AktuellesVeranstaltungenBibliothekFachsektionenGeo-ShopLinks & Dienste



Neuigkeiten

 

 

sedimentkern

Sedimentkern wird während der Expedition M77/2 an Bord des Forschungsschiffs METEOR einer ersten Begutachtung unterzogen. Die genauen Analysen erfolgen später in den Laboren an Land (Foto: C. Ehlert, GEOMAR; Quelle: Homepage GEOMAR).

1059
20.000 Jahre Sauerstoff-Geschichte des Ostpazifiks

Kieler Meeresforscher finden neue Schlüssel zur Belüftung des Ozeans in der Vergangenheit

Mit einer neuartigen Kombination von Isotopen-Analysen konnten Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel die Geschichte der Sauerstoffminimumzone im Ostpazifik für die vergangenen 20.000 Jahre rekonstruieren. Die Ergebnisse lassen auch Rückschlüsse auf die Entwicklung des El Niño-Phänomens zu. Sie sind jetzt online in der internationalen Fachzeitschrift „Quaternary Science Reviews“ erschienen. Der Ostpazifik vor der Küste Perus und Nordchiles ist eine überaus faszinierende Region für Meeresforscher. Viele Prozesse, die dort ablaufen, können letztendlich globale Auswirkungen haben. Aufgrund bestimmter Wind- und Strömungsmuster wird nährstoffreiches Wasser aus den Tiefen des Pazifiks an die Oberfläche getrieben (Auftrieb). Dort sorgt es für eine wahre Fülle an Leben. Doch wo viel lebt, stirbt auch viel. Und wenn Bakterien organisches Material abbauen, verbrauchen sie Sauerstoff. Deshalb erstreckt sich vor Peru die größte Sauerstoffminimumzone aller tropischen Ozeane. Zusätzlich ist der Ostpazifik der Schauplatz des sogenannten El Niño Phänomens, der stärksten Klimaschwankung auf Zeitskalen von wenigen Jahren, die sogar globale Auswirkungen haben kann.

Um die steuernden Prozesse dieser Phänomene zu verstehen, muss man wissen, wie sie sich im Laufe der Erdgeschichte entwickelt haben. Zum Glück finden sich Spuren im Meeresboden. Man muss nur wissen, wie man diese Spuren entschlüsseln kann. Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel haben jetzt im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 754 eine neue Entschlüsselungsmethode entwickelt und damit herausgefunden, dass der Wechsel von (warmen) El Niño- und (kalten) La Niña-Ereignissen, wie wir ihn aus der jüngeren Geschichte kennen, erdgeschichtlich kein kontinuierliches Phänomen ist. Ihre Ergebnisse präsentieren die Forscher jetzt in der internationalen Fachzeitschrift „Quaternary Science Reviews“. Mehr... 

 


ozonloch 2013
(Quelle: Awi Bremerhaven)

1058
Das Ozonloch über der Antarktis wird kleiner

Langzeitmessungen an deutscher Forschungsstation belegen Erholung der Ozonschicht

Die Ozonschicht über der Antarktis erholt sich. Wie Ozon-Messungen von Meteorologen des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), belegen, sind die Ozonwerte innerhalb des Ozonlochs über der deutschen Antarktis-Forschungsstation Neumayer-Station III im Jahr 2012 zum wiederholten Male deutlich über den Rekordwerten aus dem Zeitraum 2000 bis 2009 geblieben. Eine Entwicklung, die Hoffnung macht.
„Wir können zum ersten Mal davon sprechen, dass unsere Daten eine Umkehr im Ozontrend abbilden. Die Ozonschicht erholt sich“, sagt Dr. Gert König-Langlo vom Alfred-Wegener-Institut und Leiter des Meteorologischen Observatoriums an der Neumayer-Station III. 
Erstreckte sich das Ozonloch beispielsweise nach dem antarktischen Winter des Jahres 2006 noch über eine Rekordfläche von rund 27 Millionen Quadratkilometer, betrug seine Ausbreitung im zurückliegenden Jahr nur noch rund 18 Millionen Quadratkilometer – eine Fläche rund 50 Mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Über der Neumayer-Station III verzeichneten die AWI-Forscher während der Ozonlochzeit des Jahres 2012 einen mittleren Ozonpartialdruck von sechs Millipascal. Im Negativrekordjahr 2006 hatte der vergleichbare Wert noch ein Millipascal betragen. Das heißt, das Ozon in 15 Kilometern Höhe war damals nahezu vollständig zerstört.
„Anzeichen für einen Heilungsprozess gibt es schon seit drei, vier Jahren. Nachdem aber im Jahr 2002 auf Grundlage hoher Messwerte voreilig das Ende des Ozonlochs vorhergesagt wurde, welches dann nicht eintrat, wollten wir diesmal mit unseren Schlussfolgerungen etwas zurückhaltender sein. Die Daten aus dem vergangenen Jahr aber haben uns nun vollends überzeugt. Das Ozonloch schließt sich“, so Gert König-Langlo. 
Seine Analyse fußt auf Ballonmessungen, die deutsche Forscher seit 27 Jahren wöchentlich in der Antarktis durchführen. Es handelt sich dabei um die längste Ozon-Messreihe dieser Art an einer Forschungsstation unterhalb des Ozonlochs. „Kurz nach der Entdeckung des Ozonlochs durch britische Wissenschaftler Anfang der Achtziger Jahre, haben damals ostdeutsche Wissenschaftler an der DDR-Antarktis-Forschungsstation ‚Georg Forster’ damit begonnen, die Ozonwerte mit Ballonsonden zu messen. Nach der Wiedervereinigung hat das Alfred-Wegener-Institut diese Daten übernommen. Die Messungen haben wir ebenfalls fortgesetzt – zuerst an der alten Neumayer-Station II, seit dem Jahr 2009 an deren Nachfolgebau, der Neumayer-Station III“, erklärt Gert König Langlo. Mehr... 

 

 


rwe norway
(Quelle: Homepage RWE Dea)

1057
RWE Dea erhält neue Lizenz als Betriebsführer in Norwegen

In der 22. Ausschreibungsrunde des norwegischen Energieministeriums wurde RWE Dea Norge eine neue Förderlizenz mit Betriebsführung zugesprochen. 

Die norwegische Regierung hat die Ergebnisse der 22. Ausschreibungsrunde veröffentlicht. Dabei hat RWE Dea Norge eine 40 prozentige Beteiligung an der Lizenz PL721, die im nordwestlichen Teil der Barentssee liegt, erhalten. Die Beteiligung umfasst außerdem die Betriebsführung für die Lizenz. 
„Die Lizenz liegt in einem sehr interessanten Gebiet in der Barentssee, nördlich von unseren anderen Lizenzen. Sie ist eine sehr vielversprechende Ergänzung unseres Lizenzportfolios”, sagte John Clark, Exploration Manager bei RWE Dea Norge. 

„Wir sind sehr erfreut, diese Lizenz erhalten zu haben, wodurch wir unsere Präsenz im westlichen Teil der Barentssee weiter stärken können. RWE Dea Norge möchte ihr Lizenzportfolio auch künftig weiter ausbauen und gleichzeitig die bestehenden Lizenzen als Betriebsführer oder als Partner weiter entwickeln“, sagte Hugo Sandal, Managing Director von RWE Dea Norge. „Dass das norwegische Energieministerium uns die Betriebsführung für diese neue interessante Lizenz übertragen hat, zeigt uns, dass sie diese Anstrengungen anerkennt“, so Sandal weiter. RWE Dea gehört zu der Gruppe von insgesamt 13 Unternehmen, die in dieser Runde eine Lizenz mit Betriebsführung erhalten haben. 

Die neue Lizenz unterstützt die Strategie von RWE Dea, in diesem aus Unternehmenssicht vielversprechenden Gebiet des norwegischen Festlandssockels eine starke Präsenz aufzubauen. Die Lizenz PL 721 liegt nördlich von Skrugard und Havis, zwei der bedeutendsten Funde, die in den letzten Jahren auf dem norwegischen Festlandssockel gemacht wurden. RWE Deas weitere Partner sind Repsol Exploration Norge AS, OMV (Norge) AS und Wintershall Norge AS, die eine Beteiligung von jeweils 20 % an der Lizenz PL721 halten. Mehr... 

 

hubschrauber bgr
(Quelle: Homepage BGR) 
1056
Hubschrauber-Befliegung im Landkreis Verden:
BGR vermisst das Schwerefeld der Erde

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt vom 17. bis 21. Juni 2013 im Landkreis Verden Messflüge mit ihrem Hubschrauber „Sikorsky S-76B“ durch. In einem 30 x 30 Kilometer großen Gebiet zwischen Emtinghausen, Ottersberg, Dörverden und Kirchwalsede wollen die BGR-Experten mit einem Gravimeter aus der Luft die Unterschiede der Erdanziehungskraft messen.
„Mit den Daten können Aussagen zur Massen- und Dichteverteilung im Untergrund gemacht werden. Diese Informationen sind für die Erkundung von geologischen Strukturen in der Tiefe, z. B. von Salzstöcken wichtig“, so BGR-Wissenschaftler Dr. Ingo Heyde.
Der Landkreis Verden dient als Testgebiet. Die BGR-Experten wollen feststellen, wie genau das neue Aerogravimetersystem in Kombination mit dem Hubschrauber „Sikorsky S-76B“ arbeitet. Das Aerogravimetriesystem der BGR wurde erstmals im vergangenen Jahr auf dem Forschungsflugzeug HALO des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) eingesetzt.
Die Hubschrauberüberflüge dauern jeweils ca. zwei Stunden und finden täglich von 9 bis 18 Uhr statt. Der Hubschrauber fliegt mit einer Geschwindigkeit von rund 100 km/h in einer Höhe von etwa 200 Meter.
Der „Sikorsky S-76B“ ist während der Messkampagne auf dem Flugplatz Ganderkesee stationiert. Mehr...

 

dera

1055
DERA-Industrieworkshop: China dominiert Antimon-Markt

Zahlreiche Vertreter der deutschen Wirtschaft trafen sich jetzt zum „Industrieworkshop Antimon“ der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Beim Workshop wurden die Ergebnisse der neuen DERA-Rohstoffrisikobewertung zu Antimon vorgestellt und aktuelle Marktentwicklungen diskutiert. Antimon ist ein Halbmetall und wird unter anderem zur Herstellung von Blei-Batterien und Flammschutzmitteln verwendet. Weltweit existieren nur wenige Lagerstätten – die meisten liegen in China. 
„China wird weiterhin der dominierende Akteur für Antimon bleiben. Das Land nimmt in der Bergwerksförderung, Weiterverarbeitung, Nachfrage und dem internationalen Handel eine Schlüsselposition ein. 2011 lag der chinesische Anteil an der globalen Antimon-Förderung bei etwa 74 %“, so DERA-Experte Michael Schmidt. 
Der Antimon-Workshop ist Teil der neuen Industrieworkshop-Reihe der DERA. Für Oktober 2013 ist ein weiterer Industrieworkshop geplant – dann zum Thema Wolfram. 

Im Fokus der DERA-Industrieworkshops stehen insbesondere Rohstoffe, für die derzeit die größten potenziellen Preis- und Lieferrisiken bestehen. Die Rohstoffrisikobewertungen der DERA sollen Unternehmen dabei unterstützen, Risiken in der Beschaffung frühzeitig zu erkennen, um gegebenenfalls Ausweichstrategien im Bezug und der Verarbeitung umzusetzen. DERA-Leiter Dr. Peter Buchholz verweist auf die Bedeutung solcher Veranstaltungen: „Die Nachfrage nach rohstoffspezifischen Marktanalysen und detaillierten Risikobewertungen bei Unternehmen ist groß. Gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen ist das Beratungsangebot eine große Hilfe.“ 
Die Studie „Rohstoffrisikobewertung – Antimon“ erscheint im Rahmen der Schriftenreihe DERA-Rohstoffinformationen und ist ab September über die Homepage der Deutschen Rohstoffagentur abrufbar. Mehr..

 


Hochwasserschutz
BGR-Hubschrauber bei der Lokalisierung von Damm- und Deichdurchfeuchtun-
gen mittels Thermalferner-
kundung (Foto: Homepage BGR). 

1054
Das Juni-Hochwasser 2013 in Deutschland aus geologischer Sicht

Durch anhaltende Starkniederschläge im späten Frühjahr 2013, die mit bis zu 400 l/m2 lokal extrem ausfielen, waren Mittel- und Süddeutschland besonders betroffen. Der natürliche Niederschlagsabfluss führte im Bereich der Stromsysteme Donau und Elbe zu Überflutungen von Siedlungs- und Wirtschaftsräumen in Ausmaßen, die partiell seit Jahrhunderten nicht bekannt waren. Die ersten Kostenschätzungen zum Ausgleich entstandener Schäden belaufen sich für Deutschland auf einen Betrag von mehr als 10 Mrd. € (Stand Mitte Juni 2013).Die Verluste an Sachwerten sind für Personen, Länder und Kommunen enorm. Besonders deprimierend ist, dass nach dem extremen Hochwasserereignis 2002 („Jahrhundertflut“ an der Elbe) nach nur 11 Jahren ein vergleichbares exogen-geologisches Extremereignis Deutschland erneut schweren Schaden zufügte. Die Im Zeitraum des unmittelbaren Überflutungsereignisses  notwendige Katastrophenabwehr liegt in der Hand der dafür zuständigen Behörden, speziell in den Landkreisen und Kommunen.

Obwohl gesetzlich und behördlich alles geregelt ist, zeigen  Realität und Dimension des Ereignisses wieder eindrucksvoll auf, dass die Erfassung seiner geowissenschaftlichen Komplexität, darunter besonders auch des Raum-Zeit-Bezuges, im Hinblick auf Geogefahrenvorsorge nicht nur nicht ausreicht sondern geologische Fakten – aus welchen Gründen auch immer – nicht berücksichtigt. Die Staatlichen Geologischen Dienste Deutschlands (SGD) hatten durch Sondermessprogramme und spezielle regionale gefahrengeologische Untersuchungen die extremen Hochwasserereignisse an Oder (1997) und Elbe (2002) begleitet und den „geologischen Charakter“ im Hinblick auf die exogene Dynamik deutlich unterstrichen. Bei aller Würdigung der Beiträge aus den geowissenschaftlichen (Nachbar-)Disziplinen, insbesondere  Meteorologie und Hydrologie, sowie den Ingenieurwissenschaften (u. a. Wasserbau) bleibt auch 2013 festzuhalten, dass geologisches Prozess- und Zeitverständnis im Kontext des jüngsten Extremereignisses an Donau und Elbe weitestgehend unberücksichtigt bleibt. Das „Jahr der Geowissenschaften 2002“ bot immerhin Gelegenheit am Beispiel der seinerzeitigen Elbeflut geoaufklärend in der breiten Öffentlichkeit zu wirken. Wie sich heute zeigt, gut ein Jahrzehnt später, ist der Erfolg eher bescheiden. Die nun wieder in den Medien gestellte obligatorische Frage an Behördenverantwortliche, Planer von Deichbauprojekten und Politiker „Was wurde nach der Jahrhundertflut 2002 gelernt ?“  kann sich bestenfalls partiell mit positiver Tendenz bzw. ansatzweise als „Lernerfolg“ darstellen lassen, Mehr... 

 


wirbeltierfaehrte
Das Foto zeigt sie, die älteste Wirbeltierfährte Deutschlands - Zeugnis eines „Ursauriers“ im Ruhrkarbon (Foto: Geologischer Dienst NRW)

1053
Deutschlands älteste Wirbeltierfährte entdeckt

In einem stillgelegten Steinbruch im Süden Bochums, unweit des Kemnader Sees, waren einer Dortmunder Familie im Sandstein eigenartige Strukturen aufgefallen. Die Familie meldete den Fund dem Geologischen Dienst NRW. Die Untersuchung der 20 cm großen Abdrücke durch Spezialisten erbrachten die Sensation: Dies sind die bislang ältesten Wirbeltierfährten in Deutschland, mehr als 300 Millionen Jahre alt! 

Bei dem Fund handelt sich wahrscheinlich um eine als Ichniotherium praesidentis bezeichnete Fährte. Sie stammt von einem Tier, das als Bindeglied zwischen Amphibien und Reptilien gilt und damit ein unmittelbarer Vorläufer aller höheren Landwirbeltiere wie Dinosaurier und Kriechtiere, aber auch der Vögel und Säugetiere ist. Die rund 20 cm großen Fußabdrücke und der Abstand zwischen rechtem und linkem Fußabdruck lassen die Vermutung zu, dass der „Ursaurier“ die Größe eines Hausschweins hatte. Darüber, wie das Tier ausgesehen hat, wissen wir bislang zu wenig. Die genauere Untersuchung der Fundstelle ermöglicht aber Aussagen zum damaligen Standort. So stammt der Sandstein von einem großen Fluss, der vor 316 Mio. Jahren die Steinkohlenmoore des heutigen Ruhrgebiets durchströmte. Der „Ursaurier“ hinterließ seine Fußabdrücke wohl am feuchten Flussufer oder auf einer Sandbank im Fluss. Da die anderen Funde aus dem Ruhrkarbon und auch alle übrigen Fährtenfunde in Deutschland deutlich jünger sind, steht fest: Es handelt sich um die älteste Wirbeltierfährte in Deutschland überhaupt. Der Fund ist von größter wissenschaftlicher Bedeutung, auch weil die Fährtenplatte noch im ursprünglichen Gesteinsverband liegt. 

Der GD NRW koordiniert die detaillierten Untersuchungen. Die paläontologische Bodendenkmalpflege am LWL-Museum für Naturkunde in Münster ist zuständig für die Sicherung des Fundes. Sie hat das Fundareal als Bodendenkmal ausgewiesen und organisiert gemeinsam mit Partnern des GeoParks Ruhrgebiet die Sicherung und die Bergung der Fährtenplatte. Die Abdrücke lassen sich nicht an Ort und Stelle erhalten. Sie sollen aber im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht werden. Mehr... 

 


surinam
(Quelle: Homepage RWE Dea)

1052 
RWE Dea baut Explorationsportfolio durch Lizenzeinstieg in Suriname aus

RWE Dea hat mit dem Öl- und Gasunternehmen PETRONAS Suriname E&P BV („PETRONAS Suriname“) Verträge über den Einstieg in die Lizenz Block 52 vor der Küste von Suriname abgeschlossen. Hiermit sichert sich RWE Dea den Einstieg in das südamerikanische Land, das über ein nachgewiesenermaßen aussichtsreiches Potenzial an Kohlenwasserstoffvorkommen verfügt.

Im Rahmen des Farm-in-Abkommens, das unter Vorbehalt des Abschlusses steht, wird RWE Dea eine Beteiligung von 40% an der Lizenz Block 52 erwerben. Die Lizenzfläche beträgt 4.743 Quadratkilometer und befindet sich im Guyana-Suriname-Becken, rund 120 Kilometer vor der nordöstlichen Küste Südamerikas. Bei Block 52 handelt sich um ein Untersuchungs¬gebiet mit kohlenwasserstoffhöffigen Strukturen in der Oberen Kreide in Wassertiefen von 100 bis 1.000 Metern. PETRONAS Suriname ist mit einem Anteil von 60% Betriebsführer der Lizenz. Das geplante Arbeitsprogramm für Block 52 sieht in den kommenden drei Jahren die Durchführung einer 3D-Seismik sowie einer „Der Einstieg in die Lizenz ermöglicht uns einen frühzeitigen Zugang zu einem viel versprechenden geologischen Gebiet sowie den weiteren Ausbau unsere Position in einer unserer Kernregionen“, so Thomas Rappuhn, Chief Executive Officer RWE Dea AG. „Der Äquatoriale Raum Südamerikas hat für RWE Dea wichtige strategische Bedeutung und wir gehen mit großen Erwartungen in die anstehende Explorationskampagne, denn das Gebiet bietet alle Voraussetzungen zur Entdeckung großer Lagerstätten“, erklärt Rappuhn. 

RWE Dea ist bereits seit dem Jahr 2011 und dem damals vollzogenen Einstieg in die Lizenz NCMA2 vor der Küste von Trinidad & Tobago in der Region präsent. Für die zweite Jahreshälfte 2013 ist hier eine erste Explorationsbohrung geplant. Bestandteil der Strategie des Unternehmens ist das gezielte Wachstum in ausgewählten Kernregionen. In diesem Zusammenhang prüft RWE Dea auch die Teilnahme an den aktuellen Bieterrunden in Suriname und Trinidad & Tobago.

Die Beteiligungen an der Lizenz Block 52:
RWE Dea AG: 40 %
Petronas Suriname (Betriebsführer): 60 %

Mehr... 


Grundstein
(Quelle: Homepage TU Clausthal)

1051
Grundstein für Forschungszentrum Drilling Simulator gelegt

Einen Simulator für die Tiefbohrforschung (Drilling Simulator), der weltweit einer der modernsten und leistungsfähigsten seiner Art sein wird, errichtet die TU Clausthal in Celle. Dieser vom Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) wissenschaftlich betreute Simulator dient der Erforschung und Entwicklung neuartiger Bohrtechniken. Der Grundstein für das 10-Millionen-Euro-Projekt wurde am 30. Mai gelegt. 

Am Forschungszentrum Drilling Simulator werden künftig technische Verfahren entwickelt, die beispielsweise die Gewinnung geothermischer Energie aus tiefen geologischen Schichten wirtschaftlich werden lässt. „Mit dem Forschungszentrum in Celle schlagen die TU Clausthal und ihre über das EFZN verbundenen Partner eine Brücke von der Wissenschaft zur Wirtschaft, indem sie sich mit diesem zukunftsorientierten Projekt direkt in ein einschlägig geprägtes Industrieumfeld begeben”, so Universitätspräsident Professor Thomas Hanschke. Der Bohrteststand, der im Sommer 2014 fertiggestellt sein soll, unterstreiche die hohe Kompetenz der Hochschule und ihrer Partner auf diesem Gebiet. 

„Hochinnovative Ansätze zur Bohrungserstellung können künftig mit Hilfe des Drilling Simulators zum Teil im Maßstab 1:1 ausgeführt und experimentell untersucht werden. Mit den Softwaremodulen, die im Simulator zusammengeführt werden, können thermische, hydraulische, mechanische und chemische Prozesse und deren Wechselwirkungen in Echtzeit simuliert und geplante Bohrungen bereits vorab virtuell erkundet werden”, erläuterte der Projektleiter des Vorhabens, Professor Hans-Peter Beck. An der Tiefbohrversuchsanlage in Celle sollen nach Beginn der Aufbauphase 15 Wissenschaftler forschen, hierfür werden aus Landes- und Drittmitteln 15 Stellen neu geschaffen. „Für die wissenschaftliche Betreuung wird eine Professur Hochleistungsbohrtechnik und Bohrlochmodellierung an der Clausthaler Fakultät für Energie- und Wirtschaftswissenschaften eingerichtet”, so der zuständige Dekan Professor Norbert Meyer. Mehr... 

 


Arctic Ocean
(Quelle: Homepage GEOMAR) 

1050
Auf die Flut folgte das Eis 
GEOMAR-Forscher finden Zusammenhang zwischen Meeresspiegel und Eisbildung in der Arktis

Als Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel die Umweltbedingungen in der Framstraße zwischen Spitzbergen und Grönland für die vergangenen 9000 Jahre rekonstruierten, fanden sie einen verblüffenden Zusammenhang. Kurz nach dem Ende der letzten Eiszeit waren die Wassertemperaturen noch höher als heute. Erst als der Meeresspiegel in der Arktis weiter stieg, begann die Eisbildung, wie sie noch bis vor wenigen Jahrzehnten typisch war. Die Studie ist jetzt online in der internationalen Fachzeitschrift „Paleoceanography“ erschienen. 

In kaum einer anderen Region der Erde ist der aktuelle Klimawandel so deutlich mess- und sichtbar wie in der Arktis. Deshalb konzentrieren sich viele Wissenschaftler auf die nördlichen Polarregionen, wenn sie die derzeitigen Entwicklungen untersuchen und mögliche Folgen abschätzen wollen. Dazu müssen sie sich auch die komplexe Vergangenheit der Polarregionen näher ansehen. Denn die Art, wie das Nordpolarmeer in früheren Epochen der Erdgeschichte auf Klimaveränderungen reagiert hat, verrät möglicherweise auch Details über zukünftige Reaktionen. So konnten Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel jetzt erstmals Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Meeresspiegel und der Eisbildung in der Arktis finden. „Die starke Eisbildung, die noch vor wenigen Jahrzehnten typisch war, war kein Überbleibsel der letzten Eiszeit. Vielmehr hat sie sich erst vor rund fünf- bis neuntausend Jahren so herausgebildet, als die flachen Schelfmeere des Nordpolarmeeres überflutet wurden“, sagt Dr. Kirstin Werner vom GEOMAR. Sie ist Erstautorin der Studie, die jetzt online in der internationalen Fachzeitschrift „Paleoceanography“ erschienen ist. Mehr... 

Bild links: Karte der Grönlandsee und des Arktischen Ozeans. Die weiß abgetönten Flächen zeigen die durchschnittliche sommerliche Eisbedeckung, die weißen Pfeile markieren die heutige Eisdrift. Die roten Pfeile zeigen den Transportweg für warmes Atlantikwasser in den Arktischen Ozean. Der gelbe Punkt markiert die Probenentnahmestelle für die aktuelle Studie (Kartengrundlage: www.ibcao.org, Bearbeitung: R. Spielhagen, AdWMainz/GEOMAR, Quelle: Homepage GEOMAR).

 


obu2
Aussetzen eines Ozeanbodenseismometers (Foto: GEOMAR). 

1049
Die Geburtsstunde des Atlantiks

Ein internationales Team von Meeresforschern bricht diese Woche zu einer Expedition in den Nordostatlantik vor die Küste Galiziens auf. Mit zwei Forschungsschiffen, der amerikanischen MARCUS G. LANGSETH und der deutschen POSEIDON wollen die Wissenschaftler mehr über die Geburtsstunde des Atlantiks erfahren, die vermutlich etwa vor 200 Millionen Jahren begann. Mit an Bord sind Geophysiker vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Es ist schon sehr lange her, man schätzt etwa 250 Millionen Jahre, als es noch möglich war, trockenen Fußes von Spanien nach Neufundland zu gelangen. Vor etwa 200 Millionen Jahren war es damit vorbei, der damalige Kontinent „Laurasia“ brach auseinander, der Atlantik wurde geboren. Seit dieser Zeit wird der „Große Teich“ jedes Jahr einige Zentimeter breiter. Wie genau die Geburt des Atlantiks vonstatten ging, ist allerdings völlig unklar. Deshalb brechen jetzt Wissenschaftler aus Großbritannien, den USA und Deutschland mit zwei Forschungsschiffen auf, um mehr Informationen über den Geburtsprozess zu gewinnen.

Mit dem amerikanischen Forschungsschiff MARCUS G. LANGSETH und dem deutschen Forschungsschiff POSEIDON vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel wird in den kommenden zwei Monaten die bisher größte, rein wissenschaftliche 3D-Seismik-Untersuchung durchgeführt werden. Im Zuge der Expedition werden 3D-Abbildungen der Wassersäule und bis 15 Kilometer unterhalb des Meeresbodens über eine Fläche von 64 mal 22 Kilometern am Kontinentalhang vor der Küste Galiziens (Nordspanien) angefertigt. Zur Vorbereitung des Großversuchs legen Wissenschaftler des GEOMAR sowie britische Kollegen im Mai und Juni mit der POSEIDON 78 Ozeanboden-Seismometer (OBS) im Untersuchungsgebiet aus. Die Seismometer werden anschließend die akustischen Signale des Seismik-Systems aufnehmen und zusätzliche Informationen über das Gestein der kontinentalen Erdkruste und des oberen Erdmantels liefern. Mit dem so entstehenden, bisher einzigartigen Datensatz soll das Verständnis über die Vorgänge in der Lithosphäre beim Auseinanderbrechen von Kontinenten verbessert werden. Gleichzeitig sollen die Möglichkeiten und Grenzen für ozeanographische Untersuchungen mit Hilfe seismischer Methoden untersucht werden.

„Es hat fast neun Jahre an Vorbereitung gekostet, bis das Experiment nun endlich stattfinden kann“, sagt Professor Tim Minshull von der University of Southampton Ocean and Earth Science (SOES) am  National Oceanography Centre, Southampton (UK). Prof. Minshull koordiniert zusammen mit Dr. Dirk Kläschen vom GEOMAR das Aussetzen der Ozeanbodenseismometer. Mehr... 

 


Polarstern
(Quelle: Homepage AWI Bremerhaven) 

1048
Polarstern-Expeditionsteilnehmer starten Richtung winterliche Antarktis – Meereis und Lebewesen des Südpolarmeers im Fokus 

Am 6. Juni 2013 startete eine Gruppe Forschender des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, mit einem Flugzeug Richtung Südafrika. Die Reise in den Süden ist jedoch kein Sommerurlaub, sondern der Auftakt für eine besondere Fahrt: Am Samstag, den 8. Juni 2013, soll das Forschungsschiff Polarstern zu einer Expedition in den antarktischen Winter aufbrechen. 49 Forschende von Instituten aus zwölf Ländern werden gemeinsam mit 44 Besatzungsmitgliedern gut zwei Monate im Südpolarmeer unterwegs sein. Sie erforschen das Meereis, die Atmosphäre und den Ozean, bis die Expedition am 12. August in Punta Arenas, Chile, endet. 

Der Forschungseisbrecher Polarstern ist weltweit eines der wenigen Schiffe, die den antarktischen Ozean im Winter befahren können. Das Weddellmeer als Zielgebiet der Expedition ist um diese Jahreszeit von Meereis bedeckt, Temperaturen um minus 30 Grad Celsius und die Polarnacht mit nur wenigen Stunden Dämmerlicht erwarten die Expeditionsteilnehmer. Diese besonderen Verhältnisse bedingen, dass viele physikalische, chemische und biologische Prozesse im antarktischen Winter unzureichend erforscht sind. Die Antarktis nimmt im System Erde eine Schlüsselrolle ein: Hier wird das so genannte Tiefenwasser gebildet, das die globalen Meeresströmungen antreibt. 

Um grundlegende Daten in der winterlichen Antarktis zu gewinnen, hat Fahrtleiter Prof. Dr. Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut ein internationales Team zusammengestellt und nimmt modernstes Forschungsgerät mit auf die Expedition. Sie wollen auf dem Greenwich-Meridian bis zur Küste der Antarktis beispielsweise der grundlegenden Frage nachgehen: Aus welchen Gründen nimmt die Ausbreitung des antarktischen Meereises leicht zu, während die Meereisbedeckung in der Arktis stetig zurückgeht? 

Die zweite Expeditionshälfte führt dann in den beginnenden Frühling: Die geplante Route führt die Polarstern von der Küste der Antarktis weiter nach Nordwesten aus der Polarnacht in die aufgehende Sonne. Welche Mechanismen das Ökosystem des Südpolarmeeres nach dem langen, kalten und dunklen Winter wieder zum Leben erwachen lassen, ist die zweite Kernfrage des Forschungsprogramms. Mehr... 

 


Manganknollen
(Quelle: Homepage BGR) 

 

1047
Manganknollen-Expedition im Pazifik: BGR-Forscher entdecken wertvolles Rohstoffvorkommen 

Mit vielversprechenden Ergebnissen ist jetzt das Wissenschaftler-Team der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) von seiner sechswöchigen Expedition mit dem US-amerikanischen Forschungsschiff "Kilo Moana" aus dem deutschen Manganknollen-Lizenzgebiet im Zentralpazifik nach Hannover zurückgekehrt. Bei ihren Untersuchungen in einem der wirtschaftlich interessantesten Teilgebiete entdeckten die BGR-Experten ein Vorkommen von rund 30 Millionen Tonnen Manganknollen. Die Förderung der darin enthaltenen Wertmetalle Nickel, Kupfer und Kobalt, deren Menge insgesamt rund 1 Million Tonnen umfasst, würde etwa 15 Jahre Tiefseebergbau ermöglichen. 

„Unsere neuesten Ergebnisse zeigen, dass Manganknollen eine vielversprechende Rohstoffquelle der Zukunft sind", erklärt BGR-Expeditionsleiter Dr. Carsten Rühlemann. Die Wissenschaftler hatten ein 2.000 km2 großes Teilgebiet des insgesamt 75.000 km2 großen Lizenzgebietes untersucht. „Neben diesem Areal gibt es noch mindestens sechs weitere interessante Gebiete, die großflächig dicht mit Manganknollen belegt sind und ein großes Potenzial versprechen", so Rühlemann. Die Knollenfelder sollen auf weiteren Forschungskampagnen bis zum Jahr 2021 detailliert erkundet werden. 

Zur Beurteilung der potenziellen Lagerstätten entnahmen die Meeresforscher Proben des Meeresbodens mit den darauf liegenden Manganknollen. Außerdem wurden mit einem Videoschlitten, der einige Meter über dem Meeresboden geschleppt wurde, mehrere Kilometer lange Profile gefahren. Auf den Foto- und Videoaufnahmen lassen sich die besonders knollenreichen Areale sehr gut identifizieren. Rühlemann: „Die Manganknollen sind zwischen 2 und 10 cm groß, einige Exemplare erreichen sogar 16 cm Durchmesser.“ Die Wertmetalle Nickel, Kupfer und Kobalt machen rund 3 % der Knollenmasse aus. Der Hauptbestandteil Mangan ist nur von untergeordnetem wirtschaftlichem Interesse. Mehr... 

 


bgr-hubschrauber
(Quelle: Homepage BGR)

1046
Befliegung mit BGR-Hubschrauber an der Elbe: Thermalkamera misst Durchfeuchtungen an Deichen

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt in Abstimmung mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Magdeburg am Montag, den 10. Juni 2013, eine Hubschrauber-Testmessung durch. Dabei werden mit dem BGR-Hubschrauber „Sikorsky S-76B“ aus 300 m Höhe Temperaturmuster als Hinweise auf mögliche Durchfeuchtungen an Deichen zwischen Elbe und Mittellandkanalschleusen nördlich von Magdeburg gemessen und kartiert. 

„Wir wollen eine neue Methode testen, mit der Damm- und Deichdurchfeuchtungen mittels Thermalfernerkundung noch besser lokalisiert und analysiert werden können“, so BGR-Projektleiter Friedhelm Schwonke. 

Der BGR-Hubschrauber ist für die Befliegung mit einer Thermalkamera ausgestattet, die die Wärmestrahlung der Erdoberfläche registriert und digital speichert. Unterschiedliche Bodendurchfeuchtungen können sich durch unterschiedliche Temperaturen an der Erdoberfläche abbilden. Die Messdaten werden deshalb nach ihrer Registrierung zu digitalen Temperaturmuster-Karten zusammengefügt. 

Der BGR-Hubschrauber führt die Befliegungskampagne von seinem Heimatflugplatz Hildesheim aus durch. Mehr... 

 


dmt bergbau
(Quelle: Homepage DMT)
1045
DMT-BergbauForum geht in Leipzig in die 12. Auflage

Über mehr als 20 Jahre hat sich das DMT-BergbauForum einen guten Ruf im Bergbau- und Rohstoffsektor erarbeitet. Mit namhaften Referenten und fachspezifischen Themen präsentiert sich die Fachtagung ihren Besuchern nun in der 12. Auflage am 20. und 21. Juni 2013 in Leipzig. Wie immer steht der persönliche Dialog von Experten aus Theorie und Praxis im Mittelpunkt.
Ins Leben gerufen wurde die Tagungsreihe durch die heutige DMT GmbH & Co. KG in Essen, einem Unternehmen mit über 100-jähriger Erfahrung auf den Gebieten Exploration, Engineering und Consulting in der Rohstoff-branche. Seit 1991 bietet das BergbauForum im Zwei-Jahres-Rhythmus Teilnehmern die Gelegenheit, mit Fachleuten aus Wissenschaft und Forschung wie auch mit den Entscheidungsträgern der Branche in Kontakt zu treten. Veranstaltungsorte sind jeweils Regionen mit Bergbautradition. Aktuell ist das pentahotel in Leipzig Ort der Tagung.
Das diesjährige Programm widmet sich aktuellen Fragen und Perspektiven des nationalen und internationalen Bergbaus. Exkursionen in die vom Bergbau geprägte Umgebung, beispielsweise in den neuen Bergbau-Technik-Park im Leipziger Neuseenland, runden das Tagungskonzept ab. Mehr...

 


Urzeit-Wald
Die Holzproben werden sorgfältig inventarisiert und für die Analysen im Labor vorbereitet (© WSL / Gottardo Pestalozzi, Quelle: Homepage SCINEXX).
1044
Urzeit-Wald auf Baustelle entdeckt
13.000 Jahre alte Holzstümpfe sind wichtiger Fund für die Dendrochronologie

Es war ein Fund direkt vor der Haustür: Am Südrand von Zürich haben Forscher die Reste eines vor 13.000 Jahren im Schlamm begrabenen Urzeit-Waldes entdeckt. Arbeiter auf einer Baustelle waren beim Baggern zufällig auf die Baumstümpfe gestoßen. Bisher wurden mehr als 200 gut erhaltene Kiefernstümpfe geborgen. Qualität und Ausmaß des Fundes seien weltweit einmalig und ein wichtiger Schatz für die mitteleuropäische Dendrochronologie - die Datierung mittels Jahresringen, berichten die Forscher.
Als Daniel Nievergelt, Jahresringforscher an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), einen Blick in eine Baustelle am Südrand von Zürich warf, hoffte er auf einen brauchbaren Fund. Und tatsächlich: Am Rand der lehmigen Baugrube lagen einige große Baumstrünke. Die Bauarbeiter hatten sie zum Holzabfall geworfen. Bei näherem Hinsehen erkannte sie der Forscher als sogenannte subfossile Kiefern - Baumreste, die nicht versteinert sind, aber dennoch bereits sehr alt. Sofort unterzog er den Fund gemeinsam mit Kollegen einer näheren Untersuchung und schickte drei Proben an die ETH Zürich mit Bitte um eine C14-Datierung.
Diese bestätigte die Vermutungen: Dem Holz wurde ein Alter zwischen rund 12.900 und 13.840 Jahren zugeschrieben. Mit Unterstützung der Bauleitung konnten die Forscher bis heute gegen 200 Kiefernstümpfe bergen, die sie in mehreren Lastwagenladungen an die WSL transportieren ließen. Qualität und Dimensionen des Fundes sind nach dem Kenntnisstand der beteiligten Forscher weltweit einmalig. Mehr...



GFZ-8.2
Darstellung des Okhotsk-Bebens vom GEOFON
(Quelle: Homepage GFZ)

1043
Starkes Erdbeben in außergewöhnlicher Tiefe

Am 24.05. um 05:45 MESZ bebte die Erde unter dem Okhotsk-Meer im Nordwestpazifik. Das Beben mit einer Magnitude von 8,2 fand in einer außergewöhnlichen Tiefe von 605 Kilometern statt. Wegen der großen Tiefe des Bebens ist nicht mit einem Tsunami zu rechnen und es dürften auch keine größeren Schäden durch Erschütterungen auftreten.
Professor Frederik Tilmann vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ sagt dazu: „Der Bebenherd liegt außergewöhnlich tief, weit unterhalb der Erdkruste im Erdmantel." Solch starken Beben in dieser Tiefe treten im Allgemeinen nur an wenigen Orten der Erde auf: nämlich dort, wo sich erdgeschichtlich alte ozeanische Platten mit mehr als 80 Millionen Jahren Alter schnell unter eine andere Platte schiebt. Aufgrund ihres Alters sind diese Platten vergleichsweise kalt und haben, wenn sie außerdem schnell genug abtauchen, auch in großer Tiefe noch Temperaturen unter 650 bis 700 °C, der höchsten Temperatur, bei der Gestein noch in einem Erdbeben brechen kann. Im Fall des Okhotsk-Bebens ist es die pazifische Platte, die sich mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Zentimetern pro Jahr unter die Okhotsk-Mikroplatte schiebt.
Das Beben folgt einer ebenfalls höchst ungewöhnlichen Häufung von elf flacheren Beben mit Magnituden zwischen 5,5 und 6,1 innerhalb von zwei Tagen. Dieser Schwarm ist aber in direkter Linie über 650 km von dem heutigen Beben entfernt, so dass sich noch nicht sagen lässt, ob ein direkter Zusammenhang besteht. Mehr...

 

 


atlantik
(Quelle: Homepage GEOMAR)

 

1042
Die Geburtsstunde des Atlantiks
Internationales Forscherteam sucht nach der Wiege des „Großen Teichs"

Ein internationales Team von Meeresforschern bricht diese Woche zu einer Expedition in den Nordostatlantik vor die Küste Galiziens auf. Mit zwei Forschungsschiffen, der amerikanischen MARCUS G. LANGSETH und der deutschen POSEIDON wollen die Wissenschaftler mehr über die Geburtsstunde des Atlantiks erfahren, die vermutlich etwa vor 200 Millionen Jahren begann. Mit an Bord sind Geophysiker vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.
Es ist schon sehr lange her, man schätzt etwa 250 Millionen Jahre, als es noch möglich war, trockenen Fußes von Spanien nach Neufundland zu gelangen. Vor etwa 200 Millionen Jahren war es damit vorbei, der damalige Kontinent „Laurasia" brach auseinander, der Atlantik wurde geboren. Seit dieser Zeit wird der „Große Teich" jedes Jahr einige Zentimeter breiter. Wie genau die Geburt des Atlantiks vonstatten ging, ist allerdings völlig unklar. Deshalb brechen jetzt Wissenschaftler aus Großbritannien, den USA und Deutschland mit zwei Forschungsschiffen auf, um mehr Informationen über den Geburtsprozess zu gewinnen.
Mit dem amerikanischen Forschungsschiff MARCUS G. LANGSETH und dem deutschen Forschungsschiff POSEIDON vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel wird in den kommenden zwei Monaten die bisher größte, rein wissenschaftliche 3D-Seismik-Untersuchung durchgeführt werden. Im Zuge der Expedition werden 3D-Abbildungen der Wassersäule und bis 15 Kilometer unterhalb des Meeresbodens über eine Fläche von 64 mal 22 Kilometern am Kontinentalhang vor der Küste Galiziens (Nordspanien) angefertigt. Zur Vorbereitung des Großversuchs legen Wissenschaftler des GEOMAR sowie britische Kollegen im Mai und Juni mit der POSEIDON 78 Ozeanboden-Seismometer (OBS) im Untersuchungsgebiet aus. Die Seismometer werden anschließend die akustischen Signale des Seismik-Systems aufnehmen und zusätzliche Informationen über das Gestein der kontinentalen Erdkruste und des oberen Erdmantels liefern. Mit dem so entstehenden, bisher einzigartigen Datensatz soll das Verständnis über die Vorgänge in der Lithosphäre beim Auseinanderbrechen von Kontinenten verbessert werden. Gleichzeitig sollen die Möglichkeiten und Grenzen für ozeanographische Untersuchungen mit Hilfe seismischer Methoden untersucht werden.
„Es hat fast neun Jahre an Vorbereitung gekostet, bis das Experiment nun endlich stattfinden kann", sagt Professor Tim Minshull von der University of Southampton Ocean and Earth Science (SOES) am National Oceanography Centre, Southampton (UK). Prof. Minshull koordiniert zusammen mit Dr. Dirk Kläschen vom GEOMAR das Aussetzen der Ozeanbodenseismometer. Mehr...

 


langeoog
(Quelle: Homepage BGR)
1041
Geländekampagne auf Langeoog: BGR untersucht Auswirkungen des Klimawandels

Weltweit leben mehr als 500 Millionen Menschen auf Inseln und 3 Milliarden im Küstenbereich. Süßwasserlinsen, d. h. unterirdische Grundwasservorkommen, sind in diesen Regionen für die lokale Wasserversorgung unersetzlich. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt daher im Rahmen des Projektes FLIN (Freshwater Lens Investigations) vom 28. bis 30. Mai 2013 auf der Nordseeinsel Langeoog eine umfassende Geländekampagne durch. Langeoog dient dabei als weltweit einmaliges Klima-Archiv.
Die Untersuchungen zeigen, dass im Grundwasser die Klimageschichte der Nordseeinseln der letzten 100 Jahre gespeichert ist. Darauf basierend werden die Auswirkungen des Klimawandels und des drohenden Meeresspiegelanstiegs analysiert und Prognosen erstellt. Die Ergebnisse zum empfindlichen Gleichgewicht von Süß- und Salzwasser sind auf andere Inseln übertragbar und können für die Entwicklung eines nachhaltigen Wassermanagements, auch in stärker gefährdeten Küstengebieten, z. B. für Entwicklungsländer genutzt werden.
An der Geländekampagne sind neben Hydrogeologen und Geophysikern der BGR Experten des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und der Universität Bremen beteiligt. Es werden Messungen zur Grundwasserneubildungsrate, zur Ausdehnung der Süßwasserlinse, der chemischen Zusammensetzung des Grundwassers, der Altersschichtung sowie der Versickerungsrate des Wassers in den Dünensanden vorgenommen. Damit wird die Untersuchungsreihe vom September 2012 fortgeführt. Für die Probenahme wird das neue und moderne Grundwassermessfahrzeug des LBEG eingesetzt.
Die Wasserversorgung in Küstenzonen und auf Inseln wie Langeoog unterliegt besonderen Herausforderungen. Obwohl Salz- und Süßwasser prinzipiell vollständig mischbar sind, kommt es im Untergrund oft zu einer räumlichen Trennung: das weniger dichte, leichtere Süßwasser schwimmt auf dem dichteren, schwereren Salzwasser – ähnlich wie Milchschaum auf einem Kaffee. Das Gleichgewicht zwischen Salz- und Süßwasser ist hingegen jedoch sehr empfindlich gegenüber Störungen. Wird zu viel Süßwasser durch Brunnen entnommen, kann es zum Nachströmen von Salzwasser kommen. Dadurch können die Süßwasservorkommen zunehmend versalzen.
„Dieser Prozess ist praktisch nicht mehr umkehrbar und führt im schlimmsten Fall zum Zusammenbruch der Wasserversorgung. Es dauert dann viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte, um die Süßwasserlinse wiederherzustellen", erklärt BGR-Experte Prof. Dr. Thomas Himmelsbach. „Um eine nachhaltige Wasserversorgung zu gewährleisten, muss ein Gleichgewicht zwischen dem Verbrauch und der sogenannten Grundwasserneubildungsrate bestehen", so Himmelsbach. Mehr..

 


Dera
(Quelle: Homepage BGR) 

1040
DERA veröffentlicht Auftragsstudie: Entwicklungstrends bei Rohstoffpreisen

Das zyklische Verhalten der Rohstoffmärkte wird auch in Zukunft immer wieder zu Preisspitzen führen, so ein Ergebnis der jetzt veröffentlichten Studie "Ursachen von Preispeaks, -einbrüchen, und -trends bei mineralischen Rohstoffen", die die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) beim Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) in Auftrag gegeben hatte. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Nachfrage nach Rohstoffen aufgrund des globalen Wirtschaftswachstums und technologischer Trends immer weiter an. Das Rohstoffangebot hingegen nahm im gleichen Zeitraum nur langsam und mit Verzögerung zu. Dies führte immer wieder zu Peaks bei den Rohstoffpreisen - eine Entwicklung, die sich auch in Zukunft wiederholen wird. 

"Um zukünftige Marktentwicklungen und Preisrisiken abzuschätzen, ist es wichtig, die Ausschläge von Rohstoffpreisen in der Vergangenheit zu analysieren und zu systematisieren", so DERA-Leiter Dr. Peter Buchholz. Für die Bestimmung der Ursachen und Mechanismen von Rohstoffpreisentwicklungen wurden in der Studie Preiszeitreihen von 32 mineralischen Rohstoffen herangezogen. Ausgewertet wurden Monatsdaten über einen Zeitraum von bis zu 100 Jahren. In einem ersten Schritt wurden die Ursachen für Preisspitzen individuell entlang der jeweiligen Zeitreihe analysiert. Danach erfolgte eine statistische Auswertung innerhalb der Rohstoffgruppen Buntmetalle, Industrieminerale, Leichtmetalle, Elektronikmetalle, Stahlveredler und Edelmetalle.

Langfristig zeichnen sich für die einzelnen Rohstoffgruppen verschiedene Preistrends ab. So verhalten sich beispielsweise die Preise der Buntmetalle deutlich anders als die der Elektronikmetalle. Innerhalb der Rohstoffgruppen können jedoch gemeinsame Preisentwicklungen nachgewiesen werden, wie beispielsweise die statistische Analyse für Buntmetalle oder für Aluminium und Magnesium ergab. Bei Gleichläufen ist damit zu rechnen, dass die Rohstoffpreise auch langfristig ähnlich verlaufen werden. "Für Unternehmen sind diese Ergebnisse für die Abschätzung der Preisentwicklung und die Berechnung von Gleichläufen von Bedeutung. Entscheidungen bezüglich der Preisabsicherung von Rohstoffen und des Managements von Preisrisiken können dadurch einfacher getroffen werden", erklärt Prof. Dr. Michael Bräuninger, einer der Autoren der Studie. 
Download der Studie:  

 


ufz
 (Quelle: Homepage UFZ) 

1039 
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ 
Neues Verfahren verbessert Überwachung von Altlasten im Boden

Wie stark Bakterien Schadstoffe im Grundwasser abbauen, kann jetzt auch ohne Messbrunnen untersucht werden. Wissenschaftler des UFZ haben dazu zusammen mit der Baden-Württembergischen Firma Terra-direct ein neues Verfahren entwickelt, das in-situ Mikrokosmen (BACTRAPs) mit Hilfe der Direct-Push-Technologie schnell und kostengünstig in den Untergrund bringt. Direct-Push-Techniken sind eines der Themen der Konferenz "NovCare 2013", die vom 13.-16. Mai am UFZ in Leipzig stattfindet und sich mit neuen Methoden zur Erkundung und zum Monitoring des oberflächennahen Untergrundes befasst.

In Deutschland gibt es etwa 270.000 zivile altlastenverdächtige Flächen, von denen nach Darstellung des Deutschen Umweltrates etwa 10 bis 15 Prozent ernste Sanierungsfälle darstellen. Die Finanzierung der Altlastenbeseitigung bereitet trotz staatlicher Fördermittel ernste Probleme, deshalb ist die Nachfrage nach preiswerten Reinigungsverfahren groß. Interessant sind daher natürliche Selbstreinigungsprozesse im Boden, die zwar länger als eine technische Behandlung dauern, aber nur einen Bruchteil davon kosten. Die sogenannte „Natural Attenuation“ kann eine interessante Sanierungsstrategie für kontaminierte Standorte sein. Häufig ist jedoch der Nachweis natürlicher Schadstoffabbauprozesse schwierig zu erbringen, weil nur wenige Nachweismethoden staatlich akzeptiert sind. Für solche Fälle sind BACTRAPs gedacht. Diese Mikrokosmen werden steril im Boden platziert und dort von Bodenbakterien besiedelt, die die eingebrachten Schadstoffe abbauen können. Die Biomarker der Bakterien werden anschließend im Labor analysiert. Durch die Markierung mit stabilen, nicht radioaktiven Isotopen ist der Nachweis möglich, ob ein bestimmter Schadstoff im Boden der Altlast abgebaut wird.

Das neue Verfahren bringt nun diese Bakterienfallen mit der Direct-Push-Technologie zusammen, mit Hilfe derer die BACTRAP-Sonde bis zu mehreren Metern tief im Boden oder im Grundwasserleiter installiert werden kann. So können Einblicke in den Boden gewonnen werden, ohne erst Grundwassermessstellen bohren zu müssen, was teurer und zeitaufwändiger wäre. Mit der neuen Sonde wurde erstmals ein mikobiologischer Ansatz in die Direct-Push-Technologie integriert, der zudem auch Messungen oberhalb von Grundwasserleitern in der ungesättigten Bodenzone einschließt. „Entsprechend groß war das Interesse Mitte April auf der AquaConSoil-Messe in Barcelona, wo wir das Verfahren erstmals vorgestellt haben“, berichtet Christian Schurig vom UFZ. Mehr... 

 


Urwasser
Das Wasser in diesem Probenbehälter ist mindestens 1,5 Milliarden Jahre alt (© J. Moran, Quelle: Homepage SCINEXX).

1038 
Ältestes Wasser der Erde entdeckt 
In 2,4 Kilometern Tiefe hat ein gut 1,5 Milliarden Jahre altes Wasserreservoir überdauert

Die ersten Zellen und Organismen entwickelten sich vor Milliarden von Jahren im Wasser. Wie dieses allerdings chemisch beschaffen war, das ist bisher nur in Teilen bekannt. Jetzt haben britische und kanadische Forscher ein einzigartiges Relikt dieser fernen Vergangenheit entdeckt: Bei Tiefbohrungen in Kanada stießen sie in 2,4 Kilometern Tiefe auf ein in Gesteinsritzen eingeschlossenes urzeitliches Wasserreservoir. Isoliert von der Außenwelt überdauerte die Flüssigkeit dort mehr als 1,5 Milliarden Jahre. Sie ist damit das älteste jemals entdeckte Wasser der Erde - und könnte vielleicht sogar alte Lebensformen enthalten, wie die Forscher im Fachmagazin "Nature" berichten. Vielleicht, so hoffen sie, gibt es sogar auch auf dem Mars noch solche Relikte einer lebensfreundlicheren, nasseren Welt.

Die Erdkruste ist normalerweise ein eher unruhiger Ort: Die ständige Drift der Kontinente schiebt die Kruste an einigen Orten in die Höhe, drückt sie an anderen in die Tiefe. Dadurch öffnen sich Risse im Untergrund, Spalten entstehen und schließen sich wieder. Unter anderem deshalb nahm man bisher an, dass es in den Tiefen des Gesteins eigentlich keine Hohlräume geben kann, in denen Wasser über Milliarden Jahre ungestört überdauern konnte.

Uraltes Nass unter tiefen Minenschächten

Als das bisher älteste urzeitliche Nass galt ein Reservoir unter der Witwatersrand-Mine in Südafrika. "Isotope von Edelgasen in diesen tiefen Bruchspalten deuten darauf hin, dass das Wasser dort 25 Millionen Jahre alt ist", erklären Greg Holland von der Lancaster University und seine Kollegen. In diesem urzeitlichen Wasser wurde sogar Leben gefunden - Mikroben, die ohne Licht nur auf Basis chemischer Reaktionen überdauern. Ob es aber noch ältere Reservoire gibt, war unklar - bis jetzt.

Am Anfang der neuen Entdeckung stand eine Tiefbohrung in der Timmins-Mine in der kanadischen Provinz Ontario. 2,4 Kilometer tief drang der Bohrer in das einst bei Vulkanausbrüchen abgelagerte Gestein vor, das reichhaltige Kupfer- und Zinkerze enthält. Aus Datierungen war bekannt, dass diese Gesteinsschichten aus dem Präkambrium stammen, aus der Zeit vor rund 2,7 Milliarden Jahren. Als aus dem Bohrloch plötzlich Wasser sprudelte, nahmen Holland und seine Kollegen Proben und analysierten dessen Zusammensetzung. Mehr... 

 


gold - zucker
Grüne Goldgewinnung: Zucker statt giftiges Zyanid trennt das Edelmetall aus dem Erz (© Aleksandr Bosoy, Quelle: Homepage SCINEXX). 

1037
Zucker macht Goldgewinnung "grün"
Ein simpler ringförmiger Zucker erweist sich als hochselektive und effektive Goldfalle

Zur Goldgewinnung braucht man bisher pures Gift: Denn um das begehrte Edelmetall aus dem Rohmaterial herauszulösen, werden Zyanide eingesetzt. Aber es geht auch ungiftiger, wie US-amerikanische Forscher jetzt herausfanden: Eine einfache Zuckerverbindung, das Alpha-Cyclodextrin, wirkt als hochgradig selektive Goldfalle. Als Komplex gebunden lässt sich das Edelmetall mit Hilfe dieses Moleküls leicht und ungiftig aus Erzen, aber auch aus Elektroschrott entfernen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Communications". Das eröffne den Weg für eine umwelt- und gesundheitsfreundlichere Goldgewinnung.

Gold hat für uns Menschen schon immer eine besondere Rolle gespielt. Schon unsere Vorfahren nutzten das Edelmetall immer dann, wenn Könige, Herrscher oder auch Götter geehrt und ausgezeichnet werden sollten. Heute ist Gold vor allem als Wertanlage begehrt - in Zeiten der Finanzkrise und schwankender Märkte gilt es als noch einigermaßen stabil. "Im letzten Jahrzehnt ist der Goldkurs daher enorm in die Höhe geschossen", erklären Studienleiter Fraser Stoddart von der Northwestern University in Evanston und seine Kollegen. Als Folge wurden die Anstrengungen verstärkt, Gold aus Erz, aber auch aus Elektroschrott zu isolieren und zu gewinnen.

Zucker statt Zyanid

Um das Edelmetall aus dem Material herauszulösen, werden bisher allerdings hochgiftige anorganische Zyanide eingesetzt. Im sogenannten Leaching-Prozess wandeln sie unlösliches Gold in wasserlösliche Goldzyanid-Komplexe um. Die goldhaltige Flüssigkeit kann dann abgeleitet werden und aus den Goldzyaniden lässt sich durch weitere Reaktionsschritte das elementare Gold gewinnen. Der große Haken dabei: Die hochgiftige Zyanidlauge gelangt oft durch Lecks oder absichtliches Ablassen in die Umwelt. Viele bei der Goldgewinnung oder dem Recycling von Elektroschrott arbeitende Menschen in armen Regionen sind zudem dem Gift ohne Schutzausrüstung ausgesetzt. Mehr... 

 


Tsunamirisiko
(Quelle: Homepage SCINEXX) 

1036
Hohes Tsunami-Risiko für Iran, Oman und Pakistan 
Makran Subduktionszone vor der Küste erweist sich als gefährlicher als gedacht

Pakistan, der Iran, Indien und Oman sind stärker durch einen Tsunami gefährdet als bisher gedacht. Denn eine tektonische Verwerfung vor der Küste dieser Länder könnte Starkbeben sogar bis zur Magnitude 9 und mehr auslösen. Das zeigen neue Vermessungen dieser im westlichen Indischen Ozean verlaufenden Plattengrenze. Eine dicke Sedimentschicht auf der Verwerfung erhöhe das Risiko für strake Spannungen im Untergrund und ein resultierendes Starkbeben noch, warnt ein britisches Forscherteam im Fachmagazin "Geophysical Research Letters".

Die sogenannte Makran Subduktionszone zieht sich von Ost nach West durch den westlichen Indischen Ozean und verläuft nahezu parallel zur Südküste des Iran und Pakistans. Ihre Ausläufer reichen bis in den Golf von Persien. An dieser Plattengrenze wird die ozeanische Kruste unter die im Norden angrenzende Kontinentalplatte gedrückt und aufgeschmolzen. Verhakt sich das Gestein dabei, entstehen Spannungen im Untergrund, die sich in Erdbeben entladen. Dabei springt der Meeresboden ruckartig sowohl zur Seite als auch nach oben oder unten und kann so auch Tsunamis auslösen.

Bisher galt die Makran Subduktionszone allerdings eher als wenig aktiv. Die letzten großen Erdbeben liegen bereits rund 60 Jahre zurück, waren allerdings heftig: Im Jahr 1947 erreichte ein Beben die Magnitude 7,3, 1948 sogar die Magnitude 8,1. Da sich aber in der Zwischenzeit kaum etwas tat, vermutete man, dass dort keine Gefahr weiterer schwerer Erdbeben drohte. Das aber erweist sich jetzt als falsche Annahme, wie Gemma Smith von der University of Southampton und ihre Kollegen herausfanden.

Potenzielle Bruchzone ist gefährlich breit

Die Forscher hatten im Rahmen ihrer Studie die Temperaturen untersucht, die entlang der Verwerfung und seitlich davon im Untergrund herrschen. Denn, so erklären sie, die Gefahr eines plötzlichen Bruchs im Gestein sei dann besonders große, wenn die Temperaturen im Untergrund zwischen 150 und 450 Grad Celsius liegen. Anhand der Temperaturverteilung lässt sich zudem ablesen, wie breit die Subduktionszone ist - wie weit sie sich unter den Kontinentrand Asiens schiebt.

"Die thermische Modellierung zeigt, dass sich die potenzielle Bruchzone sehr weit nach Norden erstreckt", berichtet Smith. Die Subduktionszone sei hier bis zu 350 Kilometer breit, das sei sehr viel im Vergleich zu anderen Plattengrenzen dieser Art. Je breiter eine solche Nahtstelle der Erde aber ist, desto höher ist auch das Risiko für Erdbeben. Mehr... 

Bild links: Die Karte zeigt die Lage und Breite der Makran Subduktionszone und die bisher dort registrierten Beben (© Smith et al. / National Oceanography Centre, Quelle: Homepage SCINEXX).   

 


Naturkatastrophe

1035 
Jede Schicht eine Naturkatastrophe  
3D-Analyse von vulkanischen Ablagerungen vor der Karibikinsel Montserrat

Seit 1995 ist der Vulkan Soufrière Hills auf der Karibikinsel Montserrat beinahe ununterbrochen aktiv. Immer wieder fließen dort Pyroklastische Ströme ins Meer, mehrmals rutschten sogar ganze Hänge in die Küstengewässer. Vom britischen Forschungsschiff RRS JAMES COOK aus untersuchten im Jahr 2010 Geophysiker des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel diese Ablagerungen erstmals mit einem neu entwickelten 3D-Seismik-System. Die Ergebnisse der Analysen präsentieren sie jetzt zusammen mit britischen Kollegen in mehreren internationalen Fachzeitschriften. 

Eine komplette Stadt versunken in Vulkanasche – bei diesem Bild denken vielen Menschen zunächst an das antike Pompeji. Doch auch in der jüngsten Vergangenheit haben Vulkane Menschen aus ihren Häusern vertrieben und ganze Städte verschüttet. Ein Beispiel ist die Hafenstadt Plymouth auf der Karibikinsel Montserrat. 1995 brach der im Zentrum der Insel gelegene Vulkan Soufrière Hills nach einer rund 300-jährigen Ruhephase aus. In den folgenden zwei Jahren ergossen sich mehrmals Pyroklastische Ströme, 500 Grad Celsius heiße und bis zu 100 km/h schnelle Glut- und Aschelawinen, über die Stadt und ihre Umgebung. 1997 gaben die Behörden Plymouth endgültig auf. Die gesamte Südhälfte der Insel Montserrat ist seitdem Sperrgebiet. Der Soufrière Hills ist bis heute sehr aktiv.

Diese lang anhaltende Folge von Eruptionen bietet Wissenschaftlern aber auch die Chance, mehr über das Verhalten von Vulkanen und daraus resultierende Gefahren zu lernen. Diesem Ziel diente beispielsweise eine Expedition des britischen Forschungsschiffs RRS JAMES COOK im Mai 2010. In ihrem Verlauf wurden vulkanische Ablagerungen vor der Ostküste der Insel kartiert. Einige dieser Ablagerungen sind während der jüngsten Ausbruchsphase entstanden, andere schon vor mehreren tausend Jahren. Bei der Kartierung kam erstmal für derartige Untersuchungen das am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel weiterentwickelte P-Cable Seismik System zum Einsatz. Es kann hoch aufgelöste, dreidimensionale Abbilder des Untergrunds erstellen. Speziell dazu war ein Geophysiker-Team des GEOMAR unter Leitung von Prof. Dr. Christian Berndt auf der JAMES COOK eingeschifft. Die Ergebnisse der Vermessungen präsentieren die Kieler Forscher jetzt gemeinsam mit ihren britischen Kollegen in einer Reihe von Publikationen, die seit Jahresbeginn in mehreren internationalen Fachzeitschriften erschienen sind. „Dank der 3D-Technik konnten wir ein deutlich besseres Verständnis davon entwickeln, wie sich vulkanisches Material im Meer ablagert und welche Prozesse sich dabei abspielen“, fasst Professor Berndt die Einzelanalysen zusammen. Mehr...

Bild links: Das P-Cable 3D-Seismik-System wird während der Expedition JC45 mit dem britischen Forschungsschiff RRS JAMES COOK vor der Karbikinsel Montserrat ausgebracht (Foto: J. Karstens, GEOMAR; Quelle: Homepage GEOMAR).

  
 


Klimageschichte
(Quelle: Uni Köln)

vegrößern -

1034
Klimageschichte der Arktis als Schlüssel für die Zukunft 
Erstmalige Dokumentation des Übergangs in das Eiszeitalter – Lückenlose Daten über einen Zeitraum von mehr als einer Million Jahre

Analysen des längsten bisher in der kontinentalen Arktis gewonnenen Sedimentkerns geben erstmals einen fast lückenlosen Einblick in die arktische Klimadynamik vor 3,6 bis 2,2 Millionen Jahren. In diesem Zeitraum erfolgte der Übergang vom warmen Pliozän in das Quartär, das sogenannte “Eiszeitalter”, in dem wir heute leben und das durch ausgeprägte Kaltzeit/Warmzeit-Zyklen mit wechselnden Eisbedeckungen der Polarregionen charakterisiert ist. 

„Die neuen Daten zeigen eindeutig, dass die Abkühlung der Nordhemisphäre nicht kontinuierlich, sondern in einzelnen, gut abgegrenzten Schritten verlaufen ist“, erklärt Prof. Martin Melles, der an der Universität zu Köln die Arbeit der deutschen Wissenschaftler koordiniert. „Dies hatte sich zwar schon in anderen Studien angedeutet, in den Seeablagerungen des El’gygytgyn ist dieser Übergang aber zum ersten Mal lückenlos über einen Zeitraum von mehr als einer Million Jahre dokumentiert.“ Die jetzt in der aktuellen Ausgabe von Science Express (Nr. 1233137; 09.05.2013) erschienene Studie kann das anhand von Bohrdaten aus dem sibirischen El’gygytgyn-See belegen. 

Dieser 170 Meter tiefe See befindet sich 100 Kilometer nördlich des Polarkreises in Tschukotka, im äußersten Nordosten von Sibirien. Aufgrund der niedrigen Temperaturen und des im kurzen Sommer nur oberflächlich auftauenden Permafrostbodens ist das Einzugsgebiet des Sees heute durch eine spärliche Tundrenvegetation mit Gräsern und einzelnen niedrigen Büschen gekennzeichnet. Der See ist vor 3,6 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstanden, der einen tiefen und großen Krater in den Boden geschlagen hat. Zur damaligen Zeit war die Nordhemisphäre noch komplett eisfrei und die Gegend um den See bewaldet. Erst ungefähr eine Million Jahre später, mit Beginn des Quartärs, begann die Arktis deutlich abzukühlen. „In den Sedimenten, die seit seiner Entstehung Jahr für Jahr ungestört im See abgelagert wurden, ist die bewegte Klima- und Umweltgeschichte dieser Gegend detailliert wie in einem Buch gespeichert“, erklärt Dr. habil. Norbert Nowaczyk vom Deutschen GeoForschungsZentrum in Potsdam. „Mittels moderner Analysetechniken und neu entwickelter numerischer Verfahren können wir nun Seite für Seite dieser Geschichte lesen“. 

Wie sich nun zeigt, begannen die ersten Schritte der Abkühlung bereits vor circa 3,3 Millionen Jahren. Anhand der Pollen, die sich im Seesediment angesammelt haben, kann der Verlauf der Temperaturen und Niederschlagsmengen seit der Entstehung des Sees rekonstruiert werden. „Es ist schon erstaunlich, dass es selbst während der ersten Abkühlungsphase noch ähnlich warm war wie heute“, sagt Dr. Catalina Gebhardt vom Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. „Und noch bis vor ca. 2,2 Millionen Jahren war es während der Warmzeiten deutlich wärmer als vor der Industrialisierung.“ Mehr...

Bild links: Schematic cross-section of the El'gygytgyn basin stratigraphy showing the locations of ICDP Sites 5011-1 and 5011-3. At Site 5011-1, three holes (1A, 1B, and 1C) were drilled to replicate the Quaternary sections. Hole 1C further penetrated the remaining lacustrine sequence and then 200 m into the impact rock sequence. Lz1024 is a 16-m-long pilot core taken in 2003 that overlaps between the lake sediment surface and the beginning of the drill cores 1A and 1B at Site 5011-1 (Quelle: Homepage Uni Köln).

 

 


blob
(Quelle: Homepage RWE Dea)

1033
RWE Dea erhält Silver Award beim WorldMediaFestival
A
uszeichnung des Films „Nordseegold“ über die Erdölförderung Mittelplate

Die RWE Dea AG hat für den Kurzfilm „Nordseegold“ den Silver Award beim diesjährigen WorldMediaFestival gewonnen. Der Film, im vergangenen Jahr von der Steinlein & Partner Filmproduktion realisiert, dokumentiert das Leben und Arbeiten auf der einzigen deutschen Erdöl-Bohr- und Förderinsel Mittelplate am südlichen Rand des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Erdölförderung Mittelplate wurde die Bedeutung des heimischen Öls sowie die verantwortungsbewusste Arbeit im ökologisch sensiblen Umfeld in beeindruckenden Bildern visualisiert. Die Bekanntgabe der Gewinner des WorldMediaFestivals 2013 erfolgte im Rahmen einer offiziellen Preisvergabe am gestrigen Mittwoch in Hamburg. 
„Anlässlich des 25-jährigen Förderjubiläums war es unser Ziel, einer breiten Öffentlichkeit gegenüber darzustellen, wie sich Ölförderung in einem ökologisch sensiblen Gebiet umsetzen lässt. Dabei sollten neben den technischen Besonderheiten und dem langjährig bewährten Sicherheitskonzept insbesondere die emotionale und wirtschaftliche Bedeutung der Mittelplate für Mensch und Region herausgearbeitet werden“, so Uwe-Stephan Lagies, Leiter Unternehmenskommunikation der RWE Dea AG.
„Nordseegold“ ist nicht bloß die Darstellung einer High-Tech-Anlage – der Film lebt von der persönlichen Perspektive der Menschen, die auf Mittelplate arbeiten und in der umliegenden Region leben. „Wir wollten den Zuschauern neben dem technischen Know-how insbesondere den Geist, das Engagement und die menschlichen Qualitäten der Mitarbeiter näher bringen“, erklärt Lagies. Daher kommen die Protagonisten persönlich zu Wort und legen im Film ihre Ideen, Gedanken und Meinungen dar. Die Bildsprache unterstreicht dies: mal impressionistisch und sehr poetisch, mal handfest und klar.  Mehr... 

Link zum Film 

 


saurierfaehrten
Quelle: Homepage Naturhist. Museum Nürnberg) 

1032
Geheimnisvolle Saurierfährten aus der fränkischen Trias
Sonderausstellung vom 3. Februar 2013 bis 31. Dezember 2013 im Geologiesaal des Naturhistorischen Museums

In den Sandsteinschichten der fränkischen Trias findet man geheimnisvolle versteinerte Fährten von lange ausgestorbenen Tieren. Funde aus dem Oberen Buntsandstein und mehreren Abschnitten des Keupers zeigen die Vielfalt sowie Gemeinsamkeiten und Variationen. Daneben geben Sedimentstrukturen wie Wellenrippeln und Trockenrisse Hinweise auf die Umweltverhältnisse, in denen die Verursacher dieser Fährten lebten: Es handelte sich um eine weite Inlandsenke, in die Flüsse von den Rändern her Sand und Tonschlamm heranführten, wobei in Senken auch wiederholt kleine oder größere Seen existierten. Ausfüllungen von Steinsalzkristallen belegen zumindestens in Zeitabschnitten trockenes, wüstenartiges Klima. 
Da wegen ungünstiger Erhaltungsbedingungen in Franken bisher keine Skelettfunde gemacht wurden, ist das Rätsel um das genaue Aussehen der Verursacher dieser Fährten noch immer nicht ganz gelüftet. Dennoch gibt es eine lange Geschichte zeichnerischer Rekonstruktionsversuche, deren Entwicklung in der Ausstellung ebenfalls dokumentiert wird. Trotz der Ungewissheiten über das genauere Aussehen der Tiere lässt sich aber zuverlässig feststellen, dass es sich um Reptilien handelte. Die Fährten zeigen den frühen Abschnitt einer Entwicklung, die gegen Ende der Trias schließlich zu den ersten Dinosauriern führte. Hier liegen dann endlich auch Skelettfunde vor, wobei eine Rekonstruktion des Plateosaurus engelhardti sowie Orginalstücke des Erstfundes die Bedeutung Frankens für die Erforschung der Entwicklungsgeschichte der Saurier unterstreichen. Mehr... 

 


Poster - Tag des Geotops 2013

1031
Tag des Geotops am und um den 15. September 2013
Veranstaltungen können gemeldet werden

Der "Tag des Geotops" wird traditionsgemäß am 3. Sonntag im September begangen. Er steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung Frau Professor Dr. Johanna Wanka. Das Programm enthält jedoch auch zusätzliche Veranstaltungen im näheren zeitlichen Umfeld dieses Aktionstages vom 06.-22.09.2013. Jeder Geo-Interessierte - egal ob Heimatführer, Museum, Geopark, Wissenschaftler, etc. wird ermuntert, in diesem Zeitraum Veranstaltungen durchzuführen.
Wir bitten daher wieder um Ihr Engagement und die Durchführung entsprechender Aktionen. Die Koordinierung des Programms zum Tag des Geotops liegt bei den Staatlichen Geologischen Diensten der einzelnen Bundesländer. Zum Tag des Geotops gibt es wie üblich ein Plakat, auf dem jedes Bundesland eines seiner charakteristischen Geotope vorstellt. Es wird in gedruckter Form (ca. DIN A1) und als pdf-Dokument angeboten. Zusätzlich stehen Vorlagen für Faltblätter zur Verfügung, die von jedem Akteur passend zu seiner eigenen Veranstaltung selbst gestaltet werden können. Plakat und Faltblatt sind unter http://www.tag-des-geotops.de  erhältlich. 

Aktionen können direkt im Internetportal: www.tag-des-geotops.de<http://www.tag-des-geotops.de> gemeldet werden. Nach kurzer Prüfung der eingegebenen Veranstaltungen werden diese durch den jeweils zuständigen Geologischen Dienst frei geschaltet und sind dann unter dieser Internetadresse für die Öffentlichkeit sichtbar. Mehr... 

Download Poster "Tag des Geotops 2013":

 


glacier
Der Aletschgletscher in den Alpen verliert seit dem 19. Jahrhhundert an Masse (© Frank Paul, Quelle: Homepage SCINEXX)

1030
Gletscher verursachen ein Drittel des Meeresspiegel-Anstiegs
Ein Prozent des Eises in den Gletschern bewirkt genauso viel wie die restlichen 99 Prozent

Die riesigen Eisschilde der Antarktis und Grönlands Gletscher machen nur rund ein Prozent des gesamten Eises auf der Erde aus. Der Rest ist in den großen Eisschilden der Polargebiete gespeichert. Trotzdem trugen die Gletscher in den letzten Jahren genauso viel zum Meeresspiegel-Anstieg bei, wie Arktis und Antarktis zusammen. Rund ein Drittel der steigenden Pegel gehen auf das Konto von Gebirgsriesen, die ihre Eiskappe verlieren, das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Dies zeige, dass bisherige Schätzungen oft ungenau waren und den Eisverlust einzelner Gletscherregionen überschätzten.enthalten rund 99 Prozent des als Eis gespeicherten Wassers auf unserem Planeten. Ihre Eismassen erstrecken sich über tausende von Kilometern. Eher mickrig nehmen sich dagegen die Gebirgsgletscher aus, die Eiskappen auf den Gipfeln hoher Berge, angefangen vom Aletschgletscher in den Alpen bis zu den Eisströmen Patagoniens, der Anden oder des Himalaya. Wie viel diese Gletscher zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen, war zuvor unklar, die Schätzungen gingen weit auseinander. Eine internationale Forschungsgruppe hat daher nun eine Art Inventur der globalen Gebirgsgletscher und ihrer Entwicklung durchgeführt. Mehr..

 


fracking
(Quelle: Homepage BGR)

1029
Tagung zum Thema "Umweltverträgliches Fracking? 
- Geologische Potenziale und technische Herausforderungen –"

Auf dieser Veranstaltung am 24. und 25. Juni 2013 geht es darum, was über die Interaktion zwischen dem gashaltigen tiefen Untergrund und den grundwasserführenden oberflächennahen Schichten bekannt ist und was eben noch nicht. Potenziale und Herausforderungen zur Förderung von Schiefergas und beim Schutz des Trinkwassers stehen zunehmend im öffentlichen Interesse. Je nach fachlichem Blickwinkel werden Zusammenhänge unterschiedlich bewertet oder interpretiert. Diese unterschiedlichen Sichtweisen sollen während dieser Veranstaltung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen untersetzt und die verschiedenen Aspekte in der Diskussion zusammen geführt werden. Insbesondere geht es auch um die Wissensvermittlung um die Interaktion zwischen den Systemen und darum, die Aktionsfelder zu identifizieren, denen man sich in Zukunft verstärkt zuwenden sollte. Viele offene Fragen und Unsicherheiten aus unterschiedlichen Erfahrungswelten, die gemeinsam diskutiert und aufgelöst werden sollen.

Während des Kongresses können Fragen und Meinungen dem Moderator live per Mail zugesendet werden. So findet die Veranstaltung online und lokal statt.

Die Tagung beginnt am Montag, 24. Juni 2013 um 10:30 Uhr. Direkt im Anschluss der Veranstaltung laden die Veranstalter ab 18:00 Uhr zum gemeinsamen Networking ein. Die Anmeldungsmöglichkeit, Kosten und das ausführliche Programm folgen in Kürze unter www.bgr.bund.de. Mehr... 

 
 


sdgg-81


1028
GeoTop2013 - "Geochancen und Georisiken" 
17. Internationale Tagung der Fachsektion GeoTop der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften im brandenburgischen Prenzlau / Uckermark

Es ist eine schöne Tradition der DGG und Ihrer Fachsektionen, geologische Fachtagungen nicht nur in hoch angesehenen Universitätsstädten zu veranstalten, sondern auch in die Regionen zu gehen. Sie sind hier im Herzen der Uckermark, im Jungmoränengebiet Nordost-Brandenburgs. Im Jungmoränengebiet zu sein heißt auch, dass Sie hier aus der Morphologie direkt auf die geologische Genese schließen können. Diesen Umstand machten sich schon unsere Altvorderen zu Nutze, als sie hier Gestaltungsszenarien für die norddeutsche Glaziallandschaft ableiteten. 

Mit Gründung des Geoparks Eiszeitland am Oderrand sollen diese Vorstellungen auch der interessierten Öffentlichkeit erlebbar gemacht werden. Als fachliche Paten wirkten und wirken noch immer h ierfür die Repräsentanten der Märkischen Eiszeitstraße, die mit ihren vielen Ausarbeitungen und Informationstafeln den Besuchern diese Glaziallandschaft nahe bringen. Seit Gründung des Geoparks ist Vieles entstanden, doch ein Geopark ist niemals abgeschlossen; er bedarf der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Der vollzogene Wechsel in der Trägerschaft des Geoparks während der Tagungsvorbereitungsphase bildeten für uns eine ambitionierte Herausforderung. Sie kam dem Tagungsmotto „Geochancen und Georisiken“ nahe. 

In einem Tagungsband der „Schriftenreihe  der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften finden Sie Kurzfassungen und Beiträge zu den Vorträgen und Postern, die anlässlich dieser Tagung präsentiert wurden. Im Mittelpunkt der Tgaung stand eine Exkursion in den Geopark „Eiszeitland am Oderrand“, bei der neben geologischen Sehenswürdigkeiten auch die Grabstätte von Leopold von Buch, einem der Gründerväter der DGG,  besucht wurde. Diese Grabstätte und der dazugehörige Park gehören heute der DGG. 
Der Tagungsband kann über die Geschäftsstelle der DGG bezogen werden.
Inhaltsverzeichnis 

 


Klima - kapriolen
(Quelle: Homepage SCINEXX)

1027 
Klima: Trotz Kapriolen keine Entwarnung
DWD-Bilanz: 2012 war zwar kein Rekordjahr, aber noch immer deutlich zu warm

Auch der späte, kalte Winter dieses Jahres bringt keine Entwarnung: der Klimawandel geht weiter. Das ist die Kernaussage der jährlichen Klima-Pressekonferenz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Berlin. Zwar überlagern zurzeit kurzfristige Klimaschwankungen die Erwärmung, so dass diese nahezu stagniert. Dennoch lagen die Temperaturen auch 2012 wieder deutlich über dem langjährigen Mittel. Längerfristig wird es daher trotzdem weiterhin wärmer - spürbar wird dies künftig vor allem an heißen Sommernächten und einer stärkeren und längeren Pollenbelastung für Allergiker, so die Experten. 
Dürre im Mittleren Westen der USA, ein Rekordminimum bei der arktischen Meereisbedeckung im Spätsommer und Hurrikan Sandy mit der in New York seit 100 Jahren höchsten Sturmflut. Im Jahr 2012 häuften sich die extremen Wetterereignisse. Und das ging auch 2013 so weiter: In der ersten Januarhälfte herrschte in Teilen Australiens eine Rekordhitze, kurz darauf folgten an der dortigen Ostküste tagelanger Starkregen mit Überschwemmungen. Bei uns in Europa fiel währenddessen der Frühling nahezu komplett aus, statt Osterglocken gab es an Ostern vielerorts Schneemänner.

Natürliche Einflüsse überlagern den Klimawandel - stoppen ihn aber nicht

Doch trotz dieses Auf und Ab bleibt ein Trend stabil: die Klimaerwärmung. Denn selbst vorübergehende Kälteeinbrüche oder einige Jahre ohne Rekorde sind nach Angaben des DWD kein Grund zur Entwarnung. Denn die Klimaveränderung müsse langfristig betrachtet werden. Man könne nicht erwarten, dass der Temperaturanstieg ebenso glatt und gleichmäßig verlaufe wie die Zunahme der CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Denn das Klima unterliegt vielen miteinander wechselwirkenden Einflüssen. Dazu gehören neben der Sonneneinstrahlung und Vulkanausbrüchen auch periodische Klimaschwankungen wie El Nino und La Nina. Mehr...

 


mond wasser
So könnte die Kollision der Erde mit dem marsgroßen Proto-Planeten ausgesehen haben (© NASA/JPL-Caltech, Quelle: Homepage SCINEXX).

1026
Mond erbte sein Wasser von der Erde
Wassermoleküle überstanden die gewaltige Kollision, die den Erdtrabanten schuf

Auch auf dem Mond existiert Wasser, wenn auch nur in winzigsten Mengen. Woher das im Gestein gebundenen Wasser stammt, war bisher unklar. Jetzt zeigt sich: Das Mondwasser stammt zumindest zum Teil von der Erde. Es hat offenbar die katastrophale Kollision unseres Planeten mit einem anderen Himmelskörper überstanden und sich auf dem dabei neu gebildeten Mond gesammelt. Hinweise darauf liefern Übereinstimmungen im atomaren Fingerabdruck von Proben von Mond- und Erdgestein, wie US-amerikanische Forscher im Fachmagazin "Science" berichten. 
Gängiger Theorie nach entstand der Mond durch eine planetare Katastrophe: Eine Kollision der Erde mit einem marsgroßen Himmelskörper schleuderte Material ins All, aus der sich der Trabant unseres Planeten bildete. Bei diesem Prozess verdampften große Menge Wasser und auch ein Teil des Gesteins - der Mond hätte daher seine Existenz knochentrocken beginnen müssen. Doch spätestens nach Analysen von Mondgestein der Apollo-Missionen war klar: Der Mond besitzt doch Wasser, wenn auch nur sehr kleine Mengen. Aber woher stammt es?

Atomarer Fingerabdruck verrät Wasser-Herkunft

Mondsonden haben in den letzten Jahren Hinweise darauf geliefert, dass zumindest ein Teil des oberflächlichen Wassers durch eine geochemische Reaktion entsteht. Doch ob das auch für die in den Gesteinen gebundenen Wassermoleküle gilt, war unklar. Alberto Saal von der Brown University und seine Kollegen haben die Herkunft dieses Wassers nun genauer untersucht. Für ihre Studie analysierten sie die Isotopen-Zusammensetzung von Gesteinsproben der Apollomission und vergleichbaren Gesteinen auf der Erde. Mehr... 

 


mongolei
(Quelle: Homepage BGR) 

1025
Deutsch-mongolische Regierungs-Arbeitsgruppe der Rohstoffpartnerschaft mit der Mongolei 

Am 7. Mai 2013 besuchten Frau Gudrun Kopp (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und Herrn Dr. Bernhard Heitzer (Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) Baganuur JSC, 130 km östlich von Ulaanbaatar. Der Besuch diente der Vorbereitung zur zweiten Sitzung in Ulaanbaatar der deutsch-mongolischen Regierungs-Arbeitsgruppe der Rohstoffpartnerschaft mit der Mongolei am 8. Mai 2013. Frau Kopp und Herr Dr. Heitzer vertreten Deutschland bei den Gesprächen mit der mongolischen Seite. Vertreterin der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ist Frau Franca Schwarz, Fachbereichsleiterin für Internationale Zusammenarbeit.  
Ziel des Besuches ist, die vor zwei Jahren geschlossene Rohstoffpartnerschaft weiter zu vertiefen und die Zusammenarbeit von Wirtschaftsunternehmen zu intensivieren. Für die deutsche Wirtschaft nehmen im Rahmen des parallel tagenden deutsch-mongolischen Wirtschaftsausschusses Vertreter von Unternehmen und Verbänden teil. Die Zusammenarbeit zwischen der Mongolei und Deutschland im Geosektor besteht seit mehr als 50 Jahren. Ein nach wie vor wichtiger Schwerpunkt in der Kooperation ist der Bereich der mineralischen Rohstoffe. Mehr... 

 


ohrid-See
Der Ohrid-See in Mazedo-
nien  (© Albena, Quelle:
Homepage SCINEXX).

1024
Ältester See Europas ist mehr als eine Million Jahre alt
Tiefbohrung verrät, wann der Ohrid-See in Mazedonien entstand

Dass der knapp 350 Quadratkilometer große Ohrid-See in Mazedonien sehr alt ist, wusste man schon länger. Eine neue Tiefbohrung zeigt jetzt: Er ist der älteste See Europas. Er existiert in seiner heutigen Form schon mehr als eine Million Jahre, wie Kölner Forscher berichten. Das erklärt, warum in ihm viele Tiere leben, die sonst nirgendwo vorkommen: Sie entwickelten sich lange Zeit isoliert von anderen Gewässern und deren Bewohnern. 
Der Ohrid-See gilt als einer der artenreichsten der Erde - warum es in ihm mehr als 200 Arten gibt, die nur dort vorkommen, ist aber bisher unklar. Das Wasser des Sees wird nicht von einem Fluss gespeist, sondern vor allem aus zahlreichen kleinen Bächen, die in den Gebirgen am Seerand aus Quellen entspringen. Entstanden ist der fast 300 Meter tiefe See durch einen Grabenbruch entlang einer tektonischen Verwerfung. Schon früher vermutete man anhand geologischer Hinweise, dass der Ohrid-See bereits im Pliozän gebildet worden sein könnte, vor mehr als 2,6 Millionen Jahren.
Das Projekt SCOPSCO (Scientific Collaboration On Past Speciation Conditions in Ohrid) hat zum Ziel, die Geschichte dieses Sees und seiner Bewohner genauer zu erforschen und auch seine Entstehung genauer zu datieren. In der aktuellen Bohrung konnte das Team nun rund 565 Meter tief in die Seesedimente eindringen, bevor grobe Kiese und Geröll ein weiteres Vorankommen stoppten. Die Analyse dieser Gesteine zeigte, dass sie aus der Zeit vor über einer Million Jahren stammen. In rund 400 Metern Tiefe stießen die Forscher zudem auf das Fossil einer mehr als eine Million Jahre alten Dreikantmuschel. 
"Der Ohrid-See besteht in seiner heutigen Form seit deutlich mehr als einer Million Jahren“, sagt SCOPSCO-Projektleiter Bernd Wagner von der Universität Köln. „Das können wir nach der ersten Analyse der gewonnenen Bohrkerne bereits sagen. Auf ein genaues Alter wollen wir uns zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht festlegen.“ Es sei aber extrem unwahrscheinlich, dass sich unter den Kiesen und Geröllen an der Basis des Bohrkerns ältere Seesedimente finden, die auf die längere Existenz eines Sees an gleicher Stelle hinweisen. 

Die insgesamt drei Bohrungen an der Bohrstelle DEEP geben nicht nur einen Einblick in die Geschichte des Sees, sie liefern auch wertvolle Informationen über die Vergangenheit der gesamten nördlichen Mittelmeerregion. „Informationen von Vulkanausbrüchen in Italien werden uns ermöglichen, Ascheschichten in den Kernen exakt zu datieren und gleichzeitig erlaubt uns der Kern umgekehrt, das Alter bisher unbestimmter Vulkanausbrüche zu benennen“, erklärt Wagner. Mehr... 

 


vulkan-Ozon
(Quelle: Homepage GEOMAR)

1023
Vulkane können die Ozonschicht schädigen

Die stellenweise extreme Ausdünnung der Ozonschicht, die in den 1980er Jahren entdeckt wurde, war eindeutig von Menschen verursacht. Doch auch in der Natur gibt es Quellen von Ozonkillern. Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) in Hamburg haben jetzt nachgewiesen, dass starke vulkanische Eruptionen große Mengen ozonschädigender Gase enthalten können. Die Studie erscheint in der international renommierten Fachzeitschrift „Geology“.

Mitte der 1980er Jahre schlugen Atmosphären-Forscher Alarm. Sie hatten entdeckt, dass die Ozonschicht in der Stratosphäre stellenweise stark ausgedünnt war. Auch der Schuldige für dieses „Ozonloch“ war schnell gefunden: Es waren ozonschädigende Fluorchlorkohlenwasserstoffe, die die Menschheit in großen Mengen für verschiedene Industrieprodukte hergestellt und in die Atmosphäre entlassen hatte. Ozon in der Stratosphäre, also in 15 bis 50 Kilometern Höhe, ist jedoch wichtig für das Leben auf der Erde, weil es wie ein Schutzschild gegen schädliche UV-Strahlung aus dem All wirkt. Deshalb einigte sich die internationale Staatengemeinschaft vergleichsweise schnell auf Gegenmaßnahmen. Tatsächlich erholt sich die Ozonschicht seitdem langsam. Prognosen, ob und wann sie wieder einen vorindustriellen Zustand erreicht, sind jedoch schwierig. „Auch die Natur produziert ozonschädigende Stoffe, zum Beispiel Brom- und Chlorverbindungen. Das sind sogenannte Halogene, die sehr gerne mit anderen Substanzen – speziell Ozon – reagieren“, erklärt die Meteorologin PD Dr. Kirstin Krüger vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. 

Eine starke Quelle für Brom- und Chlorverbindungen sind beispielsweise Vulkane. „Wir wissen, dass diese Verbindungen bei Eruptionen freigesetzt werden“, sagt Dr. Steffen Kutterolf, Vulkanologe am GEOMAR. Auf seine Initiative hin wollten deshalb verschiedene Spezialisten des GEOMAR und des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) in Hamburg herausfinden, ob und wie stark Vulkanausbrüche in der Vergangenheit in der Lage waren, die Ozonschicht zu schädigen. „Tatsächlich haben wir herausgefunden, dass große Vulkanausbrüche erheblichen Einfluss auf die Ozonschicht gehabt haben können“, sagt Dr. Kutterolf. Die Ergebnisse präsentieren die Wissenschaftler jetzt in der international renommierten Fachzeitschrift „Geology“. 

Bild links: Besonders explosive Vulkanausbrüche können Asche und Gase bis in die Stratosphäre transportieren. Dort ist auch die Konzentration von Ozon am höchsten. Diese "Ozonschicht" in der Stratosphäre schützt uns vor dem UV-Licht aus dem All. Allerdings können Gase, die die Vulkane ausstoßen, auch mit dem Ozon reagieren und so zu einem Ozonabbau beitragen. 14 jetzt beispielhaft untersuchte Vulkanausbrüche auf dem Gebiet des heutigen Nicaragua während der vergangenen 70.000 Jahre hatten das Potenzial dazu (Quelle: Homepage GEOMAR). Mehr...

 


tiefenkonvektion
Schema der Tiefen-
konvektion im Antarktischen
Weddell-Meer (Grafik, C.
Kersten, GEOMAR) 

1022
Langzeitliche Klimaschwankungen
Kieler Meeresforscher untersuchen Rolle des südlichen Ozeans

Natürliche Klimaschwankungen können viele Ursachen haben und spielen sich auf ganz unterschiedlichen Zeitskalen von Monaten bis Jahrhunderten ab. Bei den langzeitlichen Klimaschwankungen sind häufig Vorgänge im Ozean entscheidend. Wie eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigt, beeinflusst die Tiefenwasserbildung im Südlichen Ozean die globale Durchschnittstemperatur auf Zeitskalen von Jahrhunderten. Die Ergebnisse wurden in der internationalen Fachzeitschrift Climate Dynamics veröffentlicht.
Die Ursache liegt mehr als 10.000 Kilometer von Europa entfernt, in den Weiten des südlichen Ozeans. In dieser, oft von unwirtlichen Wetterbedingungen geprägten Region, spielen sich unterhalb der Oberfläche Prozesse ab, die globale Klimaschwankungen auslösen können. Dort stürzen Wassermassen aus den oberen Schichten bis hinab in die Tiefsee, Tiefenkonvektion nennen das die Wissenschaftler. Dabei gelangen große Wärmemengen aus tiefen Meeresschichten in die Atmosphäre, was nicht nur zu regionalen, sondern selbst zu globalen Klimaschwankungen führt. In der jetzt veröffentlichten Studie untersuchen Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel die Ursachen solcher Zirkulations- und Klimaschwankungen. 
„Wir haben es im Ozean mit kommunizierenden Röhren zu tun“, erläutert Prof. Dr. Mojib Latif, Co-Autor der Studie. Gemeinsam mit zwei Kollegen hat er Simulationen mit einem globalen Klimamodell, dem „Kiel Climate Model“, durchgeführt, um die Zusammenhänge und Ursachen langzeitlicher Klimaschwankungen zu untersuchen. Dabei zeigt sich, dass der Transport von Wasser, das ursprünglich aus dem Nordatlantik stammt, für die Prozesse im Bereich des Weddell Meeres sehr wichtig ist. „Wie bei einem aufladbaren Akku wird über Jahrzehnte ein Reservoir mit relativ warmen Wasser in Tiefen von etwa 1000-2000 Meter aufgefüllt“, so Prof. Latif. Durch die Tiefenkonvektion im Weddell Meer gelangt die Wärme wieder an die Oberfläche. Wenn der Speicher irgendwann leer ist, stoppt die Tiefenwasserbildung. Diese periodisch wiederkehrenden Schwankungen beeinflussen selbst die Temperatur und den Meeresspiegel im Bereich des Nordatlantiks. „Global gesehen reden wir hier zwar nur über wenige Zehntel Grad Celsius, das ist aber durchaus signifikant vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung von etwa 0,7°C während des 20. Jahrhunderts“, erklärt Prof. Latif. Mehr... 

 


 
                   
zurueck vor

 

 

nach oben