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  Die Bibliothek der DGG

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Wer wir sind - was wir tun.....

Altes und Neues aus der Bibliothek der DGG

Seit ihrer Gründung im Jahre 1848 verfügt die DGG über eine eigene Bibliothek, die von den Gründern um Alexander von Humboldt und Leopold von Buch als zentrale Maßnahme des scientific knowledge management der aufblühenden Geowissenschaften gedacht war. Gleichzeitig sollte sie der Kapitalisierung der wissenschaftlichen Aktivitäten auf lange Sicht dienen. Bereits in der ersten Satzung war die Bibliothek als Institution fest verankert. Seitdem stellt sie, abgesehen von ihrem ideellen und historischen Wert, praktisch das gesamte Sachvermögen der Gesellschaft dar. Aus den intensiven Programmdiskussionen der vergangenen Jahre ist sie gestärkt hervorgegangen und schließt in ihre Aktivitäten nunmehr den gesamten Bereich geowissenschaftlicher Ressourcen, also auch digitaler Art, ein. Dabei steht die Bibliothek selbst ausdrücklich nicht nur einem exklusiven Zirkel von Mitgliedern, sondern der gesamten geowissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung.


Wandel des Berufsbildes - Wandel der Bedürfnisse

Auf dem Markt für wissenschaftliche Informationen hat in den letzten Jahren ein tiefgreifender Umbruch eingesetzt, dessen Auswirkungen sich quer durch alle Disziplinen bemerkbar machen und dessen Ende nicht abzusehen ist. Insbesondere die Delokalisierung von Information durch das Internet (IP, ftp, http) hat zu einschneidenden Wandlungen  in der Wissenschaftskommunikation sowie im wissenschaftlichen Produktionsprozeß geführt. Inhalte und Stilelemente der Debatten haben mehrfach rasch gewechselt; häufig spielen Durchsetzung von Verlegerinteressen und Handhabung urheberrechtlicher Fragen eine wichtige Rolle. Dieser Strukturwandel in der wissenschaftlichen und kommerziellen Öffentlichkeit hat bereits starke Anpassungsprozesse in der Berufslandschaft der Geologen nach sich gezogen. Zahlreiche alte Arbeitsplätze sind verschwunden; neue, anders geartete sind mancherorts entstanden. Drastisch gesunkene Studienanfängerzahlen an den Universitäten lassen weitere gravierende Änderungen in Berufsbild, Beschäftigungslage und Nutzung von geowissenschaftlicher Information vorhersehbar werden.


Neue Aufgaben nach der Wende

Für die DGG-Bibliothek wird spätestens durch diese Vorgänge und vor dem Hintergrund der gerade erst erfolgten Zusammenlegung der beiden Altbestände Berlin (1848-1945) und Hannover (1945-1992) eine Neudefinition ihrer Ziele implizit. Die Vorstellungen müssen sich am langfristig maximalen Nutzen der Mitglieder der Gesellschaft selbst und der geologisch interessierten Fachöffentlichkeit im deutschsprachigen Raum ausrichten. In der Region Potsdam-Berlin befinden sich bereits eine größere Zahl exzellent ausgestatteter und mit großen Beständen gesegneter Bibliotheken. Zu nennen sind hier die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz mit den Sonderbeständen der Preußischen Geologischen Landesanstalt bzw. der Nachfolger sowie der ehem. Bibliothek der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, die Universitätsbibliotheken der Freien Universität, der Technischen Universität und der Humboldt-Universität mit dem Museum für Naturkunde, das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) und das Alfred Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI). Vor diesem Hintergrund kann es im Sinne einer vernünftigen, auf Synergie ausgerichteten Komplementarität und angesichts der geringen verfügbaren liquiden Mittel für die DGG nur darauf ankommen, daß ein Profil entwickelt werden kann, welches - bei aller Bescheidenheit - die Einzigartigkeit in Angebot, Chance und Dienstleistung als eine Art unique selling proposition herausstellt und nach außen erkennbar werden läßt. Davon unberührt bleiben soll der Aspekt der Grundversorgung für die Studierenden am Standort Universität Potsdam.


Hierbei wird prinzipiell ein zweigleisiges Konzept verfolgt. Auf einem Strang müssen die klassischen Aufgaben der Bestandspflege und Bestandserweiterung wie Neukatalogisierung, Retrokonversion, Rückergänzung, Tauscherweiterung, und Einwerbung von Sachspenden stehen, die das klassische Bibliotheksprofil unterstützen. Besonders durch den über viele Jahre kontinuierlich gepflegten Tauschverkehr verfügt die DGG über einige Periodika, die andernorts nicht aufzutreiben sind. Darüber hinaus bietet sie historische Monographien und Karten, die als selten eingestuft werden können.
Auf einem anderen Strang geht es darum, neue Angebotsformen auf digitaler Basis zu offerieren und zunehmend wissenschaftlich wertvolle Schätze, die schwer zugänglich sind und von kommerzieller Seite keine Chance auf eine digitale Wiedererweckung haben, die ihnen gebührende Beachtung finden zu lassen.


Auf der Basis der bereits seit vielen Jahren von der DGG gesammelten Meldungen über Dissertationen, Habilitationsschriften und Diplomarbeiten sowie Diplomkartierungen soll schrittweise eine neue leistungsstarke Ressource entstehen, die besonders im Initialstadium von wissenschaftlichen Arbeiten unschätzbare Dienste leisten kann, indem sie auf verborgene oder verstreute Quellen hinweist. In der Entwicklungsphase befindet sich ein neues Werkzeug, welches einen inhaltlichen und spatialen Zugriff auf geologische Karten ermöglichen soll, anstelle des derzeit gängigen Aufsuchens über formale Kriterien. Hierbei ist die sorgfältige Einbindung in die vorhandenen Strukturen der Informationsnetze, allen voran das World Wide Web (http), von zentraler Bedeutung. Schließlich sollen auch die Inhalte unserer im Umfang wachsenden Datenbestände von den Suchmaschinen entlang einer entsprechend tiefgründigen Indexierung aufgefunden werden. Beispielhaft exerziert wurde dies bereits mit den Abstracts der Jubiläumstagung GEO98.


Neue Möglichkeiten

Die Möglichkeiten für Mitglieder, die Bibliothek und ihre Instrumente nicht nur als Service in Anspruch zu nehmen, sondern nach ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen als Kommunikationsmedien zu gestalten, ist in stärkerem Maße als je zuvor durch die digitalen Medien gegeben. Insbesondere angesichts der Tatsache, daß die Kommerzialisierung der Kommunikationsinfrastrukturen für Wissenschaftler noch in den Kinderschuhen steckt, sind Freiräume offen, die erheblichen Spielraum für Experimente und Gestaltungsversuche offenlassen. Elektronische Zeitschriften, Preprint server, moderierte oder nichtmoderierte Diskussionsgruppen - für Aktivitäten ist noch reichlich Platz.


Eine ebenso zähe wie ausdauernde Kraftanstrengung war notwendig, um die erste Etappe zu nehmen: Die Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft soll schrittweise in digitaler Form recherchierbar werden. Bereits verfügbar in einer neuen Datenbank sind sämtliche Titeleien und Zusammenfassungen in deutscher und englischer Sprache sowie die Vorträge, Exkursionsberichte und Tagungsbeiträge, soweit sie in der ZDGG dokumentiert sind. Auf dem momentanen Bearbeitungsstand sind die Jahrgänge 1950 - 2002 zugänglich. Zum Erzielen einer möglichst geringen Fehlerzahl mußten nochmals alle verwendeten Texte vollständig getippt werden. Während an der Benutzeroberfläche und an der Suchmaschine noch gearbeitet und experimentiert wird, können Sie bereits hinter dem Vorhang auf die Suche gehen - vorerst noch Jahrgang für Jahrgang. Benutzen Sie einfach die in ihrem Browser enthaltene Suchfunktion! Im fertigen Zustand werden alle relevanten Suchroboter die Titel und Abstracts der ZDGG referenzieren.

Die ZDGG ist eine der ältesten und bedeutendsten geologischen Zeitschriften des deutschsprachigen Raumes. In ihr spiegeln sich alle wichtigen geologischen Debatten der vergangenen 152 Jahre wider; häufig sind die entscheidenden Originalarbeiten hier publiziert. In der langen Zeit ihres Erscheinens hat sie nicht nur mehrfach den Verleger gewechselt, sondern hat sich auch vom Inhalt und der Gestaltung her fortwährend gewandelt. Angesichts der starken diachronen Heterogenität des traditionsreichen Publikationsorgans konnte eine formal strenge bibliographische Datenbanklösung nicht in Betracht kommen. Bei der Konzeption des Projekts standen daher der praktische Nutzen für die Wissenschaftler und Forscher sowie die Erfassungstiefe stark im Vordergrund. Dementsprechend sind neben den umfangreichen Kurzfassungen zahlreiche kürzere Beiträge bereits im Volltext enthalten.

ZDGG digital ist eine Gemeinschaftsproduktion der Bibliothek der Deutschen Geologischen Gesellschaft und der E. Schweizerbart'schen Verlagsbuchhandlung (Nägele und Obermiller) in Stuttgart. Das Register wurde mit freundlicher Unterstützung des Vorstandes der DGG, der Hermann Credner-Stiftung und der Bibliothek der Universität Potsdam ermöglicht.


Zuwachs auch im Regal

Neben dem regulären Tauschverkehr und gelegentlichen Bücherspenden der Mitglieder erfährt die DGG-bibliothek gegenwärtig einen signifikanten Bestandsaufwuchs durch die Reorganisation der Bibliothek des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ). Diesem waren bei seiner Gründung im Jahre 1992 unter anderem die Bestände des Zentralinstituts für Physik der Erde, des Instituts für Hochdruckforschung und des Geotektonischen Instituts Berlin zugefallen. Zwischen GFZ und DGG wurde vereinbart, insgesamt etwa 20.000 Bände Monographien und Zeitschriften innerhalb Potsdams den Standort wechseln zu lassen. Mit der Ortsveränderung ist die Aufnahme in die entsprechenden Online-Kataloge (Zeitschriftendatenbank des Deutschen Bibliotheksinstitutes, Zeitschriftenindex der DGG, OPAC der Universität Potsdam) verbunden, so daß Mitglieder und Benutzer bereits nach kurzer Zeit von dem Zuerwerb profitieren können. Es hat sich allerdings gezeigt, daß nur ein Teil der übernommenen Materialien für eine Ergänzung geeignet ist, so daß der Netto- Gewinn die erwähnte Zahl von Bänden nicht erreicht.





"Operation Samowar"

Ein neuer interessanter Bestandszuwachs deutet sich an. Der gesamte russischsprachige Bestand des ehemaligen Zentralen Geologischen Instituts der DDR in der Invalidenstraße in Berlin aus den Jahren 1945-1990 steht derzeit zur Disposition, da die jetzige Standortbibliothek beim Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg in Kleinmachnow gezwungen ist, ihn abzugeben. Es handelt sich um insgesamt etwa 300 laufende Regalmeter Monographien, Reihen und Zeitschriften, die in der vollständigen Breite geowissenschaftlicher und geotechnischer Literatur regional das gesamte Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, vom Baltikum bis zu den Kurilen, abdecken. Die Ressource ist vollständig in einem Zettelkatalog katalogisiert und im Prinzip sofort benutzbar. Einen besonderen Leckerbissen stellen mehrere Tausend Übersetzungen ausgewählter Publikationen und Manuskripte aus dem Russischen dar, die ebenfalls komplett katalogisiert sind und sich hervorragend als Online-Publikation anbieten ließen. Die Bibliothek der DGG bemüht sich derzeit um die Übernahme und ist bereit, den Umzug sowie die Digitalisierung der Kataloge in ihre Hände zu nehmen. Hierzu sollen im Rahmen eines zeitlich befristeten Projektes Bibliothekare eingestellt werden. Offen ist derzeit allerdings die Frage, ob die Universität Potsdam sich in der Lage sieht, den nötigen Platz zur Verfügung zu stellen. Da aus dem Potsdamer und Berliner Raum zahlreiche Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der ehem. Sowjetunion durchgeführt werden und darüber hinaus häufig russische Gäste anzutreffen sind, mangelt es nicht an möglichen Benutzern in der Region. Auch aus der Industrie haben sich bereits Interessenten gemeldet.




Anschrift der Bibliothek der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften
(vormals Deutsche Geologische Gesellschaft) e. V. (DGG)

Bibliothek der DGG
Schriftentausch

Universitätsbibliothek Potsdam

14415 Potsdam


e-mail: bibliothek@dgg.de

Die Benutzung

Der größte Teil der Bibliothek der Deutschen Geologischen Gesellschaft ist inzwischen in Freihandaufstellung an der Bereichsbibliothek Golm der Bibliothek der Universität Potsdam zugänglich. Über das Fernleihsystem der wissenschaftlichen Bibliotheken können von jeder Bibliothek aus Entleihungen getätigt werden. Mitglieder der DGG können darüber hinaus unmittelbar Ausleihen vornehmen; dies geschieht am besten schriftlich oder per e-mail.


Aktuell am 17. Oktober 2012

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