasser des Südozeans (Foto: Frank Rödel, AWI Bremerhaven) Mehr... 

 

 
bgr pakistan
 (Quelle: Homepage BGR)

1153
BGR unterstützt Pakistan beim Thema Georisiken

Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit mit Pakistan veranstalteten der Geologische Dienst von Pakistan (GSP) und die BGR am 2. April 2014 in Islamabad ein Nationales Forum zum Thema „Geosciences and Disaster Risk Reduction“. Ziel der Veranstaltung war ein Austausch über Beiträge und Mandate fachlich-technischer Behörden und Institutionen zum Katastrophenmanagement in Pakistan. Zur Eröffnung der Konferenz sprach Jam Kamal Khan, Staatsminister für Erdöl und Natürliche Ressourcen der Islamischen Republik Pakistan.
In einem hochrangig besetzten Panel diskutierten unter anderen der Generaldirektor des GSP (Dr. Imran Khan), der Direktor für Disaster-Risk Reduction der Nationalen Katastrophenschutzbehörde Pakistans (Idrees Mahsud), der Kommunalbeauftragte des Distrikts Mansehra als Vertreter einer von wiederkehrenden Naturkatastrophen betroffenen Region (Zulfiqar Shah) sowie der Präsident der BGR (Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel) über die Notwendigkeit eines systematischen Datenaustausches über Gefährdungen durch Erdbeben, Überflutungen und Massenbewegungen. Dabei wurden die Erfahrungen der BGR/GSP-Projektarbeit zur Bewertung von Geogefahren in Nord-Pakistan eingebunden. Mehr... 


wintershall
(Quelle: Homepage
Wintershall)  

1152
Wintershall präsentiert EOR-Technologien auf der „Oil and Gas West Asia“

Wintershall-Experten geben in Maskat Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte für verbesserte Förderung von Öl und Gas
Wintershall stellt ab heute bei der „Oil and Gas West Asia 2014“ (OGWA) in Maskat, Oman, aktuelle Technologien vor, die eine effizientere Förderung von Erdöl und Erdgas ermöglichen. Auch aus weitgehend erschlossenen, reiferen Rohstoffvorkommen. Im Rahmen der die Messe begleitenden Fachkonferenz „SPE EOR Conference“ in Maskat präsentieren gleich mehrere Wintershall-Experten aktuelle Projekte aus der Wintershall-Forschung. Auf der Konferenz diskutieren Experten, Wissenschaftler und Entscheidungsträger aus aller Welt an drei Tagen neueste Entwicklungen, Initiativen und Technologien im Bereich einer verbesserten Öl- und Gasförderung.
Der Schwerpunkt der Konferenz macht deutlich: Lösungen für eine effizientere Nutzung der Öl- und Gasvorkommen sind auch in Middle East zunehmend gefragt. Dies liegt zum einen am rasant wachsenden Energiebedarf in den Ländern der Region – laut aktuellem World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur (IEA) soll sich Middle East bis 2035 zur Region mit dem weltweit drittgrößten Öl-Bedarf entwickeln. Zum anderen sind die Vorkommen in der Golfregion immer schwieriger zu fördern. „Die Zeit der leicht erschließbaren Vorkommen ist vorbei – speziell auch in Middle East“, so Martin Bachmann, der als Wintershall-Vorstand die Bereiche Produktion und Exploration verantwortet. „Darum sind wir bei Wintershall offen für neue Kooperationen, in die wir unsere Expertise bei der Entwicklung technisch anspruchsvoller Felder einbringen können.“ Wintershall liegt damit im Trend. Laut aktuellem IEA-Bericht ließe sich weltweit bei einer Steigerung der Förderrate durch EOR-Maßnahmen um 10 Prozent bei vorhandenen Ressourcen von insgesamt 10.000 Milliarden Barrel ein Potenzial von 1.000 Milliarden Barrel schätzen. Das wäre das Vierfache der Reserven in Saudi-Arabien. Mehr... 



Erdbeben Chile
(Quelle: Homepage GD NRW) 

1151 
Serie starker Erdbeben vor der Küste Chiles

Am 1. April 2014 ereignete sich um 23.46 UTC (18:46 Uhr Ortszeit) ein schweres Erdbeben vor der Küste Chiles. Das Epizentrum lag etwa 100 km nordwestlich der nordchilenischen Stadt Iquique. Nach Angaben des U.S. Geological Survey (USGS) betrug die Magnitude des Ereignisses 8,2. Nach Medienberichten seien 6 Menschen ums Leben gekommen, mehrere seien schwer verletzt worden. Das Beben habe einen Tsunami ausgelöst mit einer Wellenhöhe von etwa 2 m an der Küste von Nordchile.
Dem stärksten Beben folgte eine Serie von teils schweren Nachbeben. Darunter auch ein Ereignis am 3. April, 02.43 UTC (23:43 Uhr Ortszeit) mit einer Magnitude von 7,6.
Das stärkeren Beben wurden auch an den Erdbebenstationen des Geologischen Dienstes NRW in Nordrhein-Westfalen registriert. Jeweils etwa 14 Minuten nach den Ereignissen in Chile wird die Ankunft der ersten seismischen Wellen an den Messstationen verzeichnet.
Der Erdbebenherde dieser Serie liegen auf der Grenzfläche zwischen Nazca- und Südamerikanischer Platte. Diese tektonischen Einheiten bewegen sich relativ mit einer Geschwindigkeit von etwa 6,5 cm pro Jahr auf einander zu. Durch diesen Prozess werden Spannungen aufgebaut, die sich in Form von teilweise schweren Erdbeben wieder lösen können. Mehr...

 



(Quelle. Homepage GD NRW) 

1150
Magische Steine - Ausstellung im Foyer des Geologischen Dienstes NRW

 Steine besitzen eine magische Anziehungskraft. Als Werkzeug, als Waffe oder als Schmuck, bereits in prähistorischen Zeiten hat sich der Mensch dem Zauber von Steinen nicht entziehen können. Das ist auch heute noch so, wie wir aus eigener Erfahrung immer wieder feststellen können. Wer hat nicht selbst schon schöne Steine am Flussufer gesammelt, Findlinge fotografiert, oder Fossilien gesammelt und auf die Fensterbank gelegt?
Die Fotoausstellung „Magische Steine“ zeigt vom 3. April – 22. Juni 2014 die Poesie und Schönheit von Steinen aus dem Blickwinkel der Geowissenschaften. Mit Fotos, die Geowissenschaftler des Bayerischen Landesamtes für Umwelt bei ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit und auf Reisen erstellt haben, wird die Schönheit der versteinerten Natur erlebbar.
Die Ausstellung zeigt ästhetisch herausragende Fotografien – und regt so zum Nachmachen an. Zur Ausstellung ist eine Begleitbroschüre erschienen, die Fotos sind als Postkartensatz erhältlich. Mehr... 

 



Zentrum für TiefenGeo-
thermie/ Oberflächennahe
Geothermie in Celle (Foto: GeoZentrum Hannover)


1149
HANNOVER MESSE 2014:GEOZENTRUM stellt aktuelle Geothermie-Lösungen vor

Die Erdwärme-Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie des Leibniz-Institutes für Angewandte Geophysik (LIAG) aus dem GEOZENTRUM Hannover präsentieren gemeinsam die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse der oberflächennahen und der tiefen Geothermie in Niedersachsen. Auf dem Gemeinschaftsstand „Energie und Mobilität aus Niedersachsen“ (Halle 27, Stand E50) werden aktuelle Projekte vorgestellt und anhand von zwei Exponaten die Nutzungsmöglichkeiten der tiefen und oberflächennahen Geothermie aufgezeigt. Darüber hinaus können sich interessierte Besucher zu den Informationsangeboten des Geozentrums im Internet beraten lassen, beispielsweise zum Geothermischen Informationssystem GeotIS oder zum Auskunftssystem zur Erdwärmenutzung „Geothermie – geht das bei mir?“
Die HANNOVER MESSE 2014 hat mit den Themen Energy, lndustrialGreenTec und Research & Technology (u. a.) auch einen Schwerpunkt im Bereich der erneuerbaren Energien gebildet. Mit Blick auf die Energiewende und eine klimafreundliche und nachhaltige Gestaltung zukünftiger Mobilität haben die Niedersächsischen Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie Wissenschaft und Kultur den Gemeinschaftsstand „Energie und Mobilität aus Niedersachsen“ initiiert. 26 Unternehmen und Institutionen aus den Bereichen (Elektro-)Mobilität, Windkraft, Solarenergie, Bioenergie, Geothermie, Energiemanagement sowie Energiespeicher/-systeme nutzen die Gelegenheit, ihr Wissen und ihre Kompetenz in den jeweiligen Themen zu präsentieren – so auch die drei Einrichtungen des GEOZENTRUMs BGR, LBEG und LIAG.
Die drei Institutionen im GEOZENTRUM bündeln ihr Wissen: Die BGR ist führender Partner in der nationalen und internationalen Geothermie-Beratung sowie in der operativen Umsetzung. Das LBEG ist für die bergrechtliche Begleitung und Beratung von Projekten der tiefen Geothermie zuständig und stellt über Internetanwendungen Daten für die Nutzung oberflächennaher Geothermie in Niedersachsen zur Verfügung. Das LIAG ist eine Forschungseinrichtung mit langjähriger Erfahrung bei der Erkundung tiefer geothermischer Ressourcen und Entwicklung entsprechender Nutzungskonzepte.
Erdwärme (Geothermie) ist eine praktisch unerschöpfliche Energiequelle, die jederzeit und überall vorhanden ist. Die Wärme aus dem Erdinneren lässt sich auf viele Arten für die Energiegewinnung nutzen. Mit Erdwärmepumpen können Gebäude umweltfreundlich und kostengünstig beheizt werden. In Niedersachsen nutzen bereits mehr als 10 000 Hauseigentümer diese Energiequelle. Mit tiefer Geothermie werden ganze Gemeinden mit Fernwärme und zum Teil auch mit Strom versorgt. Mehr... 

 


investors guide
(Quelle: Homepage BGR)

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Handbuch für Investoren: Neue Rohstoffpotenziale in Südafrika

Experten der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben jetzt gemeinsam mit dem Council for Geoscience (Geologischer Dienst Südafrika) ein Handbuch über Rohstoffe in Südafrika veröffentlicht. Die neue Studie über Rohstoffvorkommen und Liefermöglichkeiten zeigt trotz der aktuellen Spannungen im Land das hohe Potenzial Südafrikas für deutsche Investoren, Consultants und Einkäufer auf.
In zwei Geländekampagnen haben Experten beider Länder neue Potenziale an Seltenen Erden, Antimon und Zirkon in verschiedenen Abbauregionen Südafrikas untersucht, analysiert und bewertet. Die Ergebnisse und Daten zur Verfügbarkeit dieser versorgungskritischen Rohstoffe für die deutsche Wirtschaft wurden nun im ersten Teil des „Investor’s and Procurement Guide South Africa“ zusammengetragen und auf der Internetseite der DERA veröffentlicht.
„Südafrika als eines der weltweit wichtigsten rohstoffproduzierenden und -exportierenden Länder ist insbesondere als Lieferant von Platingruppenmetallen, Stahlveredlern und diversen Industriemineralen für die deutsche Industrie von enormer Bedeutung. Darüber hinaus verfügt das Land über bedeutende Vorkommen an Antimon, Seltenen Erden und Zirkon, die auch neue Bezugsquellen für deutsche Unternehmen darstellen können. Gleichzeitig sind deutsches Know How und deutsche Technologien für den umwelt- und sozialverträglichen Bergbau in Südafrika sehr geschätzt“, so DERA-Projektleiter Dr. Herwig Marbler.
Der zweite Teil des Investorenhandbuches befindet sich derzeit in Arbeit und wird sich mit den Rohstoffen Chromit, Platingruppenmetalle und Flussspat in Südafrika beschäftigen. Diese Folgestudie, die ebenfalls in Kooperation mit dem Council for Geoscience erstellt wird, erscheint im Jahr 2015. Mehr...  | Download der Studie

 


Hubschrauber bgr
 (Quelle: Homepage BGR) 

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Rohstoffsuche im Geyerschen Wald: Hubschrauber-Erkundung im Erzgebirge geht weiter

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und die Technische Universität Bergakademie Freiberg (TU BAF) sowie weitere Partner setzen ihre Suche nach Industrierohstoffen unter dem Geyerschen Wald im sächsischen Erzgebirge fort. Vom 31. März bis 11. April 2014 findet erneut eine Befliegung mit dem BGR-Hubschrauber (Kennung: D-HBGR) und der Flugsonde statt. Erlaubt die Wetterlage in diesem Zeitraum keine Erkundung, sind alternativ Aufsuchungen vom 28. April bis 9. Mai 2014 vorgesehen.
Das Projekt wird begleitet durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Die Aufsuchungsgenehmigung hat das Sächsische Oberbergamt erteilt. Wichtigstes Ziel des gemeinsamen Forschungsprojektes ist es, moderne Methoden zur Erkundung von Rohstoffen zu testen, zu bewerten und weiterzuentwickeln. Dabei handelt es sich um geophysikalische Verfahren, die aus der Luft oder am Boden eingesetzt werden, um bis in eine Tiefe von 500 Metern Erzkörper zu erkunden. Die eingesetzten Methoden vermeiden tiefe Eingriffe in den Untergrund.
Die erste Befliegung des Geyerschen Waldes hatte im Oktober 2013 stattgefunden. Sie musste aus technischen Gründen vorzeitig beendet werden. Auch dieses Mal wird eine zehn Meter lange Flugsonde eingesetzt, in der sich die Messsensoren für die Elektromagnetik und Magnetik befinden. Die an einem 40 Meter langen Kabel befestigte Sonde wird unter dem Hubschrauber geschleppt. Der Hubschrauber fliegt in der Regel in einer Höhe von ca. 100 Metern und mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h über das Untersuchungsgebiet. Über dichten Ortschaften wird die Flughöhe auf über 200 Meter erhöht. Mehr... 

 


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Pazifischer Feuerring:BGR-Stationen registrieren Starkbeben der Magnitude 8.1

DATUM: 01.04.2014
HERDZEIT: 23:46 UTC (02.04., 01:46 MESZ)
BREITE: 19.642 S
LÄNGE: 70.817 W
TIEFE: Ca. 20 km
MAGNITUDE: 8.1 (BGR)
Am 1. April 2014 ereignete sich um 20:46 chilenischer Zeit (2. April, 01:46 Mitteleuropäische Sommerzeit) vor der Küste Nordchiles (Region Tarapaca) ein Erdbeben der Stärke 8.1. Das Ereignis wurde von den Messstationen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aufgezeichnet. Das Erdbeben fand in einer Tiefe von etwa 20 km statt. Erdbeben dieser Größenordnung weisen eine Bruchlänge von weit mehr als 100 km auf.
Nach ersten Medienberichten sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Die chilenische Notfallbehörde ordnete die Evakuierung der Städte Iquique und Arica an. Im Gebiet um Iquique wurde ein lokal begrenzter Tsunami von etwa 2 m Höhe beobachtet.
Die Westküste Südamerikas ist häufiger von sehr starken Erdbeben betroffen. Hier verschiebt sich die sogenannte Nazca-Kontinentalplatte gegen die südamerikanische Platte mit einer mittleren Bewegungsrate von etwa 6 bis 8 cm pro Jahr. Sie taucht dadurch unter ihr ab (Subduktion). Durch die dabei auftretenden Spannungen werden Erdbeben erzeugt.
So ereignete sich 2010 in der Region Maule (Zentralchile) ein Erdbeben mit der Magnitude 8.8. Das bisher weltweit größte instrumentell registrierte Erdbeben wurde 1960 ebenfalls in Chile (vor Valdivia) mit der Stärke 9.5 registriert. Mehr...

Bild links: Die topographische Weltkarte stellt die Hypozentren aller Ereignisse innerhalb der letzten 12 Monate mit einer Magnitude größer als 5.0 als roten Punkt dar. Der Stern auf der Karte markiert den Ort, an dem sich das jüngste Erdbeben ereignete (Quelle: BGR)

 bgr rohstoffe tiefsee
(Quelle: Homepage BGR) 

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BGR präsentiert Rohstoffe aus der Tiefsee

03.04.2014Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) präsentiert sich während der HANNOVER MESSE 2014 mit ihren Arbeiten zur marinen Rohstoffforschung. Gemeinsam mit 20 weiteren Ausstellern und Partnern zeigt die BGR auf dem Gemeinschaftsstand „InwaterSolutions“ in Halle 6 (Stand K 18) Exponate aus den Explorationsbereichen zu Manganknollen und marinen polymetallischen Sulfiden. Die BGR-Experten stellen dazu Proben aus bis zu 5000 Meter Wassertiefe vor und demonstrieren am Computer die gebirgsähnlichen Strukturen des Meeresbodens.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hatte die BGR Ende 2013 beauftragt, bei der Internationalen Meeresbodenbehörde (IMB) eine Lizenz zur Erforschung von polymetallischen Sulfiden im Indischen Ozean zu beantragen. Im Rahmen der Vorbereitung dieser Lizenz ist die Erfassung von umfangreichem Datenmaterial erforderlich. Dazu hat die BGR bereits drei Expeditionen südöstlich von Madagaskar durchgeführt. Die vierte Ausfahrt ist für Ende 2014 geplant.
Das beantragte Lizenzgebiet hat eine Größe von 10 000 Quadratkilometern mit einer Wassertiefe von mehr als 3 000 Meter. Dort befinden sich Sulfidvererzungen (Massivsulfide), die an sogenannte Hydrothermalfelder geknüpft sind. Diese Massivsulfide enthalten neben hohen Anteilen an Buntmetallen (Blei, Kupfer, Zink) auch Edelmetalle (Gold, Silber) sowie verschiedene Spurenelemente (unter anderem Antimon, Wismut, Germanium, Indium, Kobalt, Nickel, Selen, Tellur). Ein Großteil dieser Elemente wird für die Herstellung von Hochtechnologieprodukten wie Computern, Handys, Fernsehgeräten oder Windkraftanlagen benötigt. Die polymetallischen Sulfide könnten daher künftig einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffversorgung Deutschlands leisten. Mehr... 

 

 bgr jordanien
(Quelle: Homepage BGR) 

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BGR erhält Auszeichnung im Wassersektor in Jordanien, 04.04.2014

Im Rahmen des "Arab Water Day" hat die BGR eine Auszeichnung für besondere Verdienste im Wassersektor erhalten. Der jordanische Minister für Wasser und Bewässerung Dr. Hazim El-Naser (Ministry of Water and Irrigation – MWI) würdigte auch die sehr gute Zusammenarbeit mit der BGR.
Jordanien ist eines der wasserärmsten Länder der Erde und hat, vor allem auf Grund des starken Flüchtlingszustroms aus Syrien, eine der weltweit höchsten Bevölkerungswachstumsraten. Angesichts der Wasserkrise kommt dem Schutz der vorhandenen Wasserressourcen vor Verschmutzung und Übernutzung eine hohe Bedeutung zu. Die verantwortlichen Institutionen des jordanischen Wassersektors verfügen jedoch in diesem Bereich noch nicht über ausreichende Fachkompetenz sowie Erfahrungs- und Prozesswissen. Die BGR ist bereits seit Ende der 50er Jahre im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Jordanien tätig. Mit bisher 16 Vorhaben (Projekten) zählt Jordanien zu den bedeutendsten Kooperationsländern der BGR.
Das aktuelle Projekt „Jordanien – Wasseraspekte in der Landnutzungsplanung“ hatte zunächst (in Phase I) eine Laufzeit von fünf Jahren (2009–2014) und wurde nun bis Ende 2015 verlängert. Projektziel ist es, den Schutz der jordanischen Wasserressourcen durch die Ausarbeitung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen zu verbessern. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Einrichtung von Grundwasserschutzgebieten und die Verankerung von Schutzaspekten in der Regionalplanung sowie in Standortgenehmigungsverfahren. Mehr... 

 

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(Abb.: R. Milkereit, GFZ)

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Vulkane abseits ihrer Magmaquellen
Schematische Abbildung der Entstehung von Vulkanen seitlich von Grabenbrüchen

Neu entstandener Bruch aufgrund von Magma-Intrusion während des Rift-Ereignisses vom September 2005 im Dabbahu-Segment des Afar-Rrifts. (Foto: Derek Keir, National Oceanography Centre Southampton, University of Southampton)
Vulkane abseits ihrer Magmaquellen
23.03.2014| Potsdam: An kontinentalen Grabenbrüchen, sogenannten Riftzonen, wie beispielsweise in Ostafrika oder dem Oberrheingraben, tritt häufig Vulkanismus auf. Geowissenschaftler stoßen dabei auf ein Problem: Während die Magmaquellen in der Tiefe unterhalb des Zentrums des Grabens liegen, treten die Aufstiegskanäle oft viele Kilometer ausserhalb der Grabenschultern an die Oberfläche und bilden dort Vulkane. Die Ursache dafür war bisher unbekannt. Ein Wissenschaftlerteam des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ konnte nun zusammen mit Forschern der Universitäten von Southampton (UK) und Roma Tre (Italien) zeigen, dass sich das Spannungsmuster in der Erdkruste ändert, wenn die Erdkruste innerhalb eines Graben ausdünnt und damit gewichtsbedingt entlastet wird. Dadurch wird das aus der Tiefe aufsteigende Magma in Gänge gesteuert, die schräg von den Magmaquellen in der Riftzone nach oben abzweigen und erst kilometerweit von der Achse des Grabenbruchs entfernt zutage treten.
Die Geowissenschaftler verwendeten ein numerisches Modell zur Simulation der Bildung solcher Magmagänge. Die bislang unbekannte Auswirkung der Änderung der Topographie der Bruchzone auf die Bahn des Magmaaufstiegs während der Riftbildung konnte so nachgebildet werden. Die Modellrechnungen wurden mit realen Daten unterfüttert, erläutert GFZ-Forscher Francesco Maccaferri: „Unser Modell zeigt, dass Vulkanismus an Spreizungszonen auf zwei unterschiedliche Arten auftreten kann. Im Fall von flachen, breiten Grabenbrüchen tritt das Magma direkt oberhalb der tiefsitzenden Magmaquelle an der Erdoberfläche aus, während im Fall von tiefen, schmalen Grabenbrüchen das Magma ausserhalb der Grabenschultern austritt.“ Da der Aufstiegsweg des Magmas im zweiten Fall anfänglich fast horizontal erfolgt, kann es im Extremfall bereits in der Kruste erstarren, ohne dass Vulkanismus an der Erdoberfläche sichtbar wird, wie Beobachtungen von Grabenbrüchen weltweit zeigen. Mehr...

 

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(Quelle: Homepage Wintershall) 
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Wintershall wächst 2013 erfolgreich

1,8 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern (+48 Prozent) / Ausbau der Position in Norwegen und Russland / Intensivierung der Aktivitäten in Middle East / Investitionen von 4 Milliarden Euro in fünf Jahren geplant.
Wintershall hat im Jahr 2013 ein neues Rekordergebnis erzielt. Das Unternehmen steigerte das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter um 48 Prozent auf 1,8 (2012: 1,2) Milliarden Euro und überschritt damit zum dritten Mal in Folge die Milliarden-Euro-Grenze. Der Umsatz der BASF-Tochter stieg um 16 Prozent auf 14,8 (2012: 12,7) Milliarden Euro. Die Öl- und Gasproduktion lag trotz eines Förderstopps in Libyen mit 132 Millionen Barrel Öläquivalent (boe) auf dem hohen Niveau des Vorjahres*1. Für 2014 erwartet das Unternehmen eine leichte Steigerung des Ergebnisses der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen. 
„Wir sind auf Kurs und wollen weiter wertsteigernd wachsen“, sagte Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender der Wintershall, anlässlich des Jahrespressegespräches des Unternehmens in Kassel. Die Grundlage für das gute Ergebnis im Jahr 2013: Durch Einbeziehung der akquirierten Felder Brage (32,7%), Gjoa (15,0%) und Vega (30,0%) in Norwegen seit August 2013 und einen beschleunigten Ausbau der Erdgasproduktion in Russland wurde die Produktion in diesen Ländern deutlich erhöht. Hierdurch konnte die geringere Erdölförderung aus den libyschen Onshore-Feldern, die im Juli 2013 aufgrund von Streiks an den Exportterminals eingestellt wurde, ausgeglichen werden. Einmalige Sondererträge aus der Veräußerung eines 15-prozentigen Anteils an dem Feld Edvard Grieg in Norwegen sowie durch die Umstufung der GASCADE Gastransport GmbH*2 auf Grund der Abgabe der Kontrolle trugen ebenfalls positiv zum Ergebnis bei. Absatz und Umsatz im Erdgashandel lagen 2013 über dem Niveau des Vorjahres, das Ergebnis ging aufgrund des Margendrucks im Handelsgeschäft*3 zurück. 
„Die guten Ergebnisse 2013 reihen sich ein in ein erfolgreiches Jahrzehnt, in dem wir die Öl- und Gasproduktion um durchschnittlich vier Prozent im Jahr gesteigert haben. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Branchendurchschnitt“, sagte Seele. Im Jahr 2015 soll die Öl- und Gasförderung auf mehr als 160 Millionen boe weiter ausgebaut werden. „Das entspricht einer Steigerung unserer Förderung um mehr als die Hälfte innerhalb eines Jahrzehnts“, so Seele. Zum Erfolg der BASF-Gruppe werde Wintershall auch weiterhin verlässlich einen signifikanten Beitrag leisten. Dazu werden in den kommenden fünf Jahren vier Milliarden Euro in den Ausbau des Öl- und Gasgeschäftes investiert, schwerpunktmäßig in Norwegen und Russland. Mehr...
 
 

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(Quelle: Homepage Wintershall) 

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Wintershall plant Verkauf ihrer VNG-Anteile an EWE

Wintershall, Deutschlands größter international tätiger Erdöl- und Erdgasproduzent, plant, sich im Zuge der strategischen Konzentration auf den Upstream-Bereich von ihrer Beteiligung an der ostdeutschen Verbundnetz Gas AG (VNG) zu trennen. Mit der EWE Aktiengesellschaft wurde heute (14. März 2014) die Übernahme des 15,79-prozentigen Wintershall-Anteils an der VNG vereinbart. Die Transaktion bedarf der Zustimmung der Kartellbehörden. Zudem steht sie unter Gremienvorbehalten in beiden Gesellschaften und unter dem Vorbehalt der Zustimmung der VNG-Hauptversammlung. Zum Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Wintershall konzentriert sich seit zwei Jahren zunehmend auf das Upstream-Geschäft. In Folge dessen trennt sich das Unternehmen auch vom eigenen Erdgashandels- und Speichergeschäft. Wintershall hat einen Asset Swap mit Gazprom vereinbart, bei dem das bislang gemeinsam betriebene Erdgashandels- und Speichergeschäft vollständig an Gazprom abgegeben wird. Im Gegenzug erhält Wintershall weitere Beteiligungen an westsibirischen Gasfeldern. Mit der Entscheidung, sich von den Anteilen an der VNG zu trennen, setzt Wintershall ihre Strategie weiter fort. Mehr...

 

 

                      
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