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 Was sind eigentlich Geotope??

Geotope sind geologische Sehenswürdigkeiten, die von regionaler und nationaler geowissenschaftlicher Bedeutung, Seltenheit oder Schönheit sind. Als Zeugnisse der Erdgeschichte sie sind repräsentativ für eine Landschaft und deren geologische Entstehung.
Der Begriff lässt sich aus dem Griechischen herleiten: Geotop = gä, griechisch: Erde; topos, Ort. Beim Artikel haben Sie übrigens die Wahl zwischen "der" oder "das" - der Duden erlaubt beides!

Geotope beeindrucken Forscher wie Naturfreunde gleichsam:

Zum Einen sind Geotope für die geowissenschaftliche Forschung und Lehre unschätzbare Informationsspeicher - Archive der Erdgeschichte gewissermaßen - andererseits hat die Ästhetik geologischer Objekte seit jeher das Interesse der Menschen - man denke z.B. an die Maler und Dichter der Romantik - auf sich gezogen.

Kreideküste Rügen: An dieser Stelle
können 70 Mio.Jahre Erdgeschichte übersprungen werden!
Foto: R. Ferstl


Im Vergleich zu dem Begriff "Biotop" besitzt  der Begriff "Geotop" einen wesentlich geringeren Bekanntheitsgrad.
Dabei wurden in den Anfängen des Naturschutzes in Deutschland einzelne erdgeschichtliche Bildungen oder ganze Landschaftsteile noch weit vor Biotopen als Natur- oder Bodendenkmäler unter Schutz gestellt.

Caspar David Friedrich: "Kreideküste auf Rügen"

Das erste überhaupt in Deutschland unter Naturschutz gestellte Objekt ist ein Geotop:

Der südlich von Bonn im Siebengebirge  gelegene Drachenfels - eine  vulkanische Quellkuppe - wurde im Jahr 1836 von der preußischen Regierung unter gesetzlichen Schutz gestellt.

Der Begriff "Geotop" wurde erst 1996 durch eine Arbeitsgruppe der Staatlichen Geologischen Dienste in Deutschland eindeutig definiert. Mit der von ihnen vorgelegten "Arbeitsanleitung Geotopschutz in Deutschland" wurden die fachlichen Grundlagen für den Geotopschutz in Deutschland geschaffen.

Darin heißt es:
"Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln. Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsteile."

und

"Schutzwürdig sind diejenigen Geotope, die sich durch ihre besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit auszeichnen. Für Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie für Natur- und Heimatkunde sind sie Dokumente von besonderem Wert. Sie können insbesondere dann, wenn sie gefährdet sind und vergleichbare Geotope zum Ausgleich nicht zur Verfügung stehen, eines rechtlichen Schutzes bedürfen."





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